Review

Nachdem Beyond The Black insbesondere durch den Gesang von Frontfrau Jennifer Haben zuletzt 2020 auf ihrem Album „Hørizøns“ bei vielen Zuhörer:innen Gänsehaut verursachten, legen sie nun mit dem inzwischen fünften Studioalbum nach.

Jenes trägt schlicht den Namen der Band, „Beyond The Black“, erscheint beim Label Nuclear Blast Records und soll zugleich ein neues Kapitel in der Bandgeschichte aufschlagen.

Ob das gelingt? Wir hören rein!

Die Tracks

Als Opener dient die Single „Is There Anybody Out There“. Im Intro gibt es einen fetten Gitarrenpart, der fast schon ein kleines Solo vermuten lässt. Sowohl in den Strophen als auch im Refrain halten sich die Streicher dezent, aber dennoch sehr präsent im Hintergrund. Sowohl vom Text als auch von der Melodieführung her ist der Refrain sehr eingängig. In den Zwischenparts gibt es dann Gitarrensoli zu hören. Eine perfekte Wahl für einen Opener. Der zweite Song ist ebenfalls eine vorab veröffentlichte Single.

Der folgende Titel „Reincarnation“ wirkt im ersten Teil des Intros zunächst ein wenig mystisch. Kurz bevor der Gesang einsetzt, ist nur eine akustische Gitarre und die Bass Drum zu hören. Die Akustikgitarre zieht sich durch die Strophen und vermittelt eine gewisse Leichtigkeit. Im Refrain serviert man dann ein fettes Metal-Brett inklusive Growling.

Mit Akustikgitarre wird auch das Intro und der erste Part der Strophe von „Free Me“ begleitet, während sich die Instrumentierung in den Strophen dann nach und nach steigert. Die Streicher, vor allem im Refrain sehr präsent, vermitteln eine gewisse Dramatik. Ein musikalisch recht komplexer und vielfältig aufgebauter Track.

Beim Titel „Winter Is Coming“ muss man (sowohl durch den Namen als auch mit Blick in das dazugehörige Musikvideo) unweigerlich an House Stark von „Game of Thrones“ denken. Nachdem der Song mit Piano und Streichern eröffnet wird, was einen ruhigen Song erahnen lässt, nimmt das Tempo der Streicher allmählich zu. Und mit dem Einsetzen der Drums hüllt sich das Intro schließlich in fetten Metal-Sound, nicht ohne den Streichern noch ihren gebührenden Platz einzuräumen. Ein Song, der die Zuhörer:innen in eine spannende Abenteuergeschichte versetzt.

Mit einer verzerrten Gitarre und Synthie-Sound wird „Into The Light“ eingeleitet. Besonders hervorzuheben ist bei diesem Song das virtuose Gitarrensolo. Davon abgesehen plätschert der Song jedoch eher unspektakulär vor sich hin.

In „Wide Awake“ kommt eingangs erneut die Akustikgitarre zum Zug. Diese zieht sich durch den gesamten Song, der sich als Ballade entpuppt. Die Streicher verleihen dem Track einen ehrwürdigen Touch, die restlichen Instrumente halten sich zurück. Gesanglich ist der Song emotional und wirkt melancholisch.

Mit Pagan-Elementen wartet dann „Dancing In The Dark“ auf. Der Song birgt aufgrund der tiefen Klänge und des Tempos eine gewisse Schwere, die aber sehr gut ankommt. Sowohl von der Melodieführung als auch vom Gesang her ist der Titel sehr eingängig. Das Gitarrensolo stört allerdings den angenehmen Hörfluss ein wenig und wirkt unnötig, wenn nicht sogar unpassend.

Bei „Raise Your Head“ gibt es wieder die volle Metal-Breitseite, wie man sie von der Band gewohnt ist. Die Strophen sind anfangs mit dem Bass nahezu minimalistisch instrumentiert. Das Tempo ist angenehm und plätschert vor sich hin. Aufgrund der mehrfachen Wiederholung des Satzes „Raise your head“ bleibt der Refrain gezwungenermaßen im Kopf.

Beyond The Black (Copyright: Stefan Heilemann; Heilemania)

Mit mehrstimmigem Gesang trumpft „Not In Our Name“ auf, das teils durch Habens Gesang geheimnisvoll anmutet und durch die männlichen Gesangparts vervollständigt wird. Insbesondere die growlig-gesungenen respektive fast schon gesprochenen Parts bilden einen guten Kontrast zum weiblichen Gesang.

Zum Ende wird es mit „I Remember Dying“ noch einmal mystisch. Vor allem durch das eher langsame Tempo, den düsteren Klangteppich aus Streichern und den mehrstimmigen Gesang wirkt der Song sehr getragen. Die einsetzenden Trommeln scheinen einen förmlich mitten in eine Wikinger-Zeremonie zu katapultieren. Gänsehaut pur und ein würdiger Abschluss des Albums.

Fazit

Beyond The Black zeigen mit ihrem neuen Album eine große Bandbreite an musikalischer Vielfältigkeit. So sind beispielsweise die Pagan-/Folk-Elemente Neuland, passen aber sehr gut zum Stil der Band. Von eingängigen Songs zum Mitsingen über Metal-Bretter zum Headbangen bis hin zu Balladen ist alles vertreten.


Beyond The Black – Beyond The Black

Video

Tracklist

01 Is There Anybody Out There
02 Reincarnation
03 Free Me
04 Winter Is Coming
05 Into The Light
06 Wide Awake
07 Dancing In The Dark
08 Raise Your Head
09 Not In Our Name
10 I Remember Dying

Details

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Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 13.01.2023
Spielzeit: 42:05

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem