Review

Die beiden Drehbuchautoren und Regisseure Liang Xuan und Zhang Chun haben – trotz Produktionsschwierigkeiten – über Jahre hinweg ihre Herzensangelegenheit „Big Fish & Begonia – Zwei Welten, Ein Schicksal“ verwirklicht.

Dabei handelt es sich um einen chinesischen Animationsfilm, der sich anschickt mit seiner geheimnisvollen und fantastischen Parallelwelt und insbesondere seinen fabelhaften Fischwesen und roten Delfinen auf den Spuren eines Hayao Miyazaki zu wandeln. 

Mystische Wesen einer Parallelwelt, die Naturgesetze und die Liebe

Die junge Chun stammt aus einer magischen und mystischen Parallelwelt jenseits des Menschenreichs. Als Bestandteil eines Übergangsrituals anlässlich der Volljährigkeit werden die jungen Menschen dieser fremden Welt entsandt, um die Welt der Menschen zu erkunden. Dabei nehmen sie allerdings die Gestalt eines roten Delfins an. Inmitten ihrer Erkundungstour verfängt sich Delfindame Chun in einem Fangnetz. Der gutherzige Menschenjunge Kun rettet das hilflose Wesen. Aus Angst zappelt Chun jedoch so sehr, dass Kun zum tiefsten Meeresboden sinkt. Von einem schlechten Gewissen geplagt, wendet sich Chun an den wunderlichen Seelensammler und bittet ihn, Kun wieder zum Leben zu erwecken. Im Tausch gegen einen Teil ihrer Seele erhält das Mädchen den als kleines Fischwesen wiedergeborenen Kun. In ihrer Heimat stößt dies auf wenig Zustimmung. Lediglich der junge Qiu ist immer an ihrer Seite.

Kritik

Mit „Big Fish & Begonia – Zwei Welten, Ein Schicksal“ präsentieren Zhang Chun und Liang Xuan tatsächlich einen ausgesprochen fantasievollen Film, der sich einer fantastischen Bildsprache bedient und den Zuschauer tief in die chinesische Mythologie entführt.

Die sagenhafte Welt mit ihren mystischen Wesen erinnert an einen Miyazaki-Film. Die Parallelwelt wird dem Publikum ohne größere Erklärungen vorgesetzt und entfaltet sich mit ihren Geheimnissen erst nach und nach und bisweilen überhaupt nicht.

Und dennoch weckt das Zitat auf dem deutschen Cover „Eine Mischung aus Arielle, die Meerjungfrau und Chihiros Reise ins Zauberland erheblich zu hohe Erwartungen an einen Film, der eben primär durch seine atemberaubende Bildsprache zu überzeugen vermag. Der Charme der genannten Vergleichsgrößen geht dem Fantasy-Abenteuer-Anime leider ab.

Hauptfigur Chun aus einer fantastischen fremden Welt und der wiedergeborene Kun (Copyright: Universum Film / 2016 Bi An Tian (Beijing) Culture Co. Ltd. / B&T Studio)

Gerade Miyazaki-Filme zeichnen sich zumeist durch ausgesprochen liebevoll gestaltete Figuren aus, deren Reise man gespannt mitverfolgt. Hier fehlt den Figuren die erforderliche Tiefe, um ihnen die gewünschten Sympathien entgegenzubringen.
Die primäre Liebesgeschichte zwischen Chun und Kun gelingt emotional wenig ergreifend, während die „zweite Liebesgeschichte“ zwischen Chun und Qiu die Hauptfigur darüber hinaus gar unerklärlich egoistisch, kalt und lieblos dastehen lässt.

Fazit

Allein aus visueller Sicht ist „Big Fish & Begonia – Zwei Welten, Ein Schicksal“ sehr eindrucksvoll und erfüllt die hohen Erwartungen, die der Trailer weckt. Auf der Erzählebene ist der Anime leider ein wenig schwach auf der Brust. Die Liebesgeschichte(n) ist (sind) dürftig inszeniert und hier und da gerät der Film dann eher überschwänglich und kitschig. Gerade die großen Emotionen, die die Anime-Hits des Vorjahres „Your Name. – Gestern, heute und für immer“ und „A Silent Voice“ hervorgerufen haben, erreicht der chinesische Film zu keiner Zeit.

Trailer

Inhalt

In einer geheimnisvollen Parallelwelt jenseits des Menschenreichs kontrollieren mystische Wesen die Naturgesetze. Chun ist eine von ihnen und soll, wie es die Tradition verlangt, an einem Übergangsritual anlässlich ihrer Volljährigkeit teilnehmen, um die Welt der Menschen zu erkunden. Doch kaum ist sie in Gestalt eines roten Delfins durch das Portal gereist, geschieht ein großes Unglück: Sie verfängt sich in einem Fischernetz und droht zu ertrinken. In letzter Minute kann der Menschenjunge Kun sie retten, verliert aber selbst sein Leben. Bewegt von seiner Güte und seinem Mut, beschließt Chun, einen Handel mit dem Seelensammler einzugehen, damit Kun wiedergeboren wird. Doch dafür zahlt sie einen hohen Preis …

(Quelle: Universum Film)

Details

Format: Breitbild
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 24.05.2019
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 105 Minuten

Copyright Cover: Universum Film



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)