Review

Willkommen, El Presidente! Ihr wollt also eine kleine karibische Insel nach euren Vorstellungen formen und dort regieren, wie es euch beliebt? Willkür und ein gieriges Schweizer Bankkonto bestimmen euer Handeln? Das Volk dient lediglich dazu, möglichst hohe Profite zu generieren? Dann heißt es eindeutig: Ab nach Tropico!

Der mittlerweile fünfte Teil der beliebten „Tropico“-Reihe wird alte Hasen und Neulinge in der Welt des diktatorischen Regimes gleichermaßen begeistern, sofern man dem Genre der Echtzeitstrategie nicht abgeneigt ist. Denn in diesem bewegt sich „Tropico 5“.

Das Ziel des Spiels ist schnell umrissen: Man muss eine kleine, karibische Insel zu möglichst großem wirtschaftlichen Erfolg führen, ohne während seiner Amtszeit entmachtet oder gar getötet zu werden.

So einfach, wie diese Spielidee ist, so schwer ist es allerdings auch, sie umzusetzen.
In jeder der vier verfügbaren Epochen stellen sich dem gütigen wie gierigen El Presidente verschiedene Hindernisse politischer Natur in den Weg. Handelt es sich in der Kolonialzeit noch um das Königshaus, welches die kleine Insel unterjochen möchte und bei Erklärung der Unabhängigkeit mit einer Invasion droht, sind es im Zeitalter der Weltkriege die Alliierten und die Achsenmächte, die eine permanente Bedrohung darstellen. Auch im Zeitalter des Kalten Krieges ist das Regieren nicht unbedingt einfach, denn permanent drohen Rebellen damit, einen Putsch anzuzetteln.

Die Basis, um all diese Widrigkeiten mehr oder weniger unbeschadet zu überstehen, bilden zwei Säulen: Eine funktionierende Wirtschaft und ein glückliches Volk.

Der wirtschaftliche Aspekt von „Tropico 5“ ist komplex und gleichzeitig sehr eingängig, denn mit fortschreitenden Zeitaltern verkompliziert sich die Wirtschaft automatisch.
So kann man beispielsweise in der Kolonialzeit lediglich Rohstoffe verschiedener Art produzieren und exportieren und bekommt im Zeitalter der Weltkriege die Möglichkeit, Betriebe zu errichten, welche die ohnehin schon existenten Rohstoffe zu hochwertigeren Gütern weiterverarbeiten, die wiederum höhere Gewinne erzielen.
Durch diesen Aufbau kommt es selten vor, dass man komplett neue Wirtschaftskreisläufe erstellen muss. Das Prinzip lautet im Grunde stets, dass bereits existente Ketten aufgewertet werden.

Eine kleine, aber feine Insel (Copyright: Kalypso Media)

Eine kleine, aber feine Insel (Copyright: Kalypso Media)

Ein Beispiel: In der Kolonialzeit kann man ein Holzfällerlager errichten, welches Holz produziert. Im nächsten Zeitalter bekommt man die Möglichkeit, ein Sägewerk zu bauen, welches Planken aus dem schon vorhandenen Holz produziert. Entwickelt man sich nochmals weiter, steht die Möbelfabrik zur Verfügung, welche Planken nutzt, um Möbel zu bauen. Ein sehr eingängiges System also, welches die Macher von „Tropico 5“ erschaffen haben.

Komplexer ist hingegen die Aufgabe, das Volk gnädig zu stimmen, denn die Bürger haben eine Vielzahl an Bedürfnissen, die man stets im Auge behalten sollte. Denn sobald man unter 50% Beliebtheit fällt und es zu Wahlen kommt, ist die Gefahr sehr groß, dass man abgewählt wird und somit das Spiel beendet ist.

Daher ist es dringend geboten, für Arbeitsplätze, Wohnraum, Bildung, Nahrung, Unterhaltung, Religion und anderes zu sorgen, um sein Volk gnädig zu stimmen. Selbstverständlich kann man auch Verordnungen erlassen, die einem das Leben diesbezüglich leichter machen.

Es besteht auch die Möglichkeit, sein Volk permanent zu unterdrücken oder Wahlen auszusetzen. Diese Politik führt jedoch unweigerlich zu einem deutlich höheren Schwierigkeitsgrad, da man permanent in einer Krise steckt, die zu vielen militärischen Auseinandersetzungen führt.

Soweit zu den Kernfunktionen von „Tropico 5“. Das Spiel besitzt jedoch eine Vielzahl weiterer Features wie beispielsweise Naturkatastrophen und Handel, die man jedoch am besten selbst erlebt.

Sehr schön ist zudem das Questsystem. Man bekommt während des Spiels permanent Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit, die dabei helfen, die Staatskasse zu füllen, das Volk gnädig zu stimmen oder politische Fraktionen zu besänftigen. Dadurch hat man permanent etwas zu tun und es kommt nicht zu „Leerlaufsituationen“, wie bei anderen Spielen dieses Genres.

Auch der Tourismus spielt eine Rolle in Tropico 5 (Copyright: Kalypso Media)

Auch der Tourismus spielt eine Rolle in Tropico 5 (Copyright: Kalypso Media)

Zusätzlich sei noch die Sprachausgabe erwähnt, welche hervorragend umgesetzt wurde und das Spielerlebnis durch abwechslungsreiche und sehr humorige Texte weiter steigert.

Außerdem besitzt „Tropico 5“ einen Mehrspielermodus.

Man kann also sagen, dass „Tropico 5“ unterm Strich ein hervorragendes Echtzeitstrategiespiel ist, welches eine unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten bietet.
Trotz seiner Komplexität ist es äußerst intuitiv und bereits nach kurzer Zeit ist man in der Lage, eine funktionierende Insel zu führen.

Lediglich die Statistiken hätten meiner Ansicht nach ein wenig komplexer sein dürfen, denn diese wirken ziemlich oberflächlich.
Auch kann man das Militär nicht selbst steuern, lediglich eine geschickte Verteilung der Stützpunkte auf der Insel ermöglicht ein schnelles Eingreifen der Soldaten. Die Kämpfe selbst kann man nur beobachten und leider nicht intervenieren. Ich hätte mir gewünscht, dass man zumindest bestimmen kann, welche Einheit zu welchem Ziel marschiert. Dennoch ist „Tropico 5“ absolut empfehlenswert!

Video

Beschreibung

Kehren Sie zurück auf den Inselstaat Tropico im nächsten Teil der beliebten und preisgekrönten „Diktator-Simulator“-Serie. Verlängern Sie die Herrschaft Ihrer Dynastie aus der frühen Kolonialzeit bis in das 21. Jahrhundert und stellen Sie sich völlig neuen Herausforderungen mit der neuen Handelsflotte, Erforschung neuer Technologien, Erkundungsmissionen und – zum ersten Mal in der Geschichte Tropicos – kompetitive sowie kooperative Mehrspielermodi für bis zu vier Spieler.

(Quelle: Kalypso Media)

Systemanforderungen

Minimum:
OS: Windows Vista SP2, Windows 7, Windows 8
Prozessor: 2 GHz Dual Core CPU
Speicher: 4 GB RAM
Grafik: GeForce 400 oder höher, AMD Radeon HD 4000 oder höher, Intel HD 4000 oder höher (DirectX 11 Hardware Unterstützung erforderlich)
DirectX: Version 11
Festplatte: 4 GB freier Speicherplatz
Soundkarte: DirectX Kompatibel

Empfohlen:
OS: Windows 7 (64 bit), Windows 8 (64 bit)
Prozessor: 2.5 GHz Quad Core CPU
Speicher: 8 GB RAM
Grafik: GeForce 500 oder höher, AMD Radeon HD 5000 oder höher
DirectX: Version 11
Netzwerk: Breitband Internet Verbindung
Festplatte: 4 GB freier Speicherplatz

Details

Hersteller: Kalypso
Sprache: Deutsch (Spiel & Handbuch)
Schwierigkeit: Mäßig
Freigabe: FSK 12
Anzahl Spieler: 1-4
Vö-Datum: 23.05.2014
Homepage Hersteller: Kalypso Media

(Copyright Cover: Kalypso Media)



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.