Review

„Polar Panic“ könnte zwar angesichts der rapide schmelzenden Eisberge vor allem den Gemütszustand der Fridays for Future-Aktivisten widerspiegeln, ist in diesem Fall aber der Name des neuen Kartenspiels der Amigo Spiel + Freizeit GmbH.

Dabei handelt es sich um:

Ein Spiel für alle mit scharfen Augen und blitzschneller Reaktion

Doch neben einem genauen Blick respektive dem schnellen Erkennen und einer gewissen Schnelligkeit schadet auch ein jeweils gutes Maß an Konzentrations- und Merkfähigkeit bei diesem Kartenspiel mit dezentem Memory-Charakter nicht, um hier am Ende einer Spielrunde erfolgreich zu sein, gilt es doch, möglichst zügig zwei identische Meeresbewohner zu finden und diese per „Handschlag“ zu markieren.

Entsprechend actionlastig fällt „Polar Panic“ aus, dem durch seine 56 Karten zudem ausreichend Platz geboten werden sollte. Die Spielfläche (beispielsweise der Tisch oder Fußboden) sollte daher groß genug und freigeräumt sein.

Ebenso empfiehlt es sich, die wie auf der Verpackung angegebene Maximalanzahl an Mitspielern (6) nicht auszureizen, da sie uns in der Praxis zu viele erscheinen, um ein einigermaßen geordnetes Spiel durchführen zu können. Durchaus immer noch turbulent (und – je nach „Schlagkraft“ – teils laut) genug, aber sehr praktikabel ist somit die Anzahl von 2 bis 4 Mitstreitern, die für einen ungehinderten und ungebremsten Spielspaß mit Wiederholungspotenzial bei diesem kurzweiligen Kartenspiel sorgen.

Einblick in die Spielsituation des Karten-Reaktionsspiels „Polar Panic“. (Copyright: Amigo)

Prinzipiell gilt bei „Polar Panic“:

In der Kürze liegt die Würze

Und das trifft nicht nur auf die Spielpartien als solche, sondern insbesondere auch auf die Spielregeln zu.

Reduzierbar auf die drei Aktionen „Karte aufdecken“, „Gleiche finden“ und „Karten gewinnen“, fallen die Anweisungen kurz aus und sind leicht zu erlernen (bzw. durch Memory und Co. bereits bekannt).
Sonderregeln (für die Aktionskarten „Eisbär“ und „Eskimo“) sind ebenfalls schnell begriffen und so lässt sich „Polar Panic“ bereits prompt nach dem Erhalt und Öffnen spielen. Wie genau? So:

Die Karten werden verdeckt ausgelegt. Im Uhrzeigersinn decken die Spieler nun nacheinander und reihum je eine Karte auf. Sobald zwei gleiche Meeresbewohner zu sehen sind, ist die erwähnte schnelle Reaktion gefragt, denn nun legt man so zügig wie möglich seine Hände auf die betreffende Karte(n). Wer zuerst seine Hand auf der richtigen Karte hat, gewinnt diese.

Doch Achtung vor dem Eisbären oder einem Eskimo!
Sobald sie aufgedeckt wurden, werden alle offenen Karten wieder umgedreht. Während die Eskimos stets auf den eigenen Kartenstapel wandern, klaut sich der Eisbär eine Karte aus dem Vorrat des Mitspielers, der ihn aufgedeckt hat.

Wurden alle Karten außer dem Eisbären aufgedeckt, gewinnt der Spieler mit den meisten gesammelten Karten. 

Kritik und Tipps

Das Ende per Spielanleitung entpuppt sich in der Praxis jedoch als etwas umständlich und in die Länge gezogen. Ein knackigerer Abschluss wäre vorteilhafter gewesen, lässt sich aber mit ein wenig Fantasie selber gestalten.

Um den eigentlichen Spielverlauf ein wenig kniffliger zu machen, sehen sich indes einige der abgebildeten Meeresbewohner sehr ähnlich. Somit kann man sich nicht nur an der Farbe beim Finden eines Paares orientieren, sondern muss schon genauer hinsehen, um ein Kartenpaar für sich zu ergattern und keinen Fehler zu machen. Denn die werden bei „Polar Panic“ nicht verziehen. Vielmehr muss man bei falscher, versehentlicher oder übereifriger Kartenauswahl zwei Karten aus dem eigenen Vorrat wieder abgeben. Es verbirgt sich im Design somit ein dezenter Schwierigkeitsgrad.

Außerdem bietet sich nach einer Strafaktion ein gelegentliches Mischen der ausliegenden Karten an, um den Spielspaß und Schwierigkeitsgrad (selbst respektive zusätzlich) zu erhöhen.

Kompakt verstaut in einer Metalldose ist das Spiel gut transportabel und lässt sich hervorragend für kleine erheiternde Spielrunden unterwegs mitnehmen. (Copyright: Amigo)

Material und Optik

Aufgrund des hohen Wiederspielwerts von „Polar Panic“ sollte das Material, übersichtlich bestehend aus 56 Karten sowie einer Spielanleitung, sehr strapazierfähig ausfallen. Tatsächlich sind die Karten solide und auf glatten Oberflächen gleitfähig, hätten aber ein wenig dicker (und damit aus etwas stärkerem Karton) gefertigt sein können.

Das Design überzeugt hingegen kritiklos. Die Motive passen, das Thema wurde stimmig umgesetzt und die bunte, aber nicht unrealistische Farbgebung spricht Groß und Klein an.

Kompakt verstaut in einer Metalldose ist das Spiel gut transportabel und lässt sich hervorragend für kleine erheiternde Spielrunden unterwegs mitnehmen.

Fazit

Ein sehr kurzweiliges und spaßiges Karten-Reaktionsspiel für die ganze Familie, das – je nach Stärke des Auf-den-Tisch-Hauens – gerade in der kalten Jahreszeit für eine gute Durchblutung und damit warme Hände als netten Nebeneffekt sorgt.

Trailer

Spielinfo

Ein Spiel für alle mit scharfen Augen und blitzschneller Reaktion

Aufgepasst am Eisloch und bloß keine Panik bei Polar Panic! Nicht nur Schnelligkeit zählt, um die meisten Meeresbewohner zu schnappen. Auch ein gutes Auge ist vonnöten, wenn man mit einem erfolgreichen Fang nach Hause gehen möchte. Sobald zwei identische Tiere im Wasser zu sehen sind, heißt es zugreifen, bevor es die Mitspieler tun. Doch Achtung vor dem Eisbären, denn dieser jagt einem den eigenen Fang ganz schnell wieder ab.

(Quelle: Amigo)

Spielmaterial

56 Karten
1 Spielanleitung

Details

Hersteller: Amigo
Sprache: Deutsch
Freigabe: Empfohlen ab 6 Jahren
Anzahl Spieler: 2-6
Spieldauer: 15 Min.
Vö-Datum: 09/2020
Homepage Hersteller: Amigo

Copyright Cover: Amigo



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde