Review

Als uns das Spiel „NichtLustig – Fäkalini“ von der Post überreicht wurde, waren wir zunächst etwas irritiert. In so einer kleinen Schachtel soll eine Menge Spielspaß stecken?
Vorteil: Der Karton ist derart kompakt, dass er sich hervorragend dazu eignet, beispielsweise in den Urlaub mitgenommen zu werden. Zudem ist er sehr solide.

Als nächstes kam die Phase des Auspackens und Vorbereitens.
Der Inhalt ist sehr schön im Stil der Kult-Comic-Seite „Nichtlustig.de“ gestaltet, was daran liegt, dass sich der Macher dieser Seite, Joscha Sauer, für die grafische Gestaltung verantwortlich zeigt.
Viel gab es nicht zu tun, lediglich einige Plättchen mussten aus ihren Papprahmen gelöst werden.
Das kleine Spielbrett ist zweiteilig und muss zusammengesteckt werden, dann kann es auch schon losgehen.

„NichtLustig – Fäkalini“ ist schnell erklärt: Es handelt sich um ein Würfelspiel, welches jedoch überraschend viele taktische Elemente beinhaltet.
Die Spieler sind reihum dran und würfeln. Daraufhin wird stets entschieden, ob man „klempnern“ oder „zaubern“ möchte. Diese Entscheidung ist ziemlich wichtig, da die Würfelergebnisse sich durchaus negativ auf die eigenen Punkte auswirken können. Also betrachtet man erst einmal seinen Wurf. Weiße Tiger und Kaninchen sind gut, diese bringen nämlich Punkte. Schwarze Löcher hingegen kosten Punkte, sind daher also schlecht. Zeitreisende Enten sind eine Art Joker, da man durch sie beispielsweise ein schwarzes Loch ersetzen kann, sodass dieses ohne Konsequenz bleibt.

Man würfelt zudem mit Würfeln, welche die Farbe der Mitspieler haben und diese bekommen das Ergebnis dann zugeschanzt. In diesem Fall sind schwarze Löcher also durchaus sinnvoll, denn so kann man den Mitspielern einen Punktabzug einbrocken.
Wählt man bei der oben erwähnten Entscheidung „klempnern“, kann man einen missglückten Wurf retten, indem man Toiletten auf dem Spielplan ablegt. Diese bleiben ohne Konsequenz. Wählt man hingegen „zaubern“, muss man sämtliche punkterelevanten Ergebnisse auf dem Plan ablegen.

Die Partie läuft!

Die Partie läuft!

Am Ende werden alle Punkteplättchen gezählt und – viel wichtiger – die schwarzen Löcher aufgedeckt. Diese können Goldfische beinhalten, die keine Folgen haben, Punktabzugssymbole oder – und das ist das schlimmste – das berüchtigte Häufchen. Wer dieses besitzt, hat automatisch verloren.

Obwohl die Anleitung teilweise recht umständlich formuliert ist, kommt man sehr schnell in das Spiel hinein. Automatisch erkennt man auch die überraschend großen taktischen Elemente, die man beachten sollte. Durch die Tatsache, dass man so lange würfelt, bis alle Würfel auf dem Spielplan verteilt sind, kann man beispielsweise versuchen, seinen Mitspielern gezielt ein schwarzes Loch zuzuschanzen. Sollte man nur Unbrauchbares zusammenwürfeln, besteht auch die Chance, einen Joker zu würfeln, der es möglich macht, einem Mitspieler das gesamte Ergebnis aufzudrücken.

Wir haben „NichtLustig – Fäkalini“ sehr schnell begriffen und direkt einige Partien gespielt. Da diese recht fix gehen – sie dauern in der Regel nicht länger als 20 Minuten – ist eigentlich immer Zeit für eine Revanche.

„NichtLustig – Fäkalini“ ist ein schnelles Spiel für zwischendurch, welches extrem liebe- und humorvoll gestaltet ist.
Es ist schnell erklärt, besitzt aber dennoch einigen Tiefgang. Wir können es daher ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.

Video

Details

Hersteller: Kosmos

Sprache: Deutsch (Spiel & Handbuch)
Schwierigkeit: Leicht
Freigabe: Empfohlen ab 8 Jahren
Anzahl Spieler: 2-4
Vö-Datum: 15.01.2014
Homepage Hersteller: Kosmos

Copyright Cover: Kosmos



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.