Review

Rufus ist im Grunde genau das, was ein Held in einem typischen Computerspiel nicht sein sollte: Faul, egoistisch, zerstreut und durch seine (trotz mangelnden Talents) stets vorhandene Bastelwut immer eine Gefahr für andere.
Und er hat nur ein Ziel: Endlich weg von Deponia, dem Planeten, auf dem er sein Dasein fristet.

Deponia ist ein Schrottplanet, der von den Bewohnern des wohlhabenden Elysium regelrecht unterdrückt wird. Den Bewohnern von Deponia ist es strikt verboten, ihren Planeten jemals zu verlassen, ansonsten schreitet die Organisation Organnon ein und treibt den Fluchtwillen mit allen Mitteln aus. Doch das ist Rufus egal. Er will weg. Als eines Tages durch eine weitere seiner unzähligen Pannen die Elysianerin Goal auf Deponia landet, sieht Rufus seine Chance …

„Deponia – The complete Journey“ ist technisch gesehen ein Point & Click Adventure und knüpft stilistisch an Klassiker wie „Monkey Island“ an, denn die Welt von „Deponia“ ist gespickt mit schrägem Humor, der gerne auch Filme, Politik oder andere Spiele zitiert, sowie teilweise wirklich abgefahrenen Rätseln.

Gleichzeitig ist dieses Spiel in einem wunderschönen Comicstil gehalten, der das Auge stets erfreut.
Die einzelnen Szenerien sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet worden und wer genau hinsieht, entdeckt immer wieder amüsante oder liebenswerte Einzelheiten.

Der Soundtrack ist grandios und passt sich den jeweiligen Situationen hervorragend an.

Aber das technisch Beste an diesem Spiel ist wohl die Sprachausgabe. Jeder Satz wird wiedergegeben und alle Sprecher und Stimmen passen zu den jeweiligen Figuren wie die berühmte Faust aufs Auge.
Sicherlich liefert „Deponia“ keine 5.1 High-End Surround Sounds oder realitätsnahe Grafiken, diesen Anspruch hat das Spiel aber auch nicht. Es passt genau so, wie es ist.

Inhaltlich brilliert „Deponia“ mit einer mitreißenden Story, während der man die einzelnen Figuren sehr schnell ins Herz schließt. Insbesondere der Anti-Held Rufus wird einem trotz seiner unzähligen Macken schnell sympathisch.
Die Geschichte wird gekonnt erzählt und bleibt stets spannend, sodass es schwerfällt, sich von „Deponia – The complete Journey“ zu lösen.

Deponia: Müll soweit das Auge reicht. (Copyright: Daedalic Entertainment)

Deponia: Müll soweit das Auge reicht. (Copyright: Daedalic Entertainment)

Lediglich die Rätsel dieses Spiels sind – zumindest für Neulinge in diesem Genre – teilweise ein wenig happig. Es gibt zwar einen hilfreichen Questlog und wenn man sich genug umhört und umschaut, bekommt man auch wertvolle Hinweise, aber als Spieler von „Deponia – The complete Journey“ sollte man durchaus in der Lage sein, um die Ecke denken zu können. Dafür erlebt man nach jedem kniffligen Rätsel auch Erfolgsmomente, denn das Durchhaltevermögen der Spieler wird bei „Deponia“ stets gelobt. Immer wieder gibt es unterhaltsame Videosequenzen oder lustige kleine Musikvideos, die für zusätzliche Unterhaltung sorgen.

Die Box von „Deponia – The complete Journey“ ist randvoll gepackt: Neben der Tatsache, dass sich hinter diesem Titel alle drei Teile der „Deponia“-Trilogie verbergen, die nahtlos zu einem Spiel zusammengesetzt und optisch überarbeitet wurden, finden sich eine Bonus-DVD, drei Soundtrack-CDs, ein Poster und viele kleine Extras mehr in dem schmucken Karton. Für heutige Verhältnisse bietet „Deponia – The complete Journey“ zudem eine sehr lange Spielzeit von knapp 40 Stunden.

Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass sich alle Point & Click Freunde, an denen diese Reihe bisher vorbeigegangen ist, schleunigst dieses Game zulegen sollten. Auch Neulinge des Genres können gerne zugreifen und werden den Kauf mit Sicherheit nicht bereuen, denn bei „Deponia – The complete Journey“ hat Daedalic definitiv alles richtig gemacht.

Video

Beschreibung

Müll, Müll und noch mehr Müll. Das Leben auf dem Schrottplaneten Deponia ist alles andere als ein Urlaubsvergnügen. Kein Wunder also, dass Rufus die Nase gestrichen voll hat und daher mit einem haarsträubenden Plan nach dem anderen versucht, von diesem trostlosen Ort zu entkommen.

Als Rufus bei einem seiner Fluchtversuche auf Goal trifft und sich nicht nur in die schöne Frau aus Elysium verliebt, sondern sie auch gleich noch versehentlich aus ihrem komfortablen Sternenkreuzer schnurstracks auf den tristen Müllplaneten schubst, fasst er sogleich einen neuen Plan: Er muss es schaffen, Goal zurück in die schwebende Luxusstadt Elysium zu bringen – und wenn er schon dabei ist, kann er ja auch gleich in die Rolle ihres schmierigen Verlobten Cletus schlüpfen, der ihm aus irgendeinem Grund wie ein Ei dem anderen gleicht. Ein spannendes Abenteuer beginnt …

(Quelle: Daedalic Entertainment)

Systemanforderungen

Systemvoraussetzungen PC:
• Betriebssystem:Windows XP/Vista/7/8
• Prozessor:2.5 GHz (Single Core) oder 2 GHz (Dual Core)
• Speicher:2 GB RAM
• Grafik:OpenGL 2.0 kompatibel mit 256 MB RAM, Shader Model 2.0 (shared memory ist nicht empfohlen)
• DirectX:9.0c
• Festplatte:7 GB freier Speicher
• Soundkarte, DVD-Laufwerk, Maus

Systemvoraussetzungen Mac:
• Betriebssystem: MacOS X Lion (10.7)
• Prozessor: 2 GHz (Dual Core) Intel
• Speicher: 2 GB RAM
• Grafikkarte mit 256 MB RAM, Shader Model 2.0 (shared memory ist nicht empfohlen)
• Festplatte: 7 GB freier Speicher
• DVD-Laufwerk, Maus

Details

Hersteller: Daedalic Entertainment
Sprache: Deutsch (Spiel & Handbuch)
Schwierigkeit: Recht Hoch
Freigabe: FSK 6 / Pegi 12
Anzahl Spieler: 1
Vö-Datum: 03.06.2014
Homepage Hersteller: Daedalic Entertainment

Copyright Cover: Daedalic Entertainment



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.