Review

„Das Schwarze Auge“ ist wohl eines der bekanntesten Pen-&-Paper-Rollenspiele in Deutschland. Insbesondere in den 90er Jahren hat sich dieses System gewaltiger Beliebtheit erfreut und ist auch heute noch nicht totzukriegen.
Immer wieder gab es Auskopplungen in Form von Computerspielen, die auf dem Regelwerk des „Schwarzen Auges“ basieren und auch in dessen Welt stattfanden.

In diese unglaublich lange Reihe ist auch „Blackguards“ von Daedalic Entertainment einzuordnen. Versprochen wird auf der Packung einiges, ob die Versprechungen letztlich auch eingehalten werden können, schauen wir uns einmal genauer an.

Zuerst fällt natürlich die Grafik auf, die man als durchaus gelungen bezeichnen kann. Sicherlich ist sie nicht State of the Art und wird aktuelle Maschinen kaum fordern, man kann aber guten Gewissens behaupten, dass „Blackguards“ sehr nett aussieht.
Die Grundstimmung wird gut vermittelt und die insgesamt meist düsteren Farben sorgen für eine ansprechende, dem Genre entsprechende Atmosphäre.

Ebenfalls sehr gelungen ist die Sprachausgabe, auf die – wie bei den meisten Titeln aus dem Hause Daedalic Entertainment – sehr viel Wert gelegt wurde. Dementsprechend wurden sehr gute Sprecher verpflichtet, die allesamt einen hervorragenden Job machen. Lediglich einige Nebenfiguren klingen weniger gut, dies fällt aber kaum ins Gewicht.

Etwas schlechter sieht es beim Thema Charaktere aus. Zwar kann man sich zu Spielbeginn eine sehr individuelle Figur erstellen und sogar auf einen „Expertenmodus“ zurückgreifen, der (den Regeln von „Das Schwarze Auge“ folgend) dem Charakterbogen des Pen-&-Paper-Spiels entspricht, die Mitstreiter, welche im Laufe des Spieles unserem Helden zur Seite stehen, sind aber extrem flach und klischeebehaftet. Allein die Tatsache, dass sie allesamt offensichtlich eher Schurken und Verbrecher statt Gutmenschen sind, im Spielverlauf aber immer wieder Menschen in Not retten und furchtbare Monster töten, passt nicht ganz zusammen.
Zusätzlich sind die Profile jedoch sehr langweilig. Man ist recht schnell versucht, die Dialoge möglichst schnell hinter sich zu bringen, da diese keinerlei Spieltiefe bringen und eher langweilig und plump daherkommen.

Besser ist da schon die Hintergrundgeschichte des Spiels, aber auch hier hat man schon sehr oft deutlich Besseres gesehen. Irgendwie wirkt die Story ziemlich ausgelutscht und ist eine Mischung aus vielen, schon einmal dagewesenen Geschichten.

Die Schlachtfelder sind sehr gut ausgearbeitet. (Copyright: Daedalic Entertainment)

Die Schlachtfelder sind sehr gut ausgearbeitet. (Copyright: Daedalic Entertainment)

Ein wirkliches Highlight von „Blackguards“ ist allerdings das Kampfsystem.
Die einzelnen Schlachtfelder bestehen aus mehreren Feldern, auf welchen sich die Kontrahenten befinden. Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, wobei – ganz wie im physischen Vorbild – der Initiative-Wert einer Figur festlegt, wer beginnt.
Neben einer Vielzahl von Zaubern und Gegenständen, die man einsetzen kann, um seine Feinde kreativ auszumerzen, bietet jedes der ca. 200 Schlachtfelder Besonderheiten. Dies können mal benutzbare Gegenstände sein oder aber Situationen, die es während des Kampfes zusätzlich zu lösen gilt. Bei einer Situation, die sehr gut inszeniert ist, muss man beispielsweise vor einem sich stetig nähernden Nebel fliehen, damit dieser einem nicht das Leben nimmt.
Die Kämpfe sind definitiv ein Höhepunkt des Spieles und zeigen eindeutig, dass rundenbasierte Kämpfe immer noch kreativ weiterentwickelt werden können.
Leider gibt es in den Kämpfen keine Speicherfunktion und ganz dem DSA-Regelwerk entsprechend, werden diese ausgewürfelt, sodass es oftmals sehr frustrierend ist, wenn man einen Kampf zum x-ten Mal spielen muss, da einem das Glück bzw. die Würfel schlicht nicht hold waren. Hier hätte zumindest die Option zu speichern ein wenig Frustpotenzial genommen.

Insgesamt ist „Das Schwarze Auge: Blackguards“ also ein eher mäßiges Rollenspiel, welches allerdings mit einem ausgeklügelten und sehr spaßigen Kampfsystem aufwarten kann. Leider ist dieses Kernfeature – so gut es auch umgesetzt wurde – alleine kein Kaufgrund, sodass man sich eine Anschaffung überlegen sollte.

Teaser

Beschreibung

Was passiert, wenn die einzige Hoffnung einer bedrohten Welt keine strahlenden Helden sind, sondern eine Bande Abtrünniger und Krimineller?
Blackguards – das neue rundenbasierte RPG von Daedalic Entertainment – geht genau dieser Frage auf den Grund.

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines verurteilten Mörders, der in Begleitung einer Truppe aus mehr als zweifelhaften Gestalten die Welt vor einer düsteren Zukunft bewahren muss. Auf ihrer Jagd durch den wilden Süden Aventuriens, der Welt von „Das Schwarze Auge“, gilt es nicht nur zahlreiche blutrünstige Kreaturen aus dem Weg zu räumen. Stück für Stück entfaltet sich eine Story voller Intrigen und überraschender Wendungen. Immer wieder wird der moralische Kompass des Spielers auf die Probe gestellt. Ohne sich die Finger schmutzig zu machen ist Blackguards nicht zu gewinnen. Denn wenn man über Leben und Tod entscheiden kann, wie weit wird man gehen, um sein Ziel zu erreichen?

(Copyright: Daedalic Entertainment)

Blackguards – Homepage

Systemanforderungen

Minimum:
OS: Windows XP 32 Bit
Prozessor: 2 GHz Dual Core CPU
Speicher: 2 GB RAM
Grafik: ab nVidia GeForce 8600 / GT, ATI Radeon HD 2600 XT
DirectX: Version 9.0c
Festplatte: 20 GB freier Speicher
Soundkarte: DirectX 9.0c kompatible Soundkarte mit den neuesten Treibern

Empfohlen:
OS: Windows Vista SP2/Windows 7 SP1/Windows 8 (32/64 bit Version)
Prozessor: 2.4 GHz Quad Core CPU
Speicher: 4 GB RAM
Grafik: NVIDIA GeForce GTX 275, ATI Radeon 4
Festplatte: 20 GB freier Speicherplatz

Details

Hersteller: Daedalic Entertainment
Sprache: Deutsch (Spiel & Handbuch)
Schwierigkeit: Mäßig
Freigabe: FSK 12
Anzahl Spieler: 1
Vö-Datum: 24.01.2014
Homepage Hersteller: Daedalic Entertainment

Copyright Cover: Daedalic Entertainment



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.