Review

Oh Gott, nicht noch ein „Alien“-Spiel. Nach dem leider ziemlich schlechten „Aliens: Colonial Marines“ kommt das nächste Spiel vom Publisher SEGA. Anfänglich hat sich wirklich niemand dafür interessiert, da gerade Fans nach der Pleite genug davon hatten. Das „Alien“-Universum bietet doch so viel Material, um ein gutes Spiel zu kreieren und viele Spiele vorher haben das bewiesen („Aliens vs. Predator“). Als dann die ersten Trailer und Ingame-Szenen veröffentlicht wurden, gab es keinen Zweifel mehr: Dieses Spiel wird der Oberhammer. Es hatte zu dem Zeitpunkt alles: eine gute Story, einen ziemlich fiesen Gegner und eine dermaßen dichte und gruslige Atmosphäre, dass man kaum noch atmen konnte. Ob der Hype um „Alien: Isolation“ auch wirklich gerechtfertigt ist, lest ihr hier.

Story:
Amanda Ripley will nach 15 Jahren wieder die Spur ihrer Mutter Ellen aufnehmen. Der Flugschreiber der verschollenen Nostromo wurde gefunden und zur Raumstation Sevastopol gebracht. Mit einem Team fliegt sie dorthin, um endlich ihre quälenden Fragen los zu werden. Sie erhofft sich Antwort auf alles, was vorgefallen ist. Leider mündet das Ganze in einem großen Alptraum. Die Sevastopol ist ein völliger Schrotthaufen. Ganze Stationen sind defekt, diverse Geräte auch und das einzige Ziel ist, dort wieder lebend herauszukommen.

Gameplay:
Womit wir auch schon zum zweitwichtigsten Fakt eines Survival Horror Games kommen. Ja, „Alien: Isolation“ ist kein Shooter, für die die „Alien“-Videospielreihe bis dato bekannt war, dennoch spielen wir in First Person.

Als Einzelkämpfer unterwegs, bieten sich einem meist keine erfreulichen Anblicke. (Copyright: SEGA / Creative Assembly)

Als Einzelkämpfer unterwegs, bieten sich einem meist keine erfreulichen Anblicke. (Copyright: SEGA / Creative Assembly)

Das Gameplay ist gerade in den ersten Stunden ziemlich ermüdend. Gerät A ist defekt, deshalb muss die Stromversorgung aus Raum C wieder hergestellt werden, da über Gerät A auch Gerät B verwendet werden kann und sich die Tür öffnet. Das frustet, denn scheinbar sind alle anderen außer Amanda zu unfähig, das zu machen. Wir sind größtenteils daran interessiert, die Arbeit für andere zu übernehmen und allem und jedem zu helfen. Wenn wir jemanden lieb gewonnen haben, dann verhält sich das Ganze wie in „Game of Thrones“: Mag man jemanden, stirbt er. Abgesehen davon fühlt man sich aber allein. Das genau vermittelt „Alien: Isolation“ mit seinem Setting. Eine riesige Raumstation im All ohne Hoffnung auf Leben.

Das Ganze wird durch die verschiedenen Gegnertypen natürlich nicht einfacher gemacht. Amanda hat aber das Glück, nicht ganz dumm zu sein und immer wieder verschiedene Items zusammenbasteln zu können. In der Bastelanleitung sind Pläne für Klassiker wie Medi-Kits, Molotowcocktails oder Geräuschbomben. Ihre Bauteile dafür findet sie in Schränken oder wild verstreut in der Spielwelt. Dazu muss man sagen, dass die Gegenstände gerade am Anfang eigentlich keiner Beachtung wert sind. Man benötigt sie nicht, da man alles gut im Schleichmodus bewerkstelligen kann. Zu den verschiedenen Gegenständen gesellen sich noch allerhand Waffentypen. Darunter ein Revolver oder eine Schrotflinte. Später im Spiel wird es auch noch feurig.

Die besagte Langeweile vom Anfang lässt erst nach ein paar Spielstunden nach. Dann öffnet sich das Spiel jedoch so richtig. Der Psychoterror geht los, sobald man das erste Mal Kontakt mit dem heimlichen Star dieser Show hat und sich mit anderen feindlich gestimmten Gesellen rumärgern darf.

Zum Öffnen von Türen wird immer eine Erklärung geliefert, welche Aktion man nun ausführen muss. Das ist nötig, denn fast jeder Türtyp verlangt eine andere.

Mittlerweile klassische Quick Time Events (QTEs) gibt es eher selten. Im direkt Kontakt mit dem übermächtigen Xenomorph hat man so oder so keine Chance. Da hilft nur der Weg in den nächsten Schrank oder die nächste Kiste, um dort auszuharren. Kommt das Alien näher, muss zusätzlich der Atem angehalten werden. Vergisst man das, ist es vorbei mit der Blackbox Sucherei.
So oder so ist man ziemlich schnell gefrustet, denn, darauf kann man sich einstellen, der Tod ist dein ständiger Begleiter. Viele Stimmen werden laut, dass die Gegner ziemlich mächtig sind und gar der Xenomorph übermächtig und teilweise unfair. Gut, das mag sein, wenn man „Call of Duty 1 bis …“ gewohnt ist. In „Alien: Isolation“ muss man vorsichtig vorgehen und seinen Bewegungstracker immer im Blick haben. Sollte man sich entscheiden, in einem der vielen Lüftungsschächte sein Glück zu versuchen, um an Gegnern vorbeizugehen oder weil man muss, dann ist das auch kein Garant fürs Überlegen; auch da schnappt uns unser großer Freund. Schreckmomente gibt es obendrein, wenn dieses Vieh dann von vorn auf einen zugelaufen kommt.

Als Alternative zum Singleplayer gibt es noch den Überlebensmodus. Hier durchstreift man Missionen, die an den ersten „Alien“-Film angelehnt sind.

Im Allgemeinen herrscht ein apokalyptischer Zustand.

Gegnertypen:
Grandiose Überleitung in die Gegenersparte. Wir haben es mit nicht vielen Typen zu tun, dafür sind die aber alle nicht gerade auf die leichte Schulter zu nehmen.

Da bahnt sich Ärger an ... (Copyright: SEGA / Creative Assembly)

Da bahnt sich Ärger an … (Copyright: SEGA / Creative Assembly)

Xenomorph kennen wir nun schon, hier gilt: RÜCKZUG!
Zur Besatzung der Sevastopool gehören Androiden der Firma Weyland-Yutani, die viele Technologien herstellen, eben also kleine Helfer. Allerdings wurden diese umprogrammiert und ihre neuen Ziele sind nun Menschen.

Als fast harmlos kann man die menschlichen Gegner sehen. Meist reichen da zwei Schüsse oder ein Treffer mit dem Elektroschocker.

Ganz unschön sind die aus dem „Alien“-Universum bekannten Facehugger. Hier gilt: sind sie in der Nähe, dann nimm Feuer in die Hand. Bist du nicht schnell genug, so landen sie einen Instant Kill.

Atmosphäre:
Hier kann „Alien: Isolation“ so richtig auftrumpfen. Eine Hommage an die „Alien“-Fans.
Die Räume sind beklemmend, für den einen oder anderen langweilig, aber die Raumschiff-Stimmung wird voll eingefangen. Da es eigentlich die ganze Station zerlegt hat, liegen überall Trümmer und Abfall rum. Darunter auch Schrott, den wir wiederum nutzen können.

Am stärksten fallen natürlich die Momente in engen Gängen mit wenig Licht und dem Alien im Nacken aus. Hier könnte man zwar ein Licht anmachen, jedoch zieht man damit die Aufmerksamkeit auf sich. So wiegt man bei manch einer Aktion ab, ob es wirklich nötig ist. Schießt man mit dem Revolver, wissen nicht nur umliegende Gegner, sonder auch der Xenomorph, wo man sich befindet.

Da die Geschichte anfangs etwas zäh daherkommt, stehen überall Terminals der Sevastopool herum, auf denen Logdateien sowie Audiofiles gespeichert sind. Nach und nach wird so das Leben auf der Station verdeutlicht. Zusätzlich können diverse Ausweise der Besatzung gesammelt werden, um auch diesen Trieb zu stillen.

Das ganz große Kino fährt das Spiel jedoch erst in den letzten Missionen auf. Viele Explosionen, viel Verzweiflung und alles droht schiefzugehen. Als Spieler selbst möchte man nur raus aus der Höhle. Selbst das Alien wird zunehmend aggressiver.
Apropos Alien, das schlängelt sich wunderbar von A nach B und kann durch Realismus überzeugen. Dagegen fällt dieser Punkt bei den anderen NPCs etwas mau aus. Auch wenn diese grafisch gut umgesetzt sind, sind ihre Bewegungen doch ein wenig hölzern.

Da spielt auch der Sound mit rein. Wo der Soundtrack unfassbar dicht und förderlich für die Story ist, so können die Stimmen im Deutschen nicht so recht überzeugen. Öfter kam es zu Soundfehlern und Hängern in der Grafik.

Grafik:
Heute ist Tag der Überleitung. In puncto Grafik haben wir ganz einfach das Problem, dass „Alien: Isolation“ nun noch für die alte Konsolengeneration herauskommt. Es sieht gut aus, keine Frage, jedoch sind die Ruckler teilweise heftig. Auf der von uns getesteten PS4 Version musste sich jede Cut-Scene erst einmal einruckeln, bevor diese konstant lief. Das Gleiche passierte nach fast jedem Speicherpunkt. Einmal gab es sogar einen Framerate Einbruch auf 2-3 Frames. So etwas dürfte auf der aktuellen Konsolengeneration nicht passieren, da wurde also nicht korrekt angepasst. Wahrscheinlich gab es mal wieder Zeitdruck und alles musste zum Abgabetermin fertig werden.

Die Charaktere sind grafisch top, in den Bewegungen teilweise aber etwas hölzern. (Copyright: SEGA / Creative Assembly)

Die Charaktere sind grafisch top, in den Bewegungen teilweise aber etwas hölzern. (Copyright: SEGA / Creative Assembly)

Die Detailverliebtheit der Entwickler ist dennoch beachtlich. Sofern das Licht aus dem Universum in die Station scheint, kommen die Schatten und Texturen gut zur Geltung. Selbst die Partikeleffekte können glänzen, zumindest aus der Ferne. Stromstöße aus defekten Kabeln werden gut wiedergegeben, von Nahem ist es jedoch nur ein Grafikbrei.
An ein bis zwei Stellen fanden sich fliegende Objekte, in Form einer Fernbedienung, die einfach im Raum stand. Das ist nicht schön, aber zu verschmerzen.

Großartig sind auch die paar Momente, in denen man in der Vergangenheit oder in Außenarealen zugange ist. Rumwirbelnder Wind, Staub oder gar ganze Raumschiffteile schwirren im All herum und man hat das Gefühl dieser gewaltigen Umgebung. Dieser Kosmos ist einfach ungeheuer riesig und man selbst ist nur ein kleines Licht.

Im Großen und Ganzen läuft „Alien: Isolation“ recht stabil. Eventuell werden ein paar Patches bei existenten Problemen noch Abhilfe schaffen.

Fazit:
„Alien: Isolation“ ist genau das, was die Entwickler bzw. Sega uns versprochen haben. Wir werden Angst haben, uns fürchten und jeden Schritt zweimal überlegen. Grafik und Atmosphäre sowie der Soundtrack sind stimmig. Einzig der zähe Einstieg hätte etwas spannender gestaltet werden können.
Fans der Serie sollten hier ohne Nachfrage zugreifen. Freunde des gepflegten Survival Horrors à la „Outlast“ oder gar „Slenderman“ werden auch ihre Freude dran haben. Am wichtigsten finde ich allerdings, dass dieses Spiel das Interesse an dem „Alien“-Universum geweckt hat. Wer hat jetzt keine Lust, sich alle „Alien“-, „Alien vs. Predator“- und „Prometheus“-Filme anzuschauen?

Trailer

Cinematic Trailer

Beschreibung

Überlebe eine immerwährende tödliche Bedrohung! Entdecke die wahre Bedeutung von Angst in Alien: Isolation – Survival Horror in einer Atmosphäre von ständiger Bedrohung und tödlicher Gefahr. 15 Jahre nach den Ereignissen von AlienTM macht sich Ellen Ripleys Tochter Amanda auf die Suche nach ihrer mysteriöserweise verschwundenen Mutter und gerät dabei in einen verzweifelten Kampf um ihr Überleben.

Als Amanda schlägst du dich durch eine immer feindlicher werdende Umgebung, in der du es nicht nur mit einer panischen und verzweifelten Bevölkerung zu tun hast, sondern auch mit einem unvorhersehbaren, brutalen Alien.

Unterlegen und unvorbereitet gilt es, das Beste aus dem Vorhanden herauszuholen, zu improvisieren und das Köpfchen zu gebrauchen – nicht nur, um die Mission zu beenden, sondern um einfach nur am Leben zu bleiben.

Überlebe eine immerwährende tödliche Bedrohung – Erfahre die ständige Angst, wenn ein komplett dynamisches und reagierendes Alien seine Sinne benutzt, um dich zu jagen und auf jeden deiner Schritte reagiert.

Improvisiere, um zu überleben – Hacke dich in System, nutze lebensnotwendige Ressourcen und baue deine eigenen Gegenstände, um mit jeder Situation fertig zu werden. Umgehst du deine Feinde, lenkst du sie ab oder trittst du ihnen von Angesicht zu Angesicht gegenüber?

Erkunde eine Welt voller Geheimnisse und Verrat – Tauche ein in die detaillierte Umgebung von Sevastopol, einem ehemaligen Handelsposten am Rande des Weltraums. Begegne seinen zahlreichen Bewohnern in einer Welt, die von Angst und Misstrauen geprägt ist.

(Quelle: Amazon)

Alien: Isolation – Homepage
Alien: Isolation – Facebook
Alien: Isolation – Twitter

Systemanforderungen

Minimale Systemanforderungen:
Betriebssystem: Windows 7 (32bit)
Prozessor: 3,16 Ghz Intel Core 2 Duo E8500
RAM: 4GB RAM
HDD: 35GB
Grafikkarte: 1GB DirectX 11 (AMD Radeon HD 5550 oder Nvidia GeForce GT 430)
Breitband-Internet

Empfohlene Systemspezifikationen:
Betriebssystem: Windows 7 (64bit)
Prozessor: AMD: Phenom II X4 955 – 4 Core, 3.2 GHz oder INTEL: Core 2 Quad Q9650 – 4 Core, 3.0 Ghz
RAM: 8GB RAM
HDD: 35GB
Grafikkarte: 2GB DirectX 11 (AMD GPU: AMD Radeon R9 200 Series oder Nvidia gpu: GeForce GTX660)
Breitband-Internet

Details

Hersteller: SEGA Bytes
Sprache: Deutsch (Spiel & Handbuch)
Schwierigkeit: Mäßig bis Schwer
Freigabe: FSK 18
Anzahl Spieler: 1
Vö-Datum: 07.10.2014
Homepage Hersteller: SEGA Bytes

Copyright Cover: SEGA



Über den Autor

Marcus
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