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19. Dezember 2015

Review: fon über „Sound Awake“ (Karnivool)

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Verfasst von: Conny
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Dieses Mal kamen die Leipziger Senkrechtstarter fon unserem Wunsch nach einem Gastbeitrag für unsere Rubrik „VIP-Lounge“ nach und stellen Euch im Folgenden das Album „Sound Awake“ von der Band Karnivool vor.

Detailliertere Informationen rund um fon selbst findet Ihr unter diesem Artikel.
Ein Review zur aktuellen fon-EP „Solution“ gibt es hier nachzulesen.

 

Karnivool – „Sound Awake“

 

"Sound Awake" von Karnivool (Copyright: Smi Col / Sony Music / Karnivool)

„Sound Awake“ von Karnivool (Copyright: Smi Col / Sony Music / Karnivool)

Karnivool sind eine Band, die uns in den letzten Monaten viel beschäftigt hat. Ihre Alben liefen auf dem Weg zu Gigs hoch und runter. Wieso? Ihr spannender Mix aus Alternative und Progressive Metal in Verbindung mit dem glasklaren Gesang machen die Australier für uns so einzigartig.

Klar, es gibt verschiedene Fixpunkte in ihrer Musik, an der man Einflüsse festmachen kann. Ein bisschen Tool, ein wenig von Thrice und etwas dredg und schon hat man den Sound von Karnivool. Schön, wenn sich alles so einfach erklären lassen würde. Macht es aber nicht. Ihr 2009er Album „Sound Awake“ zeigt das deutlich.

Bereits der erste Track „Simple Boy“ macht gleich zu Beginn klar, wohin die Reise gehen wird. Jon Stockman haut so dermaßen derbe in die Bass-Saiten, dass bei laut aufgedrehter Anlage ein jeder Untermieter seine Freude haben wird.
Generell ist das ganze Album in seinen harten Momenten sehr wuchtig, verliert aber trotzdem nie die Finesse. Die zeigt sich besonders in den vielen kleinen einzelnen Melodien und Variationen, die jedes Instrument (ja, auch das Schlagzeug…) permanent abliefert. Karnivool haben scheinbar für jeden Song sehr viele Ideen. Diese wirken aber nie zu viel, sondern ergänzen sich eher und prägen den Sound des Albums. Die beiden Gitarristen Drew Goddard und Mark Hosking duellieren sich in jedem Song kongenial mit kleinen, aber feinen Einfällen, fernab jedes Standard-Rock-Geschrubbels. Hört einfach mal auf Gitarre und Bass bei „New Day“ und ihr wisst, was wir meinen …

Dass „Sound Awake“ nicht das Problem von so vielen Progressive-Alben ereilt, zu verworren, zu gewollt oder sperrig zu klingen, kommt zum Großteil vom Drumming. Was Schlagzeuger Steve Judd da an Pattern und Fills auf Lager hat, hält den ganzen Laden zusammen und weiß trotzdem, an den richtigen Stellen mit krassen Parts von der Leine gelassen zu werden, nur um runtergeklappte Kinnladen bei geneigten Hörern zu hinterlassen. Packt man obendrauf noch als Sahnehäubchen den Gesang von Ian Kelly, der es schafft in den schon ziemlich dichten Arrangements immer noch seinen Platz mit super-eingängigen Parts (eben „New Day“ oder „All I Know“) und tiefgängigen Texten (z.B. „Goliath“) zu behaupten und dem Gesamtsound die Krone aufzusetzen.

Was macht also Karnivool und speziell dieses Album für uns so besonders? Es ist die Herangehensweise, dass trotz aller musikalischen Ideen der Song trotzdem immer im Vordergrund steht. Dass hier der schmale Grat zwischen Eingängigkeit und Sperrigkeit, zwischen straight-forward und komplex und damit schlussendlich zwischen Bauch und Kopf so gekonnt beschritten wird, dass man davor nur den Hut ziehen kann. Karnivool zeigen, dass progressive Musik direkt ins Ohr gehen kann und auch nach dem 100sten Hören immer noch Spaß macht.
Wer möchte, kann sich auch den 2013er Nachfolger „Asymmetry“ reinziehen, der noch selbstständiger und losgelöster von gegangenen musikalischen Wegen wirkt. „Sound Awake“ bleibt für uns trotzdem vorerst der Höhepunkt in Karnivools Schaffen.

Wir ziehen uns dann mal zurück und lassen euch mal in Ruhe ins Album reinhören … „You’re free to gooooooooo“

fon

Katha//Richie//Robby//Tim

Beispielsong:

Weitere Informationen unter Karnivool – Homepage

Text: fon exklusiv für DeepGround

 

Über fon

Die Band fon hat sich 2013 in Leipzig gegründet und hat gerade in der letzten Zeit mächtig an Fahrt gewonnen. Zusammen wollen Katharina Helmke (voc/git), Robby Kranz (git/voc), Tim Vollmann (ba/voc) und Richiee Syhre (dr/voc) es wissen und haben auf der Suche nach dem individuellen Sound ihren ganz eigenen Weg durch die Stilrichtungen gefunden.

fon heißt „far or near“ und dieser Name ist in jeder Hinsicht Sinn gebend für ihre Musik. Man kann sich in den unendlichen Weiten der delaygefütterten, verzerrten Gitarren und den gelegentlich vertrackten Beats vollkommen verlieren, wird aber schon im nächsten Moment durch Ausraster, die an der Seele kratzen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. In progressive Arrangements eingebettet, erzählen Texte zusammen mit eingängigen Melodien, mal fragil, mal kraftvoll und wütend, von Sehnsucht, Verzweiflung und Leidenschaft, aber geben auch klare Statements zu gesellschaftskritischen Themen und politischen Ansichten.

fon schaffen es eine Brücke vom Alternative zum Postrock zu schlagen über die ein sanfter Hauch von Progressive Rock und Melodien anspruchsvoller Popmusik weht.
All das haben sie auf ihrer EP „Solution“ festgehalten, die in detailverliebter Eigenproduktion entstanden ist und am 09. Oktober 2015 erschienen ist.

(Quelle: fon, Homepage)
(Copyright Artikelbild: Jörg Singer / fon)

Diskografie

2015 – Solution (EP)



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde




 
 

 

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