Review

Dem Debütalbum „Put Your Hands Where I Can See Them“ 2010, der erweiterten Fassung des Erstwerks 2012 und erfolgreichen Liveauftritten folgte im Hause Yashin zunächst einmal eine Zwangspause. Akkus wurden aufgeladen, Energien gesammelt und schließlich auf dem Album „The Renegades“ gebündelt, das nun die Rückkehr der Band in der Musiklandschaft markiert.

Bei den Schotten vermutet man musikalisch gesehen eher eine amerikanische Herkunft, aber das Sextett beweist, dass man auch in Glasgow die Felle und Saiten zum Bersten sowie die Stimmbänder zum Glühen bringen kann. Dass dies sound- und somit produktionstechnisch ebenfalls gut zum Ausdruck gebracht wird, ist mit dem Label Sony Music im Rücken zu erwarten gewesen.

Aggression, Härte und Melodie befinden sich auf „The Renegades“ im ebenso steten Wechsel wie die Betonung ihres Metalcore und Alternative Metal Ansatzes.
Und auch wenn sich Yashin mit ihren hier präsentierten zwölf Songs nicht unbedingt von ihren Genrekollegen abheben, so verstehen sie es dennoch, ihre Titel mit zahlreichen Details und stilistischen Trademarks zu spicken.

Breakdowns, Screams, Growls, Klargesang und Doublebassattacken bündeln Yashin auf „The Renegades“ derart, dass jeder schnellere Titel vor Energie überquillt.
Ein „Stockholm Sinner“ versprüht darüber hinaus einen gewissen Live-Charme und deutet damit an, was man bei einem Konzert der Band zu erwarten hat.

Yashin (Copyright: Yashin)

Yashin (Copyright: Yashin)

Die Gesangparts, die sich Harry Radford und Kevin Miles teilen, wirken in ihrer Kombination von gutturalen Parts, „gesprochenen“ Limp Bizkit-Versatzstücken (wie z.B. in „Dorothy Gale“, der ersten Single, zu der bereits ein Musikvideo veröffentlicht wurde, zu hören) und melodischen Clean Vocals sehr harmonisch und im ausgewogenen Verhältnis dargeboten. Einzig frauenstimmliche Nuancen können die beiden ihren Kehlen nicht entlocken, und so holte man sich beispielsweise für die Songs „Circle The Sun“, eine Ballade, die den Abschluss von „The Renegades“ bildet, und „Mocking Bird“, der mit knapp zwei Minuten Spielzeit eher einen Interlude-Charakter besitzt, weibliche Verstärkung am Mikro.

Yashin gehen auf „The Renegades“ nicht nur den Weg, Ohrwürmer parat zu halten, auch wenn es durch den melodischen Alternative Metal Anteil an ihnen nicht mangelt, mehr transportieren sie aber ihre Spielfreude und scheinbar neu gewonnene Energie an die Hörer. Diesbezüglich mangelt es jedoch insofern an Konsequenz, als dass sie sich ab der Mitte des Albums verstärkt bzw. immer mal wieder von einer ruhigeren Seite präsentieren. Immer dann droht der Band, ihre Hörer ein wenig zu verlieren. Wer aber dieser Abwechslung offen gegenübersteht, der hält mit „The Renegades“ ein hervorragendes Album in den Händen, das zum Wiederspielen einlädt.

Video

Tracklist

01 Spreading This Disease
02 The Beginning of the End
03 Dorothy Gale
04 D.E.A.D
05 The Renegades
06 Vultures
07 Mocking Bird
08 Stockholm Sinner
09 Long Live Salvation
10 Dead Spells
11 Play Me
12 Circle The Sun

Details

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Label: Sony Music / Columbia
Vö-Termin: 26.02.2016
Spielzeit: 38:35

Copright Cover: Sony Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde