Review

Das Münchner Duo Yage, bestehend aus den passionierten Bergsteigern Daniel und Benjamin, bleibt seinem Konzept, Bergtouren musikalisch zu vertonen, auch nach ihrem Debüt „Hochnissl“ offenkundig treu und beweist mit dem neuen Album „Nordwand“ erneut seine Experimentierqualitäten.

Deutschsprachiger >Bergrock<

Deutschsprachiger Progressive Rock mit Einflüssen aus dem Metal, Stoner, Indie und Post-Rock stehen bei ihrer Tour auf dem Programm – und was wäre da passender, als diese unterschiedlichen Stilelemente unter dem eigen kreierten Genrenamen „Bergrock“ zu versammeln.

Grundsätzlich beherbergt „Nordwand“ daher eine sehr gute Idee, die großteils auch gut umgesetzt wurde.

Teils inkonsequente Songnamen

Erwartet man somit einen musikalischen Aufstieg in schwindelnde Höhen, wird man zwar nicht enttäuscht, aber ein paar „lockere Steine“ an der Steilwand sitzen da dann doch.
Da wäre beispielsweise die Auswahl der Titel wie „Indianer“ oder „Maschine“, die – im Kontext des Gesamtkonzepts des Albums – eher irreführend sind. Das zieht sich durch die gesamte Veröffentlichung und vermittelt stellenweise nicht den Eindruck, etwas mit dem Bergsteiger-Jargon zu tun zu haben.

Voluminöser Klang-Aufstieg

Musikalisch nimmt das Duo aber den Hörer mit auf einen steilen und voluminösen Klang-Aufstieg, der lebendig und dynamisch daherkommt und mit dem „kleinen und großen Lafatscher“ vielversprechend beginnt.

Auch im weiteren Verlauf enttäuscht „Nordwand“ nicht.
Die Post-Rock-Qualitäten schlagen durch, werden aber nicht kitschig und passen insgesamt sehr gut ins Konzept.
Entsprechend der progressiven Note wird Komplexität in einigen Titeln großgeschrieben. Dies äußert sich vor allem in stetigen Tempo- und Rhythmuswechseln, die für Abwechslung sorgen.

Prog Rock meets Rap-Rock

Yage (Copyright: Yage)

Eine eher ungewöhnliche Kooperation stellt schließlich noch der Song „Zwicker“ dar. Die – wie auch Yage – ebenfalls beim Label Hicktown Records unter Vertrag stehende Rap-Rock-Band K-STE unterstützt das Duo in diesem Song und verpasst dem Titel einen ganz eigenen Touch, sodass der Track aus „Nordwand“ deutlich heraussticht. Ob positiv oder negativ ist vom persönlichen Geschmack des Hörers abhängig. Ein eigenes Urteil kann man sich durch die Veröffentlichung des im Vorfeld herausgebrachten Musikvideos zum Song bilden.

Fazit

Klanggewaltig und facettenreich – hat was!

Video

Tracklist

01 Kleiner Lafatscher
02 Großer Lafatscher
03 Antiheld
04 Zwicker (feat. K-STE)
05 Planet Broesel
06 Nordwand
07 Indianer
08 Maschine
09 Lumen
10 Rauher Knoell
11 Kaputt
12 Moserkar
13 Siljan

Details

Yage – Homepage
Yage – Facebook

Label: Hicktown Records / Cargo Records
Vö-Termin: 18.01.2019
Spielzeit: 67:44

Copyright Cover: Hicktown Records



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.