Review

Für Hardrock Gelegenheitshörer bieten X-Drive auf ihrem Debüt „Get Your Rock On“ mitunter einiges, was das Album recht schnell in Vergessenheit geraten lässt. Fans des Genres hingegen und solche, die alles aus dem Hardrock-Bereich sammeln, finden in dem Silberling ein mehr als empfehlenswertes Album.

Zugegeben, die Texte wirken ein wenig abgegriffen und orientieren sich zumeist an gängigen Klischees, das Coverartwork könnte aus den 80ern stammen und auch musikalisch wirkt „Get Your Rock On“ alles in allem nicht neu, dafür stechen aber immer wieder einige Songs äußerst positiv hervor, darunter vor allem die Balladen und balladesken Titel. Diese könnten glatt ihren Platz in Axel Rudi Pells „The Ballads“-Albumreihe haben, denn Songs wie beispielsweise ein „Fly Beyond The Angels“ oder das entschleunigte „Baby Bye Bye“ sind auf ganzer Linie gelungen. Fast könnte sich der geneigte Hörer im Verlauf von „Get Your Rock On“ wünschen, die Band hätte – aufgrund des Talents der Band für große Melodien und Gefühle – ein reines Balladenalbum veröffentlicht.

Dass dem natürlich nicht so ist, sondern X-Drive vielmehr versuchen, Abwechslung auch in Sachen Tempo auf das Album zu bringen, beweisen Titel wie „Lay Me Down“ und das retro-angehauchte „Love Breaks The Fool“.
Ordentliche Gitarrenriffs gibt es mit dem Titeltrack auf die Ohren. In „California“ bedient man sich stellenweise außerdem an gesanglichen Elementen, mit denen Guns N‘ Roses schon gut gefahren sind, während „Just Can’t Say“ ein Highlight gegen Ende darstellt. Denn auch dieser Titel fällt aus dem Gros der hier gebotenen Songs heraus und weiß durch einen schleppenderen Strophenrhythmus und einem akzentuierten Refrain, der live sicherlich Hymnenpotenzial besitzt, zu gefallen.

X-Drive (Copyright: X-Drive)

X-Drive (Copyright: X-Drive)

Zu bemerken ist aber auch, dass X-Drive mit „Get Your Rock On“ ein Album veröffentlichen, das beim ersten Hören noch nicht richtig zünden will. Zwar neigt man hin und wieder gerade durch den AOR-Touch und die eingängigen Passagen zum Mitwippen, mehr als ein Sitztanz wird daraus aber zunächst nicht. Dies ändert sich erst, wenn man den Silberling ein paar Mal im Player rotieren lassen hat. Langsam aber sicher springt dann der Funke über, der aus einem soliden Album ein wirklich gutes Album macht. Auch wenn einige Songs recht highlightarm ausgefallen sind und die Songs einem irgendwie aus früherer Zeit von anderen Bands (natürlich nicht exakt gleich, aber ähnlich) bekannt vorkommen, so sollten Genre-Freunde doch ein Ohr riskieren.

Video

Tracklist

01 Love’s A Bitch
02 Get Your Rock On
03 Steppin On The Rock
04 Baby Bye Bye
05 California
06 Lay Me Down
07 Turn The Noize Down
08 Fly Beyond The Angels
09 Rattlesnake Eyes
10 Just Can’t Stay
11 Change Of Heart
12 Love Breaks The Fool

Details

X-Drive – Homepage
X-Drive – Facebook

Label: Frontiers Records
Vö-Termin: 22.08.2014
Spielzeit: 45:19

Copyright Cover: Frontiers Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde