Review

Wolves Den schauen mit ihrem Album „Deus Vult“ über die Grenzen des normalen Black Metal hinweg und vollbringen hier ein Werk mit viel Atmosphäre und Allüren des Death Metal. Zeigt man sich den Elementen gegenüber offen, werden die neun Songs sicherlich auch für diejenigen etwas mitbringen, die im Black Metal nicht allzu bewandert sind.

Es ist vor allem die Zugänglichkeit, die „Deus Vult“ ausmacht. Die Band praktiziert zwar an vielen Stellen üblichen Black Metal mit hämmernder Snare und den typischen Gesangsmustern, fährt sich allerdings nie auf dieser Schiene fest. So ist bereits „Gedeih und Verderb“ mit viel Groove dabei, die Platte gebührend einzuleiten.

Auch das Riffing gestaltet sich überraschenderweise nicht annähernd einseitig. Das Tremolo bahnt sich regelmäßig seinen Weg durch den Sound, aber nicht ohne zwischendurch mal anzuhalten und neue Strukturen zuzulassen. Wer dennoch die reine Black Metal Essenz für sich finden möchte, der wird beispielsweise mit „Dysterborn“ nicht enttäuscht werden.

Ein weiterer positiver Aspekt an „Deus Vult“ ist der Einsatz von epochalen Stilmitteln wie Streichinstrumenten und Chören; etwas, das viele Bands für sich nutzen, um Atmosphäre zu schaffen und damit nicht gerade die Innovation des Genres. Wolves Den lassen hier jedoch alles sehr voll klingen und bringen zudem noch die passenden Übergänge für die Songs. Dadurch kommt die musikalische Intention viel authentischer rüber. Insbesondere im Titeltrack „Deus Vult“ arbeitet die Band damit und verleiht der Musik etwas Okkultes.

Wolves Den (Copyright: Wolves Den)

Wolves Den (Copyright: Wolves Den)

Ein paar Mal gestaltet sich das Album dann doch etwas einseitig und vorhersehbar. Es sind allerdings keine bestimmten Momente, die den Hörer überraschen, sondern die Tatsache, dass die Songs als Ganzes wirken sollen. Und das läuft bei den Jungs reibungslos.

Die Spielzeit der einzelnen Titel liegt wiederum kaum im Normalbereich. Fünf bis sieben Minuten sind keine Seltenheit, dennoch kommt dem Zuhörer dies viel kürzer vor; wohl aufgrund des abwechslungsreichen Songwritings.

„Deus Vult“ bringt alles mit, was man von einem Album erwartet – und sogar noch mehr. Da die Band über die eigenen Grenzen hinausschaut und zudem auch noch dort agiert, erschließen sie sich dadurch sicherlich einen größeren Kreis an begeisterten Zuhörern. Wolves Den klingen somit authentisch und verfolgen ein dauerhaft zündendes Konzept.

Video

Trackliste

01 Via Iustorum
02 Gedeih und Verderb
03 Schwarzes Firmament
04 Deus Vult
05 Grau wird Nebel
06 Dysterborn
07 Sieche
08 VobisCum
09 Mortis

Details

Wolves Den – Homepage
Wolves Den – Facebook

Label: Eigenvertrieb
Vö-Termin: 03.04.2015
Spielzeit: 46:29

Copyright Cover: Wolves Den



Über den Autor

Christopher