Review

„Machina Viva“ lautet der Name des aktuellen Albums von den Progressive Rockern Wolverine, das alles andere als maschinell klingt. Vielmehr erzeugen die dichten Klangteppiche der insgesamt neun Songs eine emotionale, lebhafte und gleichzeitig ruhige Atmosphäre.

Diese gelingt Wolverine, indem die Band das gesamte Werk sehr seicht und leise angelegt hat, es jedoch immer wieder in verspielten Momenten münden lässt, die für Dynamik und musikalische Schnörkel sorgen.
Genügend Platz für die progressiven Strukturen ist auf dem Album vorhanden, denn nur im Ausnahmefall „Pile Of Ash“ als Cello Version unterschreitet man die Fünf-Minuten-Marke. Davon abgesehen bleiben die Songs episch in ihrer Länge, aber dennoch überschaubar während des Hörens.

Pendeln sich die Titel zwischen fünf und neun Minuten Spielzeit ein, präsentieren Wolverine mit „The Bedlam Overture“ gleich zu Beginn ein Mammutstück von knapp 15 Minuten Laufzeit. Auch dieses bildet eine Ausnahme, denn obschon man im weiteren Verlauf immer mal wieder auf ausgiebige instrumentale Passagen stößt, fallen sie zu keinem Zeitpunkt mehr derart lang aus wie im Opener.
Jener baut die sich durchgehend fortsetzende Stimmung auf und weist dem Hörer die Richtung, die Wolverine auf „Machina Viva“ gehen.

Stark in der Produktion, stark in den Melodien und mit reichlich Gefühl versehen setzt die Band ihre Tracks in Szene. Dabei passt sich auch der Gesang der Atmosphäre des Albums an, sodass zarte, leise Töne dominieren, während sich auch die Backingvocals wenig aufdringlich geben.

Die Folge ist ein angenehmes Hörerlebnis, das jedoch Gefahr läuft, zu sehr in den Hintergrund zu rutschen. Insbesondere aufgrund der Ruhe, die selbst die quirligen Passagen ausstrahlen, empfiehlt es sich, Zeit mitzubringen und am besten Kopfhörer zu nutzen, um sich ganz auf das Album einzulassen.

Wolverine (Copyright: Wolverine)

Wolverine (Copyright: Wolverine)

Der Zugang zur Musik fällt hingegen – anders als bei einer Vielzahl an Progressive Alben – nicht schwer. Sowohl die partiell eingesetzten Streicher als auch die verspielten Instrumentalparts holen die Hörer genauso ab wie das Zusammenspiel aus Melodie und Sanftmut der Titel. Lässt man sich also auf „Machina Viva“ ein, verlieren auch die Songstellen nichts an Spannung, die teilweise sehr reduziert und mit Fokus auf den Gesang daherkommen, wie es anfangs in „Nemesis“ der Fall ist. Dranbleiben lohnt sich, denn Wolverine beweisen zudem ein Händchen für interessante Entwicklungen innerhalb ihrer Tracks.

Progressive Fans mit Hang zur ruhigeren Ausrichtung erhalten hier neues Material, um den Alltag kurzzeitig in Vergessenheit geraten zu lassen.

Video

Tracklist

01 The Bedlam Overture
02 Machina
03 Pile Of Ash (ES-335 Version)
04 Our Last Goodbye
05 Pledge
06 When The Night Comes
07 Nemesis
08 Sheds
09 Pile Of Ash (Cello Version)

Details

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Label: Sensory Records / Al!ve
Vö-Termin: 08.07.2016
Spielzeit: 68:43

Copyright Cover: Sensory Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde