Review

„In the Beginning…“. Passender hätte man ein Debütalbum vermutlich nicht nennen können. Doch was präsentieren Wolfborne denn mit und auf ihrem Erstwerk? Das ist gar nicht so einfach zu konkretisieren, denn die darauf enthaltenen zehn Songs könnten unterschiedlicher nicht sein.

Was zunächst ein wenig zusammengewürfelt wirkt und für keinen einheitlichen Stil der Band aus Vancouver spricht, kristallisiert sich schon bald als Volltreffer heraus, der zukünftig auf Großes hoffen lässt.

Old School Hardrockriffs treffen auf kraftvollen Rock der Neuzeit. Punk-Einflüsse schleichen sich in Songs wie „Living the Life“ ein. Blues-Einschläge gibt es in „Let it Rain“ zu hören, der sich auch als Abschlusssong in einer Akustikversion auf dem Album befindet und die sanfte Seite der Band zum Vorschein bringt. Abgehackte Gitarrentöne ziehen sich dunkel durch den harten metallischen Track „Out in the Streets“, dem es auch an scream-/core-artigen Gesangseinlagen nicht mangelt. Trommeln leiten „Stranger“ ein, das sich hypnotisch seinen Weg bahnt.
Zwischen Rock und Metal bewegen sich Wolfborne also und klingen dabei immer anders, indem sie ihr gesamtes handwerkliches Geschick spielen lassen und ihre immense musikalische Bandbreite aufzeigen. Dabei gibt man sich mal rau, aber radiotauglich („Jellyfish“), mal pop-rockig mit elektronischen Elementen („Funky Town“).

Wer daher einen roten Faden auf „In the Beginning…“ sucht, wird sicherlich nicht unbedingt fündig werden, auch wenn dank des Gesangs für einen gewissen Wiedererkennungswert gesorgt ist. Dafür werden jene Hörer belohnt, die die Vielseitigkeit einer Band zu schätzen wissen. Und diese leben Wolfborne auf ihrem ersten Album definitiv aus.

Wolfborne (Copyright: pmd photography)

Wolfborne (Copyright: pmd photography)

Im Infoschreiben heißt es somit zu Recht, dass sie sich musikalisch von Künstlern wie Iggy Pop gleichermaßen beeinflusst sehen wie von Soundgarden, David Bowie oder den Nine Inch Nails. Im Grunde kann man dieser Auswahl zustimmen, sie jedoch zugleich um etliche weitere Beispiele erweitern. Wichtig ist allerdings, dass sie bei all den Inspirationen ihren eigenen Sound entwickelt haben, der Wolfborne schließlich unverwechselbar zu Wolfborne macht. Und dabei vergessen sie auch nicht, großartige Melodien und Ohrwürmer hervorzubringen.

Ein starker Anfang, der wenig Luft nach oben lässt, ist mit „In the Beginning…“ gemacht und man kann gespannt sein, wie die Diskografie der Band weiter fortgesetzt wird.

Video

Tracklist

01 Livin‘ the Life
02 Out in the Streets
03 Sex Sells
04 Jellyfish
05 The Fall
06 Funky Town
07 Let it Rain
08 Stars Are Eyes
09 Stranger
10 Let it Rain (Unplugged)

Details

Wolfborne – Homepage
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Label: Caroline / Universal Music
Vö-Termin: 26.09.2014
Spielzeit: 40:18

Copyright Cover: Caroline / Universal Music



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde