Review

WIZO sind wieder da!

Mit „Punk gibt’s nicht umsonst (Teil III)“ hat das Trio aus Sindelfingen endlich ein neues Album am Start, welches sämtliche Attribute beinhaltet, die man von einer guten WIZO-Scheibe erwartet: Punkrock, der mit feinsten Texten veredelt wurde. Selbstverständlich ist „Punk gibt’s nicht umsonst (Teil III)“ WIZO-typisch durchaus politisch, aber vordergründig vor allem ein amtlicher Angriff auf die Lachmuskeln.

Das beweist bereits der Opener „Seegurke“ eindrucksvoll. Diese Nummer widmet sich neben dem interessanten Meereslebewesen insbesondere dem schwachsinnigen Verhalten der Menschheit im Allgemeinen.
Musikalisch gibt es mächtig eins aufs Trommelfell, denn „Seegurke“ eignet sich hervorragend zum gepflegten Eskalieren.

„Kohlenholen“ ist eine eher ruhigere Nummer. WIZO verzichten auf das typische Gebrüll und singen wunderbar klar.
Zum Refrain hin wird dieser Song zwar ein wenig druckvoller, trotzdem kann behauptet werden, dass es sich bei „Kohlenholen“ um eine Art Ballade handelt. Diese ist jedoch keinesfalls langweilig und auch inhaltlich nicht unbedingt das, was man mit seiner Freundin beim Kuscheln hört, denn „Kohlenholen“ beschäftigt sich mit dem produzieren und entsorgen einer Leiche.

WIZO (Copyright: WIZO)

WIZO (Copyright: WIZO)

Selbstverständlich beinhaltet „Punk gibt’s nicht umsonst (Teil III)“ auch eine geniale Hymne, die sich gegen jene Individuen wendet, die im Volksmund als Nazis bezeichnet werden. Passenderweise haben WIZO ihren Song „Ganz klar gegen Nazis“ so komponiert, dass es leicht fällt, den Refrain binnen kürzester Zeit mitzugrölen, sodass man die wichtige Botschaft dieser Nummer schnell und effektiv verbreiten kann.

„Zombiemann“ ist abermals eine relativ ruhige Nummer, die jedoch verdammt eingängig ist. Der Text ist blutig. Sehr blutig. Aber selbstverständlich gelungen und stimmig. Man könnte fast behaupten, dass es sich bei „Zombiemann“ um einen Lovesong handelt, wenn nicht die recht unappetitliche Thematik wäre. Dennoch ist „Zombiemann“ ein klares Highlight dieser Scheibe.

„Dummensch“ gibt hingegen wieder richtig Vollgas. Dieser Song startet druckvoll und überrascht mit interessanten musikalischen Details, die mehrere Durchläufe fast unumgänglich machen. Ein weiteres Feature von „Dummensch“ ist die Pogokompatibilität, die sehr hoch ist.

Ihr mögt WIZO? Ihr kennt WIZO nicht, mögt aber die wirklich alten Sachen der Ärzte? Ihr steht auf Punkrock?
Jene, die mindestens eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sollten sich schleunigst zum Plattenhändler des Vertrauens bewegen und sich „Punk gibt’s nicht umsonst (Teil III)“ zulegen, denn diese 21 Tracks starke Scheibe ist schlicht hervorragend geworden.

Video

Tracklist

01 Seegurke
02 Scheissefresser
03 Kohlenholen
04 Ganz klar gegen Nazis
05 Scheissekotzen
06 Kriminell und Asozial
07 Kein Empfang
08 Alles verschwimmt
09 Königin
10 Unpoliddisch
11 Zombiemann
12 Endzweit
13 Meine Wut
14 Pinöpel
15 Dummensch
16 Wenn ich mal sterb
17 Erwin
18 Wie soll gehn
19 Pförtner
20 Schlechte Zeit
21 Alte Herren

Details

WIZO – Homepage
WIZO – Facebook

Label: Hulk Räckorz
Vö-Termin: 18.07.2014
Spielzeit: 66:00

Copyright Cover: Hulk Räckorz



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.