Review

Nach „Hydra“ und dem Live-Album „Let Us Burn“ (beide von 2014) war es zunächst ruhig um Within Temptation. Sängerin Sharon den Adel widmete sich zwar in der Zwischenzeit mit dem Projekt My Indigo ihrer Solokarriere, doch auf neues Material der niederländischen Symphonic Metaller mussten Fans zunächst warten. Nun, 2019 und nach anfänglichen Produktionsproblemen, die zur Verschiebung des Releasetermins führten, ist es so weit: „Resist“, das neue und inzwischen siebte Studioalbum der Band, ist auf dem Markt.

Gut muss man wohl sagen, wenn man sich das Ergebnis in Form von zehn Songs anhört sowie Sharon den Adels Worten Glauben schenkt, die da verkündeten:

Hätte es „Resist“ nicht gegeben, gäbe es WITHIN TEMPTATION wohl auch nicht mehr.

Doch „Resist“ ist erschienen und Within Temptation damit zurück – und das besser denn je!

Bereits die im Vorfeld als Wartezeitverkürzer und -entschädigung per Videos veröffentlichten Songs „The Reckoning“, „Raise Your Banner“, „Firelight“ und „In Vain“ deuteten darauf hin, dass „Resist“ sehr abwechslungsreich ausfallen wird. Tatsächlich ist dem auch so.

Abwechslungsreiche Songs

Eröffnet „The Reckoning“ zunächst bombastisch, mit bewährten orchestralen Arrangements, guten Hooks und gesanglicher Unterstützung durch Jacoby Shaddix (Papa Roach) das Album, setzt die Band mit „Endless War“ im für sie typischen Stil und versehen mit reichlich Melodiestärke und Chören im Background sehr gefällig nach.

Viel Atmosphäre verströmt dann ein „Supernova“, bei dem schon zum ersten Mal leichte (Electro- und) Pop-Nuancen mitschwingen. Jene finden zudem Eingang in Songs wie „In Vain“ oder „Holy Ground“. Gerade letzterer weiß dadurch jedoch besonders zu gefallen und bietet zum bisher Gehörten noch ein Quäntchen mehr Abwechslung.

Diesbezüglich sticht zudem „Firelight“ hervor. Gesanglich unterstützt durch Jasper Steverlinck, leitet eine Trance-artige Sequenz den hypnotischen Titel ein, der sich zu einer Halbballade steigert und zuweilen gar an IAMX-Titel erinnert.

Auch „Raise Your Banner“ kommt – wenn zwar nicht nötig, aber dafür dennoch bereichernd – nicht ohne Verstärkung am Mikro aus. Neben Shaddix und Steverlinck komplettiert Anders Fridén (In Flames) das gastmusikalische Ensemble auf „Resist“ und dominiert hier gemeinsam mit den Adel den Song. Seine Shouts bringen dem Titel sowohl eine zusätzliche Portion Aggressivität als auch dem Album seine Vielseitigkeit ein.

Within Temptation (Copyright: Set Vexy Productions)

Während einige Titel somit mit elektronischem und poppigem Anstrich aufgepeppt werden, betonen andere wiederum die einstige Stärke der Symphonic Metal Band auf ganz typische Weise. Dabei nehmen sinfonische Arrangements einen großen Platz ein, wirken jedoch zu keinem Zeitpunkt überfrachtet. Stattdessen nimmt man diese auch mal zurück, um anderen (musikalischen) Elementen (wie etwa Dubstep- oder Vocoder-Parts) Raum zu geben. Die Integration dieser verschiedenen Ansätze gelingt harmonisch, sodass diese modernen Zutaten auch beispielsweise neben den bewährten und für Bombast sorgenden klassischen Chören nicht fehl am Platz wirken.

Fazit

Insgesamt fallen alle Tracks auf „Resist“ sehr kurzweilig, auf den Punkt gebracht und ohne nötige Längen aus, sodass das Album geradezu zum mehrmaligen Hören einlädt. Der spürbare Hang zur Massenkompatibilität könnte eingefleischten Metal-Hörern aber eventuell nicht kritiklos gefallen.

Preview

Video

Tracklist

01 The Reckoning (feat. Jacoby Shaddix)
02 Endless War
03 Raise Your Banner (feat. Anders Fridén)
04 Supernova
05 Holy Ground
06 In Vain
07 Firelight (feat. Jasper Steverlinck)
08 Mad World
09 Mercy Mirror
10 Trophy Hunter

Details

Within Temptation – Homepage | Within Temptation – Facebook | Within Temptation – Twitter

Label: Vertigo / Universal Music
Vö-Termin: 01.02.2019
Spielzeit: 47:44

Copyright Cover: Vertigo / Universal Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde