Review

Markus WINTER meldet sich mit seinem neuen Album „Pale Horse“ musikalisch zurück und lässt darauf eine Affinität zu den 80ern jederzeit spüren.

Das Album umfasst 17 Titel, durchmischt mit eigenen Kompositionen, aber auch einer guten Handvoll Coversongs.

Über das Album

Mit dem Opener und gleichzeitig ersten Coversong „Dancing Into Danger“ (im Original von Inker & Hamilton) mag WINTER auf die Gefahren hinweisen, die ein auf Agatha Christie basierendes Konzept mit sich bringen mag, aber grundsätzlich hat das Original eher einen Gute-Laune-Faktor.

Auffallend ist, dass sich eigentlich genau dieser Punkt in beinahe allen Titeln zu wiederholen scheint, aber nicht wirklich durchbricht. Zurückkehrend zum eigentlichen Prinzip bzw. basierendem Konzept, ist das doch eher überraschend, wenn nicht gar befremdlich. Jeder der 17 Songs scheint fordernder und dunkler zu starten, um dem „roten Faden“ gerecht zu werden, allerdings wird genau dieser nicht gehalten, wenn nicht sogar schmerzlich vermisst. Die Songs stehen eher für sich, anstatt in ein großes Ganzes zu passen.

WINTER (Copyright: Markus Winter)

WINTERs Stimme ist balladentauglich, wirkt aber bei mancherlei Stücken dann doch insgesamt zu wackelig und flach. Dies wird deutlich, da es mit der Kombination aus doch eher synthpoplastigen Melodien und beinahe schon „spaßigen“ 80er-Vibes insgesamt niemals zu einer Harmonie kommt. Die Gitarrensoli bauen meist eine Erwartungshaltung und gar Hoffnung auf, die sogar abrupt durch den Gesang gestört wird. Exemplarisch dafür steht „Bride Of The Meadow“. Dessen Melodie als solches lädt zum Moshpit ein und erinnert in Teilen sogar an Manowar, aber die Stimme bricht den Fluss.

Da WINTER sich auf das „Pale Horse“ als Konzept bezieht, ist es selbstverständlich, diesen Song einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. In Teilen mag die Düsternis hier zwar transportiert werden, aber insgesamt betrachtet scheint in dem titelgebenden Song auch nicht zur Gänze gelingen zu wollen, was WINTERs Antrieb ist: Das Einbrechen aller Finsternis und allen Verderbens.

Unabhängig davon, dass das Album zu lang geraten ist, ist es schwierig, ein Konzept zu erkennen. Es klingt eher nach einem zusammengewürfelten Demo.

Fazit

Insgesamt kann man über WINTERs Werk abschließend urteilen: Wer 80er mag und einen Hang zu dunkleren und metallenen Tönen hat, wird auf „Pale Horse“ sicher den einen oder anderen Track zum Mitsingen oder wenigsten Mitwippen finden.


Pale Horse (Digipak)

Video

Tracklist

01 Dancing Into Danger
02 Original Sinner
03 Dark Light
04 Beginning Of An End
05 Thunder Strike
06 Face To Face
07 Bride Of The Meadow
08 Sweet Desdemona
09 Break Of Dawn
10 Mad World
11 Wanna Know Why
12 A Million Days
13 Mercy
14 Fire Down Below
15 Heart Of The Warrior
16 Pale Horse
17 I Wanna Live

Details

WINTER – Homepage | WINTER – Facebook

Label: Drakkar Entertainment
Vö-Termin: 08.10.2021
Spielzeit: 78:16

Copyright Cover: Drakkar Entertainment



Über den Autor

Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.