Review

Wildlights sind nur zwei Personen. Jason Shi ist für die Gitarre und den Gesang zuständig, während sein Freund Johnny Collins die Drums bedient. Zwei Dudes sollen eine ganze Band sein? Zumindest funktioniert es auf ihrem gleichnamigen Album „Wildlights“ ganz gut. Man muss dazu aber sagen, dass es sich hier um keine unbeschriebenen Blätter handelt. Jason Shi ist Fronter bei ASG, einer Rock Band aus North Carolina, die bei Relapse Records unterwegs ist. Johnny spielt bei Thunderlip, die sich ebenfalls dem Rock verschrieben haben. Beste Voraussetzungen, um ein gutes Rockprojekt zu starten? Werfen wir mal einen Blick darauf.

Wenn man sich das Cover anschaut, könnte man sich an Bands wie Opeth, Intronaut oder Mastodon erinnert fühlen. Musikalisch geht es auch ein wenig in die Stoner/Sludge Richtung, allerdings nicht in die schwere und depressive mit viel Technik oder Brutalität. Eher könnte man hier von Pop-Rock mit Stoner-Attitüde sprechen. Die Sonne scheint und man fährt den Highway entlang. Richtige Autobahn-Musik.

Die Töner sind sehr melodisch und die Songs klingen ziemlich fett, und das, obwohl hier nur zwei Musiker am Werke sind. Im Studio kann man aber auch zu zweit eine Menge reißen.

Sobald der Opener „Anchors“ erklingt, fühlt sich der Mastodon Fan sofort heimisch. Der Gesang ist lieblich, der Gitarrensound jedoch derbe und fett. Verspielt sind die beiden ebenfalls, grade Drummer Johnny haut ordentlich raus. Sein Schlagzeugsound ist massiv, schön differenziert und keineswegs überproduziert. So muss ein Schlagzeug klingen. In „Rebel Smiles“ kommt die Gitarre hingegen richtig gut zur Geltung.
Der Gesang ist meist wirklich Gesang, dabei kratzt die Stimme aber ein wenig und wirkt somit etwas rauchiger. Das klingt nicht schlecht, geht aber etwas auf den Trichter; zumindest nach mehreren Durchläufen.

Selten kommen auch Kracher wie „Pictures“ zum Vorschein. Da geht es deutlich heftiger zu. Man fühlt sich an Nickelback oder Breaking Benjamin erinnert. Ein Schritt in die richtige Richtung. Leider bleiben diese Momente eher im Hintergrund. Daran scheitert es auch größtenteils. Bei einer Party mit diversen Rockfreunden kann man die Platte ohne Probleme laufen lassen. Aber dass man sich hinsetzt und „Wildlights“ aktiv zuhört, wird so schnell nicht mehr passieren.

Wildlights (Copyright: Wildlights)

Wildlights (Copyright: Wildlights)

Sehr erfrischend ist immerhin dieser positive Touch der Songs. Verbunden mit gelegentlichen Soundlandschaften fühlt man sich richtig gut aufgehoben.

Leider ist nach ein paar aktiven Durchläufen auch die Luft raus. Die Songs ähneln sich doch etwas und es wird immer das gleiche Programm abgespielt.

Fazit: Wildlights sind durchweg solide. Ihr South Stoner Pop-Rock ist wirklich mal erfrischend, verblasst aber relativ schnell im Niemandsland. Für zwischendurch kann man mit den Jungs Spaß haben, aber es gibt genug andere Bands, die man eher gehört haben muss. Nehmt sie euch zur nächsten Party oder zur nächsten langen Autofahrt mit.

Trackliste

01 Anchors
02 Rebel Smiles
03 Oart of the Sea
04 Snow Song
05 Hellfire Forever
06 Pictures
07 Onward Upward
08 Lights Out
09 New Year Repeat
10 Climb in the Throne
11 Lions
12 Big Frontier

Details

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Label: Season of Mist
Vö-Termin: 21.09.2014
Spielzeit: 45:31

Copyright Cover: Season of Mist



Über den Autor

Marcus
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