Review

Was ist denn da passiert? Nach dem ersten Durchgang war es nur „so ein Indie Album“, aber jetzt ist es einfach nur eine abgefahrene Erfahrung. Kaum zu glauben, wie facettenreich „Better Tell The Truth“ im Nachhinein doch ist, wenn man nur genau aufpasst. Die schweizer Lausbuben machen in ihrem Sound Abstecher in die Rockwelt der 70er, 80er und sogar der 90er; zusammengefasst in neumodischen Indie-Rock.

Who´s Panda, nein, nicht der mit der Maske … ok, das war dann doch zu offensichtlich. Die Truppe nimmt sich im Allgemeinen selbst nicht so ernst und das spiegelt sich auch in der ausgelassenen und verträumten Musik wider. Who´s Panda machen einfach das, worauf sie gerade Bock haben.

Dabei greift die Band auf simple, aber effektive Mittel zurück, um ihre Songs zugänglicher zu machen und doch nicht einheitlich klingen zu lassen. Seien es nun Delays auf den Gitarren oder verschiedene Riffs, die durch schnelles Palm Muting zum Ausdruck gebracht werden. Kraftvoller Gesang wird zwischendurch mit Hall verstärkt und im Hintergrund ertönen basslastige Backing Vocals.

Dabei zeigen sich deutliche Parallelen zu beispielsweise Kings of Leon oder Arctic Monkeys. „Better Tell The Truth“ erinnert sogar sehr stark an die aktuelleren Veröffentlichungen erstgenannter Band, Fans werden sofort „Come Around Sundown“ erkennen. Wo wir gerade von Kings of Leon sprechen: Who´s Pandas Titel „Knights of Lights“ weist fast exakt das gleiche Hauptriff auf wie der Song „Revelry“ von der Band aus Tennessee.

Who´s Panda (Copyrigh: Who´s Panda)

Who´s Panda (Copyrigh: Who´s Panda)

Gibt es denn auch Negatives an dem Album auszusetzen? Hm, irgendwo bestimmt, jedenfalls hat die Band es sehr gut versteckt. Als Hörer sucht man aber auch nicht gezielt nach so etwas, dafür ist die Platte einfach zu fesselnd. Außerdem sorgt sie dafür, dass man permanent von einem Ohrwurm in den nächsten rutscht.

Aber warum ist „Better Tell The Truth“ so gut? Ist es der smoothe Groove, die gut gesetzten Töne oder der schön rollende Bass? All das trägt bestimmt dazu bei, aber es ist vor allem dieses total abgefahrene und sympathische Gesamtpaket, welches die Platte ausstrahlt. Überall sind kleine Anekdoten versteckt, die einen unterbewusst sofort ansprechen.

Den Namen Who´s Panda sollte man auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, es sei denn, sie haben sich da nach „Better Tell The Truth“ sowieso schon eingenistet. Leider fällt es schwer, die Stimmung des Albums in Worte zu fassen. Am besten, man macht sich selbst ein Bild von diesem einzigartigen Machwerk und all seiner kleinen Zwischenstopps in der Zeitreise des Rocks.

Video

Tracklist

01 Undressed
02 Better Tell The Truth
03 Learning From Mistakes
04 Anymore
05 Moving (Intro)
06 Moving
07 Knights Of Lights (Intro)
08 Knights Of Lights
09 God Bless Them Pretty Women
10 More
11 Rule The World
12 Other Side
13 Hit Me
14 Dreams

Details

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Label: Snowhite / Rough Trade
Vö-Termin: 24.10.2014
Spielzeit: 46:16

Copyright Cover: Snowhite



Über den Autor

Christopher