Review

Whiskey Hell werden ihrem Namen auf dem aktuellen Album „Bullets ’n‘ Burritos“ mehr als gerecht: Willkommen in der Blues-Rock-Hölle! Bikerboots dürfen angelassen werden, die Gläser gehören gefüllt, und zwar mit purem, unverfälschtem Whiskey. Pur und unverfälscht kommt auch der Sound des Trios aus den Boxen, die hier ihren Lebensstil musikalisch zum Ausdruck bringen.

Mit jeder Note hört man ihnen nicht nur die Spielfreude an, sondern auch ihr Talent für groovende und im Ohr bleibende Songs. Zwölf an der Zahl gibt es zu hören und jene verlieren auch auf der Albumlänge von knapp 55 Minuten nichts an Authentizität und ihrem „kick-ass“-Charme. Dabei deutet sich im einen oder anderen Titel schon das Livepotenzial an.

Ob aber auf der Bühne oder als Studioproduktion, die Hamburger Jungs von Whiskey Hell, die bereits in anderen Bands ihre Erfahrungen gesammelt haben, liefern durchgehend ab und bringen Südstaaten-Flair in den hohen Norden Deutschlands.

Frisch, dynamisch und auf den Punkt gespielt folgt ein Song dem nächsten, dabei variieren Whiskey Hell auch mal in Sachen Tempo, sodass neben den treibenden Nummern auch ruhige Klänge ihren Platz auf „Bullets ’n‘ Burritos“ gefunden haben. Auch sie besitzen einen gewissen Drive, dieser fällt aber entsprechend gemächlicher aus. Insbesondere die Stimme steht dabei im Vordergrund und unterstreicht die musikalische Ausrichtung der Band.

Whiskey Hell (Copyright: Whiskey Hell)

Whiskey Hell (Copyright: Whiskey Hell)

Neben all den positiven Eindrücken, die „Bullets ’n‘ Burritos“ schon beim ersten Hören hinterlässt, folgt jedoch auch ein kleines Aber, denn Whiskey Hell hätten sich noch vielseitiger zeigen können.
Dies betrifft nicht die Lyrics, die sich an bewährten Klischees bedient und deshalb vermutlich bewusst nur mit Refrain im Booklet abgedruckt sind, sondern die Musik bzw. Songstrukturen und -arrangements. Sie selbst ordnen sich zwischen AC/DC, Rose Tattoo und Lynyrd Skynyrd ein und beschreiben ihren Stil als „White Trash“, „High Porn Power“ und „100% Rock ’n‘ Roll“. Daran gibt es nichts auszusetzen, zumal Whiskey Hell daraus ihr eigenes Ding machen. Doch nur wenige Male bricht man – zum Beispiel mit dem Track „Moonshine Boogie“ – aus dem „Bullets ’n‘ Burritos“-Songkonzept aus und zieht die Aufmerksamkeit des Hörers noch einmal verstärkter auf sich. Mehr davon und die volle Punktzahl ist erreicht.

Video

Tracklist

01 Weed ’n‘ Whiskey
02 Blood, Sweat ’n‘ Wrenches
03 Kicked in the Teeth
04 Time flies
05 Mr. Rock ’n‘ Roll
06 Bullets ’n‘ Burritos
07 Pow*Mia
08 Moonshine Boogie
09 Hairspray Hell
10 2013
11 Mississippi Queen
12 Rio Pecos (Instrumental)

Details

Whiskey Hell – Homepage
Whiskey Hell – Facebook

Label: Keiler Records / Membran
Vö-Termin: 10.04.2015
Spielzeit: 54:27

Copyright Cover: Keiler Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde