Review

Manchmal stößt man durch Zufall auf eine Band, hört sich die Musik an und ist sofort neugierig, besonders wenn diese auch noch bei Facebook Einflüsse wie Red Hot Chili Peppers, Tool oder Emmure angegeben hat. So lief es mit Weesp.
Die Jungs aus Weißrussland haben schon diverse Singles und EPs in Eigenproduktion aufgenommen, zu welchen auch ihre EP „This Will Destroy Us“ gehört. Auch wenn diese schon 2011 das Licht der Welt erblickte, ist sie durchaus eine Hörprobe wert. Weesp zeichnen sich mit einem alternativen Sound aus, in den Elektronik, Post Rock und auch Metal einfließen.

„This Will Destroy us“ hört sich von der ersten Minute an sehr frisch und jung an. Weesp verpacken althergebrachte Post-Rock Rhythmen und Riffs mit klaren Synthis und runden alles mit modernen Elementen wie z.B. Gang Vocals ab. Gut anzuhören im Song „There´s Like No Tomorrow“, in dem sie nach dem Gruppengeschrei einen richtig einfallsreichen Elektro-Breakdown mit allem, was dazugehört, eingebaut haben.

Interessant wird es allerdings im Song „Livan“, definitiv das Highlight der EP. Dieser entspricht am meisten den besagten Einflüssen. Die Songstruktur steigert sich im Verlauf progressiv immer weiter zum Höhepunkt. Nach dem melodischen Einstieg verfeinern Weesp den Song noch zusätzlich mit einem Part für ein Saxofon, welches dann auch mit in den Song einfließt. Das klingt bis zum Schluss alles sehr episch.

Besonders erwähnenswert an dieser Stelle ist der vielseitige Gesang. Neben angenehmen Tönen und hohen Kopfstimmen sind auch hysterische Screams und bösartige Growls zu hören. Durch den drückenden und halb geflüsterten Einsatz der Stimme klingt unter anderem der Song „Sub“ wie ein Marilyn Manson Song. Ein Manson Song, der in einem Metal Breakdown mit Piano endet.

Weesp (Copyright: Weesp)

Weesp (Copyright: Weesp)

Zum Abschluss der EP gibt es eine Neuauflage des Song „Exodus“ als Bonus obendrauf. Es klingt einfach super, wenn der Bass die Gesangsmelodie vorgibt. Genauso wie die Hook, die direkt ins Ohr geht. Außerdem strotzt „Exodus“ nur so vor aufbrechenden Melodien von stark verzerrt bis akustisch und wieder zurück. Das Remastering hat sich hier absolut gelohnt.

Leider gibt es an „This Will Destroy Us“ auch etwas auszusetzen. Alle Songs haben gute Ansätze, schwächeln allerdings in der Mitte und wirken wie unbeholfen zusammengewürfelt. Hauptsache alternativ klingen. Oft hat man das Gefühl, Weesp bummeln mit ihren Instrumenten so in der Gegend rum, ohne den Song mit einem roten Faden weiter zu führen. Daher fällt es dem Hörer auch im Nachhinein noch schwer, sich die Titel wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Aber das macht alles keinen Unterschied, denn Weesp werkeln bereits an dem ersten Full Length Album. Und von dem, was man so hört, arbeiten sie sehr hart daran, ihren Sound noch deutlicher und prägnanter klingen zu lassen. In dieser Band steckt sehr viel Potenzial und musikalische Finesse.
Weesp ist eine Band, die man im Auge behalten sollte, da sie neben ihrer energiegeladenen Musik noch eine Menge Unterhaltung bietet.

Video

Trackliste

01 This Will Destroy Us
02 There´s Like No Tomorrow
03 Livan
04 Sub
05 The Horror
06 Exodus (Bonus Track – Remastered)

Details

Weesp – Homepage
Weesp – Facebook
Weesp – Twitter

Label: Eigenvertrieb
Vö-Termin: 00.00.2011
Spielzeit: 25:25

Copyright Cover: Weesp



Über den Autor

Christopher