Review

Dave Pen und Robin Foster stellten eines Tages gegenseitig fest „We Are Bodies“. Außerdem teilten sie einen gemeinsamen Geschmack für alternativen Rock/Pop, der nun auf ihrer selbstbenannten Platte zusammenläuft. Knapp eine Stunde lang darf man auf zwölf Songs den catchy Rhythmen des Duos lauschen.

Typisch für den Sound auf „We Are Bodies“ sind poppige Songstrukturen und eine düstere Grundstimmung mit entsprechenden Texten. Die meist dezenten Mittel, die verwendet werden, sind gut zu hören auf „Capsize“.
Oft bestehen die Titel nur aus wenigen Tonspuren wie gedämpfte Riffs, brummende Bässe und an den passenden Stellen Gitarren mit Delay oder Elektronik. „Capsize“ kombiniert diesen simplen Aufbau mit einem Gesang, den das dazugehörige Musikvideo nur zu gut wiedergibt.

We Are Bodies bringen alternative Ansätze mit zugänglichen Radiomelodien zusammen. Etwas mehr gute Laune kommt in „A Light On“ auf. Auch hier gilt wieder die Grundregel: weniger ist mehr.
Aber wo es in den Mainstream geht, wird auf „We Are Bodies“ auch mal die andere Richtung eingeschlagen. Noch eben geleiten einen auf „War“ melodische Klavierklänge, während im nächsten Moment stark verzerrte Saiten den Song (dem Thema entsprechend) sehr aggressiv beenden.

Knurrende Bässe gibt es auch im Folgetitel „Knife“, über dessen treibende Rhythmen ein harmonischer Sound schwebt. Auch das Schlagzeug hält dieses Mal sowie den Rest der Platte alles groovig beisammen. Hier und da schleichen sich auch ein paar nette Effekte ein.

We are Bodies (Copyright: We Are Bodies)

We are Bodies (Copyright: We Are Bodies)

Gegen Ende wird „We Are Bodies“ allerdings sehr repetitiv und stark monoton. Die letzten beiden Songs „Fake Shelter“ und „Replicants“ sind zwar gut arrangiert, bieten aber nichts, was nicht davor schon ausgeübt wurde. Und auch wenn die Texte eine Spiegelung des menschlichen Wesens darstellen sollen, gibt es doch neben den soliden Inhalten auch eine Menge, was man als Hörer schon woanders besser gehört hat.

Zwar halten We Are Bodies den Standard konstant hoch, aber manchen Songs fehlt einfach ein gewisser Wiedererkennungswert. Dies spricht allerdings auf der anderen Seite nur für die Titel, die aufgrund ihrer Zugänglichkeit öfter angespielt werden wollen.

Der Fokus der Platte liegt deutlich auf dem Pop-Faktor. Aber es ist guter Pop, der einem nicht aufgezwungen wird, sondern sich nach und nach entfaltet. Die rockigen Zwischenspiele geben „We Are Bodies“ zusätzlich noch etwas Würze. Hinzu kommt eine Gesangsstimme, die sofort angenehm im Ohr liegt und an die man sich nicht erst im Vorfeld gewöhnen muss. Das Album hat zwar seine deutlichen Momente, fährt aber mit dem Niveau nicht auf und ab. Gute Arbeit, die definitiv hängen bleibt.

Video

Trackliste

01 Pressure Compressor
02 We Are Bodies
03 Calling Out
04 Capsize
05 Shadows
06 A Light On
07 Under The Sea
08 Guide Me Home
09 War
10 Knife
11 Fake Shelter
12 Replicants

Details

We Are Bodies – Homepage
We Are Bodies – Facebook
We Are Bodies – Twitter

Label: Membran / Neo
Vö-Termin: 27.03.2015
Spielzeit: 50:06

Copyright Cover: Membran



Über den Autor

Christopher