Review

Nachdem man die ersten Tracks der neuen Platte „No One Can Save You From Yourself“ von Walls of Jericho gehört hat, kommt einem wieder prompt in den Sinn, warum man diese Band einfach lieben muss. Ihre damals schon kompromisslose Hardcore-Attitüde in Verbindung mit der Stimmgewalt von Fronfrau Candace Kucsulain etablierte die Band in der Hardcore-/Metal-Szene, sodass es kaum jemanden geben wird, der sie nicht kennt.
Nach nun acht Jahren Abstinenz sind Walls of Jericho mit neuer Power wieder am Start und könnten nicht lebensfroher klingen.

Nach einem stimmungsvollen Intro, das allerdings keinen gelungenen Übergang zum anschließenden Track „Illusion of Safety“ bildet, da diese Stelle extrem abgehackt klingt und einfach nicht zum Folgesong passen will, starten Walls of Jericho dann gleich mit Tempo 180. „Illusion of Safety“ geht in die Vollen. Musikalisch bleibt alles beim Alten, daher ist die Platte gerade den Fans der Band zu empfehlen. Candace fährt zur Höchstform auf und erinnert nicht nur einmal an James Jasta von Hatebreed.

Dem Titeltrack „No One Can Save You From Yourself“ fügt die Band ein wenig Machine-Head-Neothrash-Feeling hinzu, das ziemlich klasse klingt. Immer wieder lockern Humpa Humpa Beats mit schnellen Fills die breakdownlastigen Parts auf. Diese kommen im modernen Gewand daher. Zudem ertönt der eine oder andere dissonante Klang – und gerade im Titeltrack ist der dissonante Breakdown eine willkommene Abwechslung.

In „Cutbird“ stößt der Hörer hingegen hier und da auf ein paar „komische“ Riffs, die eher daneben klingen, aber das ist nur sehr selten der Fall. Im Gesamten läuft das Album wie ein einziger Circlepit durch. Die Band legt hier noch einmal eine Schippe drauf und reißt alles ab. So fällt der Metal-Anteil auf dem aktuellen Album deutlich mehr ins Gewicht und dies kann man nur begrüßen, da es derzeit an guten Hardcore-Metal-Truppen mangelt.

Nicht nur die Breakdowns sind moderner, sondern die Riffs auch deutlich metallastiger. Zudem erfreut viel Doublebass. Diesbezüglich hört man am besten in „Relentless“ rein; eine wirklich gute Nummer. Das Gleiche gilt für „Damage Done“, der ein wenig an Slayer erinnert.

Walls of Jericho (Copyright: Walls of Jericho)

Walls of Jericho (Copyright: Walls of Jericho)

Doch das eigentliche Highlight auf „No One Can Save You From Yourself“ ist der Song „Reign Supreme“, zu dem bereits ein Musikvideo veröffentlicht wurde. Etwas mystisch angehaucht gibt er dem Hörer direkt auf die Zwölf, während in der Mitte ein schöner Atmo-Part für eine kurze Verschnaufpause sorgt.

Hat man das Ende erreicht, so wird der Titel „Probably Will“ erst mal schocken, denn jener stellt eine klassische Ballade dar. Candace kann auch singen, das Orchester setzt ein und der Hörer fühlt sich an „Gruftmetal“ erinnert. Ganz nett, auch wenn der Songs die Platte nicht unbedingt grandios abrundet.

„No One Can Save You From Yourself“ ist eine richtig starke Veröffentlichung. Zwar bleiben Walls of Jericho ihrer Linie treu, doch bringen sie hier und da ein wenig frischen Wind in ihren oldschoolhaften Hardcore. Damit ist diese Scheibe eine gesunde Weiterentwicklung, die den Hörern bei jedem Durchlauf mehr Spaß machen wird.

Video

Trackliste

01 Intro
02 Illusion of Safety
03 No One Can Save You From Yourself
04 Forever Militant
05 Fight The Good Fight
06 Cutbird
07 Relentless
08 Damage Done
09 Reign Supreme
10 Wrapped In Violence
11 Anthem
12 Beyond All Praise
13 Probably Will

Details

Walls of Jericho – Facebook
Walls of Jericho – Twitter

Label: Napalm Records
Vö-Termin: 25.03.2016
Spielzeit: 42:00

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Marcus