Review

Dope Stars Inc. Fronter Victor Love sprüht nur so vor Ideen und Kreativität und steckt nach dem Album „TeraPunk“ im Februar dieses Jahres all seine noch überschüssige Energie in ein neu gegründetes Soloprojekt.

„The Network“ ist das erste musikalische Lebenszeichen unter dem Banner „Victor Love“ und die auf der Debüt-EP enthaltenen drei Songs zeigen die Marschrichtung an, die der Künstler im Alleingang meistern möchte.
Industrial Beats treffen auf Doom-lastige Gitarrenriffs, während sich gesanglich nicht nur mit Zerrsounds begnügt, sondern gerne auch mal HipHop-artig ausgetobt wird.

Klingt unkonventionell? Ist es auch, genau wie alles an und um Victor Love. Denn während andere mit dem Strom schwimmen, paddelt er dagegen. Ob Filesharing, neue Vertriebs- und Vermarktungswege, Kritik an Labels und der Musikindustrie – Victor Love macht Halt vor nichts, probiert sich aus und setzt Zeichen.
Entsprechend prägt ein DIY-Charakter das Soloprojekt von Beginn an. Ein gutes Beispiel ist dafür bereits das Video zum Opener „Doom Trap“, das u.a. lediglich mit Smartphone als eine interessante neue Art von „Selfie“ aufgenommen wurde.

Der Geräuschpegel auf „The Network“ ist hoch, die Produktion trägt dazu gut bei, denn an Druck und Energie mangelt es den Titeln nicht. Der nötige Groove entsteht vor allem durch die Industrial-HipHop-Mixtur, die – ohne sie vorher gehört zu haben – erst einmal für Unglauben sorgen wird. Schnell reißt aber genau diese Mischung den Hörer mit, der insbesondere die HipHop-Elemente eher am Gesang als in der Musik spüren wird. Dies in „Net Reality“ mal mehr, in „Doom Trap“ mal weniger; indem die Stimme teils allerdings ordentlich verzerrt wurde, fügt sich auf „The Network“ alles ganz harmonisch zusammen.

Victor Love (Copyright: Victor Love)

Victor Love (Copyright: Victor Love)

Anhand von drei Songs, denen zudem noch die einen oder anderen Ähnlichkeiten anhaften, lassen sich natürlich noch keine Rückschlüsse auf ein weiteres Treiben im Alleingang ziehen, Victor Love ist auf seinen Solopfaden jedoch äußerst unterstützenswert. Das untermauert zudem der Umstand, dass den Tracks auf „The Network“ eine gewisse „Sickness“ des Sängers und Musikers anzuhören ist; eine „Leidenschaft“, die auch am Konsumenten nicht ungehört vorbeigeht. Es scheint, als musiziere er sich hier mit harschen Beats den Frust von der Seele, was sich nicht zuletzt auf den Hörer überträgt. Eine auszuhaltende Portion Aggression trifft auf eingängige Melodien – und nach „Doom Trap“, „Net Reality“ und „Machine Gun“ ist klar: man will mehr!

Im Rahmen einer Registrierung auf seiner Homepage bekommt man dies schließlich auch, denn Victor Love haut dann für euch zwei weitere – bisher unveröffentlichte – Songs raus. Was als Nächstes folgt, bleibt abzuwarten, Spannung und Neugier sind jedoch geweckt.

Video

Tracklist

01 Doom Trap
02 Net Reality
03 Machine Gun

Details

Victor Love – Homepage
Victor Love – Facebook
Victor Love – Twitter

Label: Subsound Records
Vö-Termin: 15.07.2015
Spielzeit: 11:23

Copyright Cover: Subsound Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde