Review

Fleißige Konzertgänger und eingefleischte Fans von Vicious Rumors kennen die Livequalitäten dieser US-amerikanischen Metal-Band. Mit dem Live-Album „Live You To Death 2 – American Punishment“ kommen nun ein weiteres Mal auch jene in einen Konzertgenuss des Quintetts, denen dies bislang verwehrt war oder die sich die Live-Tauglichkeit von Vicious Rumors auf ein Neues ins heimische Wohnzimmer holen wollen.

Die Möglichkeit dazu bieten 13 Power Metal Tracks auf „Live You To Death 2 – American Punishment“, die allein durch ihre hymnenhaften Songstrukturen und mitsingbaren Refrains prädestiniert sind für die Aufnahme in die Live-Setlist der Band.

Wer die Diskografie von Vicious Rumors kennt, wird feststellen, dass die Songs, die im Oktober 2013 im Rahmen ihrer „American Punishment“-Tour aufgenommen wurden, viele Klassiker der Band bereithalten, sich aber darüber hinaus zudem verstärkt auf die letzten beiden Alben konzentrieren. Somit kommt man sowohl in den Genuss des traditionellen Vicious Rumors‘ Stils, als auch einen Einblick in die modern gehaltenen Metalsongs, die die Band in ihrer Karriere zeitweise präferierten. Trotz dieser Vielfalt an dargebotenen Titeln fällt kein Track so richtig aus der Reihe; eher wirkt das Album in seiner Zusammenstellung sehr homogen.

Vicious Rumors (Copyright: Vicious Rumors)

Vicious Rumors (Copyright: Vicious Rumors)

Den Anfang macht der Titel „Digital Dictator“ und schon mit diesem Opener zeichnet sich ab, dass die Tonqualität des Albums durchaus zu begeistern versteht, während die Live-Atmosphäre allerdings nur gezügelt beim Hörer vor den Boxen ankommt. Schade, denn die Titel sind eindeutig dazu gemacht, abgefeiert zu werden. Warum man daher das Publikum derart in den Hintergrund gedrängt hat, ist unverständlich. Zwar branden immer mal wieder einzelne Zuschauerreaktionen zwischen den Titeln auf, die gewünschte Wirkung erzielen diese Ausschnitte allerdings nicht. Die Live-Atmosphäre und die Publikumsreaktionen hätten also ruhig mehr Raum einnehmen können auf einem Live-Album.

An der Energie und der Durchschlagskraft der Songs ändert dies jedoch nichts. Von der ersten bis zur letzten Minute wird gerockt und auf perfekte Art der neue Sänger Nick Holleman vorgestellt, der einen guten Job macht, auch die schrillen Screams einwandfrei meistert und sich in das Gefüge von Vicious Rumors gelungen integriert.

Die Produktion stellt diesbezüglich weder Gesang noch Backingvocals oder die Instrumentierung explizit in den Vordergrund. Vielmehr wurde darauf geachtet, dass sich die einzelnen Komponenten der Songs gegenseitig zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen. Das heißt gleichzeitig nicht, dass den Gitarren oder den Drums die Kraft genommen wurde oder die Stimme zu sehr im musikalischen Geschehen untergeht. Und so kann man am Sound nur wenig aussetzen. Im Gegenteil, verleitet der druckvolle Klang doch zum Aufdrehen der Lautstärke.

Power Metal – Power Sound – Power Live-Album. Da bleibt nur zu hoffen, dass es die Mannen aus Amerika nicht allzu ernst gemeint haben mit ihrem Titel „Live You To Death“.

Video

Tracklist

01 Digital Dictator
02 Minute To Kill
03 Towns On Fire
04 Lady Took A Chance
05 Worls And Machines
06 I Am The Gun
07 Electric Punishment
08 You Only Live Twice
09 Mastermind
10 Don`t Wait For Me
11.World Church
12 Hellraiser
13 Soldiers Of The Night

Details

Vicious Rumors – Homepage
Vicious Rumors – Facebook

Label: Steamhammer / SPV
Vö-Termin: 16.06.2014
Spielzeit: 68:20 Minuten

Copyright Cover: Steamhammer / SPV

 

 



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde