Review

Mit ihrem Album „Stereo Messiah“ kehrt die Melodic Rockband Vega nach vier Jahren zurück zum Label Frontiers Records, mit dem man bereits das Debütalbum „Kiss of Life“ veröffentlichte.

Und frisch und energiegeladen wie nie zuvor melden sich die vier Briten auch musikalisch zurück, wie der erste Durchlauf von „Stereo Messiah“ beweist. Ihre Stärke liegt vor allem in den dichten Songarrangements, die vor Melodiösität strotzen, sodass sich eine melodische Nummer an die andere reiht. Nicht immer entpuppen sich die Songs dabei als wahre Ohrwürmer, nichtsdestotrotz besticht das Album „Stereo Messiah“ mit seinen zwölf Songs durch einen angenehmen Klang und eingängige Hooks, die dazu verleiten, den Silberling auf Repeat zu stellen.

Besonders überzeugen können dezente Zugaben wie beispielsweise der gesangliche Wechsel von Brust- zu Kopfstimme in „Neon Heart“, der dem Song dadurch eine ganz besondere Dynamik verleiht, sowie Keyboardbegleitungen, die einen Klangteppich verursachen, zu dem die rockigen Gitarren einen gelungenen Kontrast bilden.

Gesanglich passt das Stimmorgan hervorragend zur musikalischen Ausrichtung. So würden die Titel von „Stereo Messiah“ sowohl im Radio als auch auf kleinen Konzertbühnen oder in Stadien funktionieren. Sänger Nick Workman gibt sich stimmlich vielseitig, fällt dadurch aber zu keinem Zeitpunkt aus dem Rahmen, den die Songs ihm stecken. So harmonieren Gesang und Instrumente harmonisch miteinander, indem die Produktion nichts zu sehr in den Vordergrund gerückt hat.

Vega (Copyright: Steven Christie)

Vega (Copyright: Steven Christie)

Unterstützung bekommt Workman im Song „10 x Bigger Than Love“. Dieser stammt von Def Leppard Sänger Joe Elliot, der sich sogleich auch das Mikro mit Workman teilt. Leichte orientalische Klänge leiten diesen gitarrendominierten Track ein, der zudem einen seichten Retro-Charme (allerdings verpackt in einem modernen Soundgewand) versprüht. Hier muss man aber schon sehr genau hinhören und Kenner der Band Vega sein, um Joe Elliot als Duettpartner herauszuhören. Dies kann auch als Kompliment angesehen werden, adaptieren Vega diesen Song doch derart gelungen, dass die fremde Handschrift kaum auffällt. Schön ist zusätzlich noch das Gitarrensolo anzuhören, das in den von Wiederholungen lebenden Song Lebendigkeit reinbringt.

Auch nach mehrmaligem Hören gibt es eigentlich nichts, was man am Album „Stereo Messiah“ aussetzen könnte bis auf das Gefühl, Vega hätten noch mehr daraus machen können. Hin und wieder fehlt es etwas an Highlights, die den Inhalt des Rundlings einfach unweigerlich und unwiderruflich ins Hirn fräsen, denn die melodischen Songs sind alle schön anzuhören, aber hinterlassen noch nicht den – vor allem nachhaltigen – Wow-Effekt. Für Melodic Rock Fans aber mehr als eine Hörprobe wert.

Video

Tracklist

01 Stereo Messiah
02 All Or Nothing
03 Wherever We Are
04 Ballad Of The Broken Hearted
05 Gonna Need Some Love Tonight
06 The Fall
07 Neon Heart
08 With Both Hands
09 10 x Bigger Than Love
10 My Anarchy
11 The Wild, The Weird, The Wonderful
12 Tears Never Dry

Details

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Label: Frontiers Records
Vö-Termin: 17.10.2014
Spielzeit: 57:03

Copyright Cover: Frontiers Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde