Review

VAyL aus Berlin haben sich dem Stoner Metal verschrieben. Southern Riffs mit harten Gesängen und groovigen Drums, das verbindet das Trio aus der Bundeshauptstadt. Ihre derbere Gangart harmoniert mit dem leicht über allem schwebenden Grunge-Feeling ziemlich gut und so klingen VAyL nicht wie jede andere Band. Was ihre neue EP „Eclipse the Sun“ drauf hat, klären wir jetzt.

Sofort fällt auf: Der Sound ist sehr höhenlastig, weshalb der Genuss mit Lautsprechern zu empfehlen sei, da ansonsten die Trommelfelle wegzuschmelzen drohen. Das soll der Qualität des Materials aber keinen Abbruch tun.
Dies zeigt bereits der Song „Welcome to the Badlands“, der als Opener grandios funktioniert. Er animiert zum Bewegen und wirkt dank offenem Riffing sehr einladend.

Frontmann Hagen Ohmstede vereinigt Gitarrenspiel und Gesang hervorragend; nicht nur, weil er immer mal wieder an Kurt Cobain mit etwas rauchigerer Stimme erinnert, sondern auch weil er allgemein eine grandiose Metal/Rock-Stimme hat, die die Songs nach vorne bringt und nicht im Regen stehen lässt.
Schlagzeuger Tony lässt neben Bum Tschack gerne auch ein wenig mehr Metal einfließen. Und auch der knurrige Bass von Ben Ohmstede gefällt sehr gut, da er den Songs den nötigen Drive und Bodenständigkeit verleiht, die das teilweise anspruchsvolle Gitarrenspiel benötigt.
Hier wirkt nichts wie vom Band; die Jungs haben Spaß am Spielen und das merkt man der authentisch wirkenden EP auch an.

Nichtsdestotrotz reden wir hier nicht von Musik für Akademiker. Mit „Amnesia“ zeigen die Jungs recht gut, wo die Reise hingeht: Viel Groove, aggressive Vocals und coole Riffs. Das Ganze wird mit dissonanten Teilen und interessanten Clean-Parts (wie in „Face to Face“) angereichert und erhält dadurch eine doch sehr intensive Tiefe, die sich erst nach mehrmaligem Durchhören zeigt. Gerade „Face to Face“ zeigt perfekt, wozu die Band imstande ist.

Wenn man meint, man kennt jetzt den Stil der Band, kommt die Rasselbande mit einem postigen Rock/Metal-Song mit viel Gefühl um die Ecke. „Insomnia“ klingt somit ganz anders als der Rest, fügt sich aber dennoch gut in den musikalischen Kontext der EP ein. Einzig die Riffs können hier nicht ganz überzeugen.

VAyL (Copyright: VAyL)

VAyL (Copyright: VAyL)

Power haben VAyL aber mehr als genug, wenngleich die EP mit dem letzten Song „Left Undone“ etwas abflacht.
Vor allem live kann man sie sich daher sehr gut vorstellen. Ihre treibenden Parts sollten die Menge auf Touren bringen und genau das scheint auch ihr Ziel zu sein.

VAyL machen ihre Sache daher richtig gut. Stoner, Metal, Sludge und Grunge verbinden sie und ballen dies auf fünf Songs, die allesamt gut ankommen.
Zum Ende ist die Luft zwar etwas raus, aber die Lust auf ein neues Album ist allemal geweckt.

Fans von energiegeladenem Rock mit viel Groove und harten Vocals sollten sich diese EP zulegen.

Video

Trackliste

01 Welcome to the Badlands
02 Amnesia
03 Face to Face
04 Insomnia
05 Left Undone

Details

VAyL – Homepage
VAyL – Facebook

Label: Selfrelease
Vö-Termin: 01.10.2016
Spielzeit: 26:53

Copyright Cover: VAyL



Über den Autor

Marcus
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