Review

>A Special Companion EP<

Mit ihrem wuchtigen Mix aus Prog, modernem Metal und Rock (inklusive diverser Einflüsse dazwischen), zu hören auf ihrem Album „The Insanity Abstract“, konnten Vanish 2017 einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zum 20-jährigen Bandjubiläum macht die Band nun sich und den Fans ein besonderes Geschenk und veröffentlicht die EP „Altered Insanity“.

Limitiert auf 500 Stück (und natürlich auch digital erhältlich), möchte der 5-Track-Silberling dem Album ein Ausrufezeichen verpassen. Dafür sollen Neuinterpretationen von Vanish-Songs mit namhaften Gastsängern sorgen. Doch dieses Vorhaben gelingt nur bedingt.

Die Qualitäten der Band

Denn wissen muss man, was der Infotext ihres Labels Fastball Music über die Band verrät. Dort heißt es:

Vanish schaffen es, mit druckvollen Songs, einer mächtigen Produktion und interessantem Songwriting einen neuen Sound zu kreieren. […] Die Band kann sich mit den Großen der Szene messen.

Und in der Tat möchte man diese Aussagen nach Hören des Albums „The Insanity Abstract“ unterschreiben.
Bei solch Qualitäten, die dort zu hören sind, darunter vor allem das für den Stil der Band geschaffene Organ von Sänger Bastian Rose, bedarf es keiner weiteren Szenenamen, um ein Statement in der Musikszene zu setzen.

Wenn eine starke Band nicht zu toppen ist

Und so verschlimmbessern die Gastsänger teilweise sogar die eigentlich so grandiosen Songs. Ein Tim „Ripper“ Owens (in „We Become What We Are“) will dabei ebenso wenig zum gebotenen Stil der Songs passen wie Alicja Mroczka (in „The Pale King“) oder Ralf Scheepers (in „The Grand Design“), auch wenn sie alle ihren Job sehr gut machen. Doch leider gehen immer wieder insbesondere die Intensität sowie Emotionalität des jeweiligen Songs verloren. Da gefällt Bastian Rose im Alleingang definitiv besser, der mit seiner Stimmgewalt stets direkt ins Schwarze trifft.

Vanish (Copyright: Vanish)

Einzig der Song „Disbelief“ mit Verstärkung durch Ben Galster, dem Band-Neuzugang an der Gitarre, der hier für die Growls im Track sorgt und dem Titel damit eine neue Note verpasst, wirkt in sich stimmig und fügt sich – trotz des Stilbruchs – in den Songkosmos von Vanish harmonisch ein.

Das alles spricht gleichzeitig aber auch für die vorhandenen Stärken der Band, die es selbst Szenegrößen schwermachen, diese zu toppen.

Fazit

Während Namedropping der einen oder anderen Band sicherlich weiterhilft, stellen Vanish mit ihrer EP „Altered Insanity“ eindrucksvoll unter Beweis, dass sie keiner großen Namen bedürfen, um ihre Hörer zu überzeugen oder ihren Songs das gewisse Etwas zu verleihen. Denn was bereits qualitativ hochwertig ist, kann kaum besser gemacht werden. So stellt der Silberling definitiv kein Must-have dar. Vielmehr ist das Album „The Insanity Abstract“ zu bevorzugen, das sich auch drei Jahre nach Erscheinen noch gut eignet, um die Zeit bis zu neuem Material zu überbrücken.

Teaser

Video

Tracklist

01 The Pale King (feat. Alicja Mroczka)
02 We Become What We Are (feat. Tim „Ripper“ Owens)
03 Disbelief (feat. Ben Galster)
04 Heaven And Hell (A Tribute To Dio And Black Sabbath)
05 The Grand Design (feat. Ralf Scheepers)

Details

Vanish – Homepage | Vanish – Facebook | Vanish – Twitter

Label: Fastball Music
Vö-Termin: 27.03.2020
Spielzeit: 25:41

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde