Review

Der Opener „Katie Lee“ des Albums „Southbound Train“ von Vanderlinde vereint gekonnt smoothen Rocksound mit deutlich hörbaren Country- sowie Blues-Elementen. Diese Mischung ergibt einen harmonischen Sound, der durchgehend stimmig ist und unaufgeregt aus den Boxen schallt. Dennoch ist diese Nummer keinesfalls langweilig, da die Band immer wieder kleine Variationen spielt, die das Ganze ziemlich interessant machen. Darauf wird ein passender Gesang gelegt, der hervorragend mit der Musik harmoniert. Ein gekonnt gespielter Instrumentalteil in der zweiten Hälfte rundet den Song ab.

Das nun folgende „In Your World“ klingt sehr folkig, was nicht nur durch die Auswahl der verwendeten Instrumente, sondern auch durch den musikalischen Aufbau begründet ist. Vanderlinde spielen einen vielschichtigen, kantigen Sound, zu dem der melodische Gesang einen angenehmen Kontrast bildet. Schon der Unterschied zwischen „Katie Lee“ und „In Your World“ zeigt, dass diese Scheibe ziemlich abwechslungsreich ist.

„Miss Molly“ beweist eindrucksvoll, dass Vanderlinde nicht nur in der Lage sind, ruhige Nummern zu schreiben, sondern durchaus auch einen dynamischen Klang produzieren können. Zwar handelt es sich bei diesem Titel um einen relativ glatten Pop-Rock Song, dennoch besitzt auch dieser einige spannende Aspekte. Diese sind allerdings deutlich rarer gesät als beim bisher Gehörten. Dafür ist der Refrain angenehm eingängig.

Der Track „In one Day“ ist ebenfalls eher in der Pop-Schublade einzuordnen. Zwar ist die Musik recht dunkel und durch die Bassgitarre dominiert, aber die Struktur ist insgesamt zu unaufgeregt. „In one Day“ ist definitiv kein schlechter Titel, besitzt aber trotz der Tatsache, dass er in sich passend wirkt, keine nennenswerten Highlights, die herausstechen.

„I feel me“ zeigt die romantische Seite von Vanderlinde. Es handelt sich hier um eine wunderschöne Ballade, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Ganz im Gegenteil: Vanderlinde haben wieder einmal ihre Kreativität spielen lassen und viele kleine Details integriert, die sich erst nach mehreren Durchläufen in Gänze offenbaren.

Vanderlinde (Copyright: Vanderlinde)

Vanderlinde (Copyright: Vanderlinde)

„Across the Hall“ bildet schließlich den Abschluss dieser Scheibe. Hierbei handelt es sich um einen weiteren angenehm kantigen Titel, der sich erlaubt, eben nicht durchgehend mit einer wunderbaren Melodie durchsetzt zu sein. Vielmehr klingt die Musik nach einer spontanen Jam-Session und bekommt ausschließlich durch den melodischen Gesang eine Struktur. Eine sehr spannende Idee, die sehr schön umgesetzt wurde.

Mit „Southbound Train“ haben Vanderlinde eine Platte an den Start gebracht, die insgesamt betrachtet wirklich gut klingt. Allerdings steckt der Teufel bei dieser Scheibe im Detail, denn neben einigen wirklich kreativen und innovativen Nummern finden sich hier auch diverse zwar wohlklingende, aber zu glatte Popsongs wieder, an denen man sich potenziell schnell satthören kann. Da diese jedoch dennoch gut klingen, beeinflussen sie die Wertung kaum.

Video

Tracklist

01 Katie Lee
02 In Your World
03 Oh America
04 Miss Molly
05 Southbound Train
06 Don’t get me wrong
07 In one Day
08 It will Hurt
09 She calls it Love
10 Song for Everyone
11 I feel me
12 When You walk on by
13 Child of Tomorrow
14 And when it happens
15 Across the Hall

Details

Vanderlinde – Homepage
Vanderlinde – Facebook
Vanderlinde – Twitter

Label: Snakebite Records / Bertus
Vö-Termin: 24.10.2014
Spielzeit: 50:05

Copyright Cover: Snakebite Records



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.