Review

Vampyromorpha sind in diesem Fall keine seltenen Vampirtintenfischähnlichen, sondern Nemes Black und Jim Grant. In gefälligen Doom Metal gewandet, saugen sie zwar kein Blut, bringen uns aber nach Aussage der Coverdesignerin Goatess Doomwych „six ways to hell, six reasons to be addicted to this mystic creature of the deep“ näher. Die „Fiendish Tales Of Doom“ stellen demnach sechs recht eigenständige Songs, die von Hexen und Dämonen, Horror und Verdammnis erzählen.

So startet „Deliver Us From The Good“ mit verzerrten Riffs und eingängigen Beats. Düsterrockiger Gesang verkündet vom Unheil, das uns allen bevorsteht „because evil always wins“. Rhythmuswechsel und stimmig gesetzte Soli eröffnen ein spannendes Klangbild mit Lust auf mehr.

Um dieser Erwartungshaltung zu entsprechen, werden die minimalistischen Beats des „Häxanhammer“ durch die Gruselorgel Hammond ergänzt und mit Einsetzen der schroffen Gitarren findet man sich in einem herrlichen Horrorfilmszenario um den „Hammer Of Justice“.
Während hier wie auch im folgenden „Metuschelach Life Cycle“ der Refrain regelrecht zum Mitgrowlen antreibt, erzählt das fast zehnminütige Stück „Satan’s Palace“ eine Liebesgeschichte – natürlich in der Doom-Version – die sich inhaltlich wie stilistisch wendet und somit die repetitiven „Dead woman – dead man / we try to survive, the best we can“ alles andere als langweilig werden lässt.

„Bachus“ erzählt vom Wirken eines Tyrannen, dessen alkoholbedingter Tod vom unterdrückten Volk gefeiert wird, während „Peine forte et dure“ imaginär ein Bühnenbild zusammensetzt um den „witches hammer […] splitting the skulls“ und Salem, den dunklen Berg, von dem niemand zurückkehrt, umgeben von Nebel und dem Gestank tausender Tode.

Vampyromorpha (Copyright: Vampyromorpha)

Vampyromorpha (Copyright: Vampyromorpha)

Während selbstgenannte Einflüsse wie Pentagram und Candlemass, aber auch Killing Joke und The Damned durchaus zu erkennen sind, hebt sich der Bonustrack „I’m So Afraid“ als Fleetwood-Mac-Cover songwritingtechnisch etwas ab, setzt dem Hexenwerk aber die musikalische Dornenkrone auf.

„History has to be written anew“ wird mit dem Ohrwurm „Häxanhammer“ vielleicht nicht an jede Pforte angeschlagen, die saubere Produktion (entgegen der Anlehnung an den Horror der 70er und 80er) und abwechslungsreiche Darbietung zwischen Gothic Rock und „Adult Oriented Doom Metal“ bereitet aber auch nach mehrmaligem Hören noch Spaß – oder eben Grusel.

Video

Tracklist

01 Deliver Us From The Good
02 Häxanhammer
03 Metuschelach Life Cycle
04 Satan’s Palace
05 Bacchus
06 Peine forte et dure
07 Iam So Afraid (Bonus)

Details

Vampyromorpha – Facebook

Label: Trollzorn
Vö-Termin: 27.05.2016
Spielzeit: 34:19

Copyright Cover: Goatess Doomwych



Über den Autor

Maria
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Tunichtgut von Welt