Review

Mit ihrem neuen Album führen Unzucht die Hörer „Jenseits der Welt“.

In elf Songs schicken sie „ihre Hörer auf eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele. Zwischen eingängigem Dark Rock, pfiffigem Alternative und harten Gitarren reitet die Band auf einem Tsunami der Kreativität, in dem Donnerschlagriffs und hymnische Refrains sich so flüssig vermischen wie nie zuvor.“
Das meint zumindest das Label Out of Line – und es sei vorab verraten: Diese Ausführung hält, was sie verspricht.

Die Tracks

Bereits der Titeltrack „Jenseits der Welt“ liefert den perfekten Einstieg. Harte Gitarrenriffs und knallende Drums bringen den Kopf im Refrain in Bewegung. In den Strophen dominiert der Bass von Don Canone. Kombiniert wird das Ganze mit einem Text, der die Hörer über die Endlichkeit des Seins nachdenken lässt. Die gefühlvolle Stimme von Frontmann Daniel Schulz bettet sich in das Gesamtwerk ein; einzig in der Bridge bekommt man jedoch verzerrten, harten Gesang zu hören.

Folgesong „Ich und Du“ wird von Synthesizer-Sound eingeleitet, der von der Gitarre untermalt wird. In den Strophen wirkt der Song vor allem durch die Gitarre hart, wohingegen die Refrains fast schon sanft ertönen.

Ähnlich klingend wie „Kettenhund“ kommt „Sonnentod“ daher. Auch hier ist der krasse Unterschied zwischen Strophe und Refrain auszumachen. Wüsste man es nicht besser, könnte man vermuten, dass es sich dabei um zwei verschiedene Songs handelt. Explizit erwähnenswert ist bei diesem Track die Wandelbarkeit von Daniels Stimme.

Nach „Horizont“, der mit einem einprägsamen Loop der Gitarre eröffnet wird und sich insgesamt sehr ruhig und melancholisch gibt, schließt sich „Misanthropia“ an. Bei diesem Song erhalten Unzucht durch Andy Dörner von Caliban gesangliche Unterstützung. Entsprechend hart und schnell geht es hier zu. Zudem verleiht Dörners Stimme dem Titel eine Metalcore-Note und macht ihn so außergewöhnlich.

Typischen Unzucht-Sound bietet dann „Chamäleon“. Später gefolgt von „Unsterblich“, einem Track, der gesanglich mit ausladendem Refrain aufwartet und die komplette Range des Sängers erkennbar macht.

Nach weiteren mal ruhigeren, mal derben Krachern schließt „Panzerechse“ die Standard-Version des Albums in Form eines rein instrumentalen Tracks, bei dem jedes Instrument sein Können unter Beweis stellen kann.

Ein Blick auf die Bonus-CD des limitierten Boxsets

Unzucht (Copyright: Bjørn Fehl)

Weiter geht es mit der Bonus-CD „Kein Land in Sicht“ bei all jenen, die das Album „Jenseits der Welt“ als auf 666 Einheiten limitiertes, handnummeriertes Boxset ihr Eigen nennen können.

Neben Goodies wie einem Echtheitszertzifikat, einen gewebten Patch, einen Würfelbeutel mit fünf Würfeln in speziellem Unzucht Design, fünf Bierdeckel mit dem Albumcover und einem Flaschenöffner wartet die besagte Bonus-CD „Kein Land in Sicht“ sowohl mit dessen Titelsong als auch mit Remixes befreundeter Bands auf. Darunter zählen u.a. Johnny Deathshadow, Groovenom und Alienare. Unbedingt hätte es diese Remixe zwar nicht gebraucht, für Fans der Band jedoch eine Möglichkeit, ihrer Sammelleidenschaft für Unzucht-Material in aller Form nachzugehen.

Fazit

Ob Standard- oder Limited Edition, feststeht: Schon nach dem ersten Hören bleiben die Songs auf „Jenseits der Welt“ im Kopf. Jeder Track ist für sich genommen ein Ohrwurm. Das Album ist somit sowohl für den Heimgebrauch als auch für die Liveperformance auf kommenden Konzerten der Unzüchtigen hervorragend geeignet.

Video

Tracklist

01 Jenseits der Welt
02 Ich und Du
03 Sonnentod
04 Horizont
05 Misanthropia (feat. Andy Dörner)
06 Chamäleon
07 Nein
08 Unsterblich
09 Monsterfreilaufgehege
10 Frieden
11 Panzerechse

Bonus-CD:
01 Kein Land in Sicht
02 Nein – De Clercq Remix
03 Sonnentod – Groovenom Remix
04 Monsterfreilaufgehege – Johnny Deathshadow Remix
05 Ich und Du – Alienare Remix
06 Misanthropia – Bonus Version

Details

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Label: Out of Line Music
Vö-Termin: 07.02.2020
Spielzeit: 46:21 + 22:35

Copyright Cover: Out of Line



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem