Review

Die progressiven Jungs von Until The Uprising kommen 2016 mit ihrem neuen Werk „Out of Time“ auf uns zu. Und man kann meinen, dass sie uns überrollen. 2005 gegründet, präsentieren die Franzosen damit ihr zweites Album.
Nur zwei Alben in über zehn Jahren Bandgeschichte? Until The Uprising scheinen sich Zeit für ihre Veröffentlichungen zu nehmen. Ob die investierte Zeit gleichzusetzen ist mit der Qualität der Tracks?

Mit der Band wird es auf jeden Fall spacig. „2.5 Billion Seconds“ dient als Intro in eine sehr technische und maschinelle Platte, die den Hörer sofort an Bands wie Born of Osiris erinnern wird. Keyboard und Gitarrenspiel ertönen, um dann durch breakdownlastige Grooves durchbrochen zu werden. Hier wird der technische Grad von Until The Uprising relativ schnell klar. Tiefe Gitarren, viele Noten, dafür aber ein Gespür fürs Songwriting, sodass wir keine Necrophagist 2.0 vorgelebt bekommen, sondern einen Hauch Atmosphäre genießen dürfen.

Was danach folgt, ist grundlegend solide, moderne Metal-Kost mit viel Death Metal und reichlichen Chuc Chuc-Djent-Riffs. „Invisible Cages“ oder „Our Target“ sind gute Nummern, die durch derbe Grooves und ein wenig Backbeat richtig interessant werden. Der Klargesang von Fronter Michel ist gelungen, wenn auch nicht überragend. Die Songs sind zudem immer gut geschrieben; der Hörer fühlt sich weder verloren noch hat er das Bedürfnis zu skippen.

Das hat man eher, wenn man die Platte einmal durchgehört hat, denn danach fällt auf, dass die Songs alle relativ ähnlich sind und sich dadurch ziemlich schnell abnutzen. Man hat diesen technisch-progressiven Ansatz, wie ihn Until The Uprising verfolgen, schon viel zu oft gehört. Über die Qualität kann man nicht meckern, denn alles, was ein modernes Metalalbum benötigt, ist vorhanden: ein knackiger Sound, gute Riffs und Jungs, die Bock auf Musik haben. Das alles hilft nur nicht, wenn die Tracks so generisch sind, dass man keinen richtigen Grund sieht, diese Band in den Olymp zu heben.

Until The Uprising (Copyright: Until The Uprising)

Until The Uprising (Copyright: Until The Uprising)

„Seize your Life“ geht hinzukommend als Deathcore Nummer durch, die wir ebenso schon häufig woanders gehört haben. Es fehlt der Aha-Effekt, an dem man die Jungs festmachen kann. Bemerkenswerterweise stellen lediglich drei Leute diese Songs zusammen, das ist beachtlich. Viel Interessantes kommt dabei jedoch nicht herum.

Schade, Until The Uprising zeigen eigentlich, dass sie Lust auf anspruchsvolle Musik haben. Ihre Spielfreude kauft man ihnen ab. Was jedoch fehlt, sind die Momente, die man mit der Band verbindet. Bleibt zu hoffen, dass sie mit den nächsten Werken noch eine Schippe drauflegen und uns beweisen, dass sie auch mit Alleinstellungsmerkmalen glänzen können.

Video

Trackliste

01 2.5 Billion Seconds
02 Invisible Cages
03 Embrace The Uncertainty
04 Our Target
05 Another Dimension
06 Nothingness
07 Seize your Life
08 Out of Time (Part 1)
09 Out of Time (Part 2)

Details

Until The Uprising – Homepage
Until The Uprising – Facebook

Label: Klonosphere
Vö-Termin: 10.10.2016
Spielzeit: 39:36

Copyright Cover: Klonosphere



Über den Autor

Marcus
Marcus