Review

Lange ist es her, dass „Monster Akt 3: Hassorgasmus“ von Unterschicht die Dark Electro Fangemeinde beglückt hat. Zeit, neues Material nachzulegen. Und so ist das Projekt nach vier Jahren zurück aus der Versenkung. Ziemlich hämmernd, möchte man sagen.

Die Formation um „Das Ich“-Livekeyboarder Sven Hegewald veröffentlicht beim Label Danse Macabre das Album „Krank (Lass mich allein)“ – und die Klänge von „Das Ich“ sind auch hier durchaus erkennbar. Das macht das Ganze erst einmal interessant und mehr als tanzbar. Doch da es aus dem Hause „Das Ich“ stammt, misst man dann auch eher DIESEN Fingerprint. Doch der Reihe nach.

Von Hellectro bis balladesk

Los geht es mit „Chernobog“, der sich als geeigneter Opener entpuppt und den Titel des Albums wortwörtlich präsentiert, ist er doch dark, aggro und „spuckend“.

Ferner ist es aber nicht einfach, einzelne Songs zu analysieren, denn der rote Faden des Albums zieht sich durch alle Titel und eine gewisse Wiederholung ist ebenso erkennbar. Doch alles in allem hämmern sich die Tracks ins Gehirn, was wohl auch an den stampfenden Beats liegen mag.

Darüber hinaus kommen die insgesamt 13 Tracks vielseitig daher und erinnern in Teilen an Suicide Commando, Hocico und sogar Blutengel – und schließen so den Kreis von Hellectro bis balladesk.

Unterschicht (Copyright: Unterschicht)

Zieht man den Namen des Albums genauer in Betracht, bietet sich das Werk also für das Alleinsein an, da es Abwechslung bietet und das Tanzbein mindestens wippen lässt, während man durch Corona nicht sehr viel mehr tun kann, als auf der Couch zu sitzen und sich diese Tracks auf voller Lautstärke reinzuziehen.

Die „Tiefe“ der Songs lasse man dann aber einmal dahingestellt. Doch immerhin hat das Album Unterhaltungswert.

Das zeigt sich auch an der Qualität der Programmierung. Diese ist teils monoton, teils doch etwas „innovativer“, aber stets präsent. Es soll daher wohl in erster Linie tanzbar sein und wirklich nur unterhalten. Und das gelingt durchaus.

Fazit

Ein Album, das als „ok“ bezeichnet werden kann, wenn man weniger Tiefgang möchte, dafür aber den Fokus auf Beats richtet.

Tracklist

01 Chernobog
02 Psychokiller
03 Pantha Rhei
04 Ihr habt alle gefickt
05 Zirkus des Wahnsinns
06 Horrorhospital
07 Wir waren nicht bereit
08 Dein Blut
09 Dr. Satan
10 Lass mich allein
11 You Can Run
12 Ich lass mich fallen
13 Des Monsters Totenlied

Details

Unterschicht – Facebook

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 27.03.2020
Spielzeit: 60:27

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.