Review

Noise Rock mit einer gewissen Exotik tritt in der Form, wie uKanDanZ ihn praktizieren, nicht oft auf, aber genau das ist es, was ihr Album „Awo“ ausmacht. Saxofon trifft auf vibrierende Rhythmen, trifft auf markanten Gesang und alles trifft auf den sechs Songs genau ins Schwarze.

Das Arrangement auf „Awo“ ist zu einem großen Teil sehr gut gelungen. Gitarre und Bass halten für den Hörer ein paar durchaus catchige Riffs bereit, während das Schlagzeug die Energie jederzeit aufkommen lässt, wenn sie nötig scheint. Hinzu kommt das bereits erwähnte Saxofon, welches – für Noise durchaus unüblich – keine wirren Klänge von sich gibt, sondern vielmehr strukturiert agiert. Dadurch werden Akzente gesetzt und die Hörer nicht von einer Flut aus quäkenden Tönen überschwemmt.

Am auffälligsten auf „Awo“ ist jedoch der Gesang. Vorgetragen nicht auf Englisch oder Französisch, sondern in der eigenen Muttersprache, untermalen der variierende Gebrauch der Stimme sowie die leiernde Betonung den Sound von uKanDanZ. Was anfangs noch etwas gewöhnungsbedürftig wirkt, entpuppt sich im Laufe der Platte als mitreißendes Element der Band.

Für Abwechslung sorgen die Jungs mit wechselnden Rhythmen oder auch mal sehr modernen Rockeinlagen (wie in „Ambassel to Brussel“) zwar regelmäßig, zwischendurch gibt es jedoch Passagen – besonders ab dem Mittelteil von „Awo“ -, die sich sehr stark ähneln. Und so verfallen uKanDanZ hier stets in die gleiche Masche, einen Titel erst sehr druckvoll aufzuziehen und dann in einen ruhigeren Part fallen zu lassen.
Diese Kompositionen gehen durchgehend auf, keine Frage, aber bei so vielen Möglichkeiten, die uKanDanZ hier aufzeigen, hätte man mehr über den Tellerrand schauen können.

uKanDanZ (Copyright: uKanDanZ)

uKanDanZ (Copyright: uKanDanZ)

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass so manches Instrument nicht immer auf den Punkt gespielt ist. Als Gruppe fällt dies kaum auf und passt auch irgendwie zu den musikalischen Ausschweifungen, aber als Solo tritt man manchmal gerne daneben.

Dennoch kommt hier so einiges an Dynamik zum Tragen, vor allem wenn der Bass so richtig ins Rollen kommt. Gut zu hören auf „Gela Gela“, bei dem man seinen Körper nicht mehr unter Kontrolle halten kann und mit den hypnotischen Rhythmen einfach mitgehen muss.

Abschließend kann man sagen, dass mit „Awo“ ein unterhaltsames Werk entstanden ist, welches hauptsächlich durch die Kombinationen verschiedener Einflüsse überzeugen kann. Zwischen den Highlights hätte man ruhig ein bisschen mehr differenzieren können, aber an sich schließen uKanDanz hier eine runde Sache ab.

Video

Trackliste

01 Tchuhetén Betsèmu
02 Lantchi Biyé
03 Endè Yerusalèm
04 Gela Gela
05 Sèwotch men yelalu
06 Ambassel to Brussel

Details

uKanDanZ – Homepage
uKanDanZ – Facebook

Label: Atypeek Music
Vö-Termin: 12.02.2016
Spielzeit: 43:52

Copyright Cover: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher