Review

Als ich – zugegeben sehr spät – erfahren habe, dass U2 ihr neues Album verschenken, war ich zunächst skeptisch. Denn der Grund für eine solche Aktion ist erfahrungsgemäß entweder, dass es sich um eine Remix-Platte handelt, oder dass das Werk nicht wirklich gut ist. Trotzdem war ich neugierig und habe mir das Teil heruntergeladen.

Bereits der Opener „The Miracle (Of Joey Ramone)“ hat mir schnell gezeigt, dass es kein Fehler war. Sicherlich haben sich U2 weiterentwickelt und klingen nicht mehr ansatzweise so rockig wie zu ihren Anfangszeiten, doch genau diesen „alten“ U2-Sound, den man auf den letzten Alben der Band oft vermisst hat, findet man in diesem Track. Immer wieder stoßen dreckige und kantige Gitarrensounds durch den ansonsten recht glatten Track, sodass man sich an die gute alte Zeit erinnert fühlt. Der Refrain ist extrem eingängig und macht eine Menge Spaß. Immer wieder eingestreute chorale Sequenzen sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern passen hervorragend in das Konzept dieses Titels. Insgesamt handelt es sich bei „The Miracle (Of Joey Ramone)“ um einen starken Opener, der Bock auf mehr macht.

Auch das folgende „Every breaking Wave“ startet vielversprechend. Es handelt sich um eine ruhigere Nummer, bei der die Stimme von Bono klar im Vordergrund steht. Lediglich die Bassgitarre sowie die Drums nehmen ähnlich viel Raum ein, was dem Ganzen einen sehr interessanten Sound verleiht. Im Refrain bricht dann die gesamte Instrumentalisierung von U2 durch und sorgt für die richtige Portion Drive. Die Übergänge zum Refrain (und von diesem zu den ruhigeren Strophen) sind sehr gut gelöst und finden stimmig statt.

Ebenfalls mit einem äußerst klassischen Sound wurde „Volcano“ versehen. Abermals sind es die Bassgitarre sowie die Drums, die für diesen Eindruck sorgen. Zudem ist der Gesang etwas verzerrt und wirkt stilistisch ein wenig wie das geniale „Hold me, Thrill me, Kiss me, Kill me“. Eine gelungene Hommage an diesen Klassiker. Davon abgesehen macht „Volcano“ einen ziemlich ruppigen Eindruck, was diesem Track gut bekommt und vor allem darin begründet ist, dass U2 immer wieder mit dem Tempo sowie der Melodie spielen.u2-songs-of-innocence-foto

„The Troubles“ bildet den Abschluss von „Songs of Innocence“ und startet recht bombastisch. Interessante Vocals, die immer wieder von einer mächtigen Bassdrum durchbrochen werden, bilden das Intro, aus welchem sich der eigentliche Song herauskristallisiert. Die Drum bleibt als Element erhalten, wodurch ein stimmiger Übergang gewährleistet wird. Spannend ist die Tatsache, dass es sich bei „The Troubles“ um eine eher ruhige Nummer handelt, bei der besagte Trommel einen guten Kontrast bildet. Ein stimmiger Abschluss.

U2 sind zurück. „Songs of Innocence“ überzeugt auf ganzer Linie, vor allem aufgrund der Tatsache, dass sich die Band wieder ein wenig an ihrem „alten“ Sound orientiert. Wenn das noch kein Argument ist, sich die Scheibe zuzulegen, dann doch sicher die Tatsache, dass man das gesamte Album bis zum 13. Oktober 2014 in voller Länge kostenlos bei iTunes herunterladen kann.

Video

Tracklist

01 The Miracle (Of Joey Ramone)
02 Every breaking Wave
03 California (There is no End to Love)
04 Song for Someone
05 Iris (Hold me close)
06 Volcano
07 Raised by Wolves
08 Cedarwood Road
09 Sleep like a Baby tonight
10 This is where You can reach me now
11 The Troubles

Details

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Label: Universal Music
Vö-Termin: 13.10.2014
Spielzeit: 48:06

Copyright Cover: Universal Music



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.