Review

Die aus Färöer stammende Folk Metal Band Týr hat am 08.03.2019 ihr neues Album mit dem Titel „Hel“ auf den Markt gebracht.

„Hel“ ist das mittlerweile achte Studioalbum von Týr und seit ihrer letzen Scheibe „Valkyrja“ sind sechs Jahre vergangen. Die Band war in dieser Zeit unter anderem mit Children Of Bodom auf Tour und hat einen Gig auf der Kreuzfahrt „70000 Tons of Metal“ gespielt.

Was ist nach dieser Zeit zu erwarten? Das Label Metalblade gibt wie folgt eine Antwort darauf:

Das achte Album der Band bietet unverblümt melodischen und bezaubernden Progressive Folk Metal, der sofort bei all denjenigen Anklang finden wird, die das schon zwei Jahrzehnte fortdauernde Schaffen der Musiker mitverfolgen.

(Quelle: Metalblade)

Ab in die Unterwelt

Der erste Track „Gates of Hel“ heißt die Hörer in der Unterwelt willkommen. Ein ruhiges Gitarrensolo aus akustischer und verzerrter E-Gitarre leitet den Song ein. Die Drums gesellen sich später hinzu und schlagen unerbittlich den Takt. Der Gesang wechselt sich zwischen Klargesang und Screaming ab. Das Schlagzeug vollzieht während des Songs immer wieder einen Tempowechsel. Gegen Ende dürfen die Gitarren noch einmal einen ausgedehnten Solo-Part spielen. Dieser teilt sich in eine geslappte und verzerrte Spielart auf. Beides weiß zu überzeugen und Týr gelingt mit „Gates of Hel“ ein sehr epischer Einstieg.

In der Unterwelt angekommen erwartet der Höllenhund Garmr schon die Hörer. Bei „Garmr“ legt das Schlagzeug zunächst ein schnelles Tempo vor. In den Strophen jedoch nimmt dieses wieder ab und man kann den Text sehr gut verstehen. Die Gitarre wird schön verzerrt in den Song eingebettet und bekommt auch hier wieder ihr Solo.

Fremdsprachenunterrericht

Zwei Songs in Landessprache finden sich mit „Ragnars Kvæði“ und „Álvur Kongur“ auf dem Album.

„Ragnars Kvæði“ klingt sehr traditionell und man fühlt sich, als stünde man in einer Methalle zwischen einer Horde Nordmännern. Der Track verbindet die klassischen Elemente eines traditionellen Liedes mit Metal-Elementen auf gelungene Art und Weise.

„Álvur Kongur“ wird zunächst von einer akustischen Gitarre eingeleitet. Während des knapp zweiminütigen Intros wird diese dann von einer leicht verzerrten E-Gitarre abgelöst. Der Text mutet wie ein Zauberspruch an und strahlt eine entsprechende Atmosphäre aus.

Tempo und Härte

Die schnellen, harten Parts liefert „All Heroes Fall“. Dieser ist musikalisch relativ zügig und man hat das Gefühl, dass die Instrumente den Gesang vorantreiben. Ruhigere Parts finden sich jedoch ebenfalls im Song und ein Gitarrensolo darf natürlich auch nicht fehlen. Dabei scheint sich der Gitarrist dieses Mal selbst zu übertreffen. Der Gesang wirkt in diesem Song hingegen eher nebensächlich.

Ebenfalls vorantreibend ist „Downhill Drunk“. Der Song ist einer der kürzesten Tracks des Albums und kann an Härte und Schnelligkeit dem vorher beschriebenen Titel auf jeden Fall das Wasser reichen. Die instrumentalen Parts dominieren hier.

„Fire and Flame“ war die erste Singleauskopplung. Dieser liefert zu Beginn ein schnelles, hartes Gitarrensolo. In der Strophe wird der Song eher basslastig und gefühlt langsamer. Dies ändert sich dann wieder im Refrain. Die Gitarre hat hier erneut ihren großen Auftritt.

Stolz und Epik

Thematisch könnte man wohl folgende Songs zusammenpacken:

„Empire of the North“ steht an Härte den vorherigen beiden Songs in nichts nach. Jedoch besitzt er eine gewisse Schwere und man spürt den Stolz, der im Text mitschwingt. Der Gitarrist kann hier wieder einmal sein Können unter Beweis stellen.

Against the Gods“ wird ebenfalls mit stolzgeschwellter Brust gesungen. Trotz der doch eher ruhigeren Art liefert der Song zwischendurch ein volles Brett an Härte und Schnelligkeit. Die Tempowechsel sorgen für Abwechslung.

Týr (Copyright: Tim Tronckoe)

„Songs of War“ ist durch Gitarre und Drums extrem schnell zu Beginn. Melodisch und gesanglich wird der Song zwischendurch etwas schwerfälliger und klingt dadurch nahezu episch. Krieger erzählen stolz von ihren Schlachten.

„King of Time“ erinnert zu Beginn an eine altertümliche Melodie; ein ausgedehnter Instrumentalpart leitet den Song ein. Der Gesang klingt zwischendurch sehr theatralisch, schwenkt dann aber wieder in den gewohnten Sound um. Die Gitarre bekommt auch hier wieder ihren Platz.

Fazit

Die Songs auf „Hel“ wirken zum Teil sehr langatmig, da keiner unter vier Minuten Spielzeit hat; der längste Track auf dem Album dauert geschlagene 7,5 Minuten. Stilistisch und musikalisch sind die Titel allerdings einwandfrei. Was jedoch fehlt, ist ein Song, der mitreißt, und ein Song, der ans Herz geht.

Davon abgesehen werden sich Fans von Týr sicherlich über das neue Album freuen, auf das sie so lange warten mussten.

Video

Tracklist

01 Gates of Hel
02 All Heroes Fall
03 Ragnars Kvæði
04 Garmr
05 Sunset Shore
06 Downhill Drunk
07 Empire of the North
08 Far from the Worries of the World
09 King of Time
10 Fire and Flame
11 Against the Gods
12 Songs of War
13 Alvur Kongur

Details

Týr – Homepage | Týr – Facebook

Label: Metal Blade Records
Vö-Termin: 08.03.2019
Spielzeit: 69:59

Copyright Cover: Metal Blade Records



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem