Review

Two Minds Collide, 2 Minds Collide oder 2MC – wie auch immer man die Band aus Saarbrücken schreiben möchte, vorstellig wird unter diesem Namen ein Trio, das mit seinem Debütalbum „The Mean Mile“ im Dark Rock mitmischen möchte.

Um dieses Vorhaben voranzutreiben, pressen die drei Musiker Lias Schwarz (Gesang, Gitarre, Samples), Pi (Schlagzeug) und Finch (Bass) zwölf Songs auf ihr kürzlich erschienenes Erstlingswerk, das neben seinem rockigen Fundament sowohl Industrial Metal Anleihen als auch Orchesterklänge aufweist.

Insbesondere die orchestralen Zugaben sorgen in einem Song für das gewisse Etwas, ohne sich zu sehr aufzudrängen, und auch die meist düstere Elektronik ist ebenfalls sinnvoll, effektvoll und gut platziert. Auf instrumentaler Ebene gibt es an „The Mean Mile“ daher nichts zu meckern.

Anders als bei anderen Bands des Genres zünden die Songs von Two Minds Collide jedoch nicht immer sofort. Obwohl sie während des Hörens sehr gefällig sind, fehlen derartige einprägsame Melodien, die auch nachhaltig im Ohr bleiben. Ein mehrmaliges Durchhören ist hier daher ratsam, denn insgesamt haben Two Minds Collide die Chance vertan, potenzielle Hits zu fabrizieren.

Um Abwechslung ist die Band jedoch bemüht. So bricht ein „Like And Share“ beispielsweise die bereits mit dem Intro „Steps“ eingeleitete und in „My Path“ weitergeführte düstere Grundstimmung des Albums kurzerhand auf, um stattdessen die mehr groovende Seite der Truppe zu betonen. Zudem gesellen sich zu den treibenden Rocksongs einige ruhigere Titel. Diesbezüglich wird man allerdings feststellen: Je ruhiger Two Minds Collide agieren, desto mehr drohen die Songs langweilig zu werden. Eine Ausnahme bildet hier „Dead Lines“, der vor allem von seiner Entwicklung profitiert und daher an dieser Stelle löblich hervorzuheben ist. Verstärkt sollte die Band daher darauf achten, gerade in ihren bedächtigeren Titeln mehr Highlights zu setzen, um das Interesse des Hörers aufrechtzuerhalten.

Two Minds Collide (Copyright: Rich Serra | www.rich-serra.de)

Eine größere Baustelle ist hingegen der Gesang. Einen Wiedererkennungswert verschafft sich die Stimme bislang nur durch einen oftmals dünnen Klang, der gegen die Gitarrenwände und Elektronik nicht immer ankommt. Positiv überraschen kann da der Refrain zu „Crossroads“. Mit kurzzeitig aggressiverer Gesangsperformance als Akzentsetzung im Song punktet Sänger Lias Schwarz auf Anhieb und sollte derlei Stimmvariationen öfter einsetzen.
Im Vergleich zum gelungenen Backgroundgesang, den man auf „The Mean Mile“ des Öfteren in verzerrter Form und damit passend zum eingesetzten Electro vernimmt, ist der Leadgesang derzeit aber noch nicht ausgereift genug, um in der Profiliga zu bestehen und könnte eher im Nachwuchsbandbereich verortet werden.

Doch was nicht ist, kann ja noch werden und so ist Two Minds Collide trotz der genannten Kritik ein gefälliges Debütalbum zu bescheinigen. Da das Dreiergespann zudem bis dato noch ohne Label unterwegs ist, legen wir für die dafür gut in Eigenregie abgelieferte Arbeit noch einen halben Punkt drauf. Somit bleibt ein empfehlenswertes Album eines Newcomers, den sich Dark Rock Fans als Alternative für ihre Playlist gerne einmal näher anhören sollten.

Video

Tracklist

01 Steps
02 My Path
03 The Leader Left My Way
04 The Misery And The Man
05 Dead Lines
06 The Mean Mile
07 Drowning In The Rain
08 You Need To Be The Enemy
09 Go On
10 All Hope Was Gone
11 Like And Share
12 Crossroads

Details

Two Minds Collide – Homepage
Two Minds Collide – Facebook

Label: Eigenproduktion / recordJet
Vö-Termin: 06.04.2018
Spielzeit: 50:23

Copyright Cover: Two Minds Collide



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde