Review

Mit „The Mean Mile“ präsentierten Two Minds Collide – oder für alle Kürzelliebhaber 2MC – 2018 ein gefälliges Debütalbum. Ende 2019 legte das Trio aus Saarbrücken mit dem zweiten Studioalbum namens „Person X (An Unknown Identity)“ nach – und weiß dabei definitiv eine Schippe draufzulegen.

Die Songs

Und das, obwohl der Opener und gleichzeitige Titeltrack zunächst vermuten lässt, dass bezüglich unserer damals geäußerten Kritik am Debüt nicht viel Besserung in Sicht zu sein scheint. Phasenweise arrhythmisch angelegt, wenig eingängig und mit einem Hauch von Punk tönt der Eröffnungssong zwar geschmeidig aus den Boxen, hinterlässt dabei jedoch noch keinen bleibenden Eindruck. Auch vom erwartbaren Dark Rock fehlt bislang noch jede Spur.

Anders dann der sich anschließende Track „A Dark Desire“. Jener hat nicht nur das Wörtchen „Dark“ bereits im Titel, mit ihm trifft die junge Band schließlich auch auf den Nerv der Hörer. Der Song pendelt zwischen ruhigen und schnellen Phasen und weist stets ein großes Hitpotenzial auf.

Auch im weiteren Albumverlauf sollen weitere potenzielle Ohrwürmer folgen. Dabei zeigt sich, wie abwechslungsreich die Band den Genrebegriff „Dark Rock“ fasst und für sich deutet. Mal punkig angehaucht, mal mit einer Prise Alternative Rock versehen und mal die elektronische Keule schwingend zieht die Mehrheit der Titel nicht unbeachtet am Hörer vorbei – und bleibt dank verstärkter Eingängigkeit im Ohr. Allzu dunkel wird es dabei zwar nie, mitreißend sind die betreffenden Titel jedoch allesamt.

Und so seien vor allem explizit „Raindrops In A Storm“, „Last Kiss, Goodbye“, „Make Up Your Mind“ und der epische Rauswurf „Bits And Bytes“, mit dem man auch gesanglichen Facettenreichtum präsentiert und der in seiner Ausrichtung teils an melancholische IAMX-Wohlfühler erinnert, als Anspieltipps genannt.

Indes sticht „Fear Of Missing Out“ besonders aus dem Grund positiv hervor, da in diesem Titel (insbesondere auf elektronischer Ebene) herrlich viel passiert, dass es eine Freude ist, bezüglich der Details auf Entdeckungsreise zu gehen. Weil es dem Track zudem nicht an Emotionalität fehlt, drückt man in dem Fall gerne die Repeattaste.

Kritik

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch der Titel „The Saving Hands“ fällt mit seiner poppig-schlageresken Grundrhythmik derart aus dem Albumgeschehen, dass er sowohl störend wahrgenommen wird, als auch absolut verzichtbar ist.

Two Minds Collide (Copyright: Two Minds Collide)

Was sich jedoch nicht durch persönlichen Geschmack wegdiskutieren lässt, ist der oft zu amateurhaft klingende Sound auf dem zweiten Album der (dadurch eventuell hörbaren) labellosen Band.
So gehen einige Electro- und Orchester-Arrangements im Gesamtsound stellenweise zu sehr unter. Das hätte man sich klarer gewünscht, denn dadurch verlieren vor allem die eigentlich guten, emotionalen, balladesken Titel etwas an Wirkung. Diesbezüglich besteht daher bei Two Minds Collide aktuell noch Verbesserungsbedarf.

Fazit

Wie ihre neuen Songs live klingen, stellen Two Minds Collide derzeit (und noch bis zum 15.02.) in ihrer Funktion als Supportband von ASP unter Beweis. Wem diese Auftritte entgehen, der ist mit dem Album gut beraten.

Eine deutliche Steigerung zum Debüt, sodass man auch in Zukunft auf noch mehr Gutes hoffen darf.

 

Video

Tracklist

01 Person X
02 A Dark Desire
03 Of Mistakes And Dreams
04 Raindrops In A Storm
05 Fear Of Missing Out
06 Keep Up The Pace!
07 The Loneliness Of A Dying Sun
08 Last Kiss, Goodbye
09 Your Saving Hands
10 Make Up Your Mind
11 Bits And Bytes

Details

Two Minds Collide – Homepage
Two Minds Collide – Facebook

Label: Eigenproduktion / recordJet
Vö-Termin: 18.10.2019
Spielzeit: 45:11

Copyright Cover: Two Minds Collide



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde