Review

Pop-Rock leicht gemacht. Und Two Hearts in Ten Bands zeigen mit ihrer Platte „Revolutionary Heart“ wie es geht. Dass auch deutsche Musiker ein Gefühl für simple Strukturen, catchige Melodien und kraftvolle Stimmen haben, beweisen die Jungs und Mädels aus Osnabrück auf einer knappen Stunde Spielzeit.

Two Hearts In Ten Bands versprühen den Pop nur so. Auf musikalischer Ebene gibt sich die Band hier kompromisslos ehrlich. Sobald der Titelsong „Revolutionary Heart“ erklingt, greift die Platte erst so richtig. Mit stramm gespielten Saiteninstrumenten und hypnotischem Synthie geht es direkt ans Eingemachte. Höhepunkt des Ganzen ist dann die Hook, die jedes Mal zum Mitsingen einlädt.

Wer Pop-Musik machen will, braucht selbstverständlich eine prägnante Stimme, bei der sich keine zwei Meinungen bilden können. Auch hier kann die Truppe punkten. Kräftiger Gesang aus weiblichen Organen mit poppiger Art, allerdings auch mit mitschwebendem Soul. Eins der wohl markantesten Elemente auf „Revolutionary Heart“, wenn es darum geht, die Zuhörer direkt mit viel Gefühl anzusprechen.

Aber genug von den offensichtlichen Pluspunkten des Albums, hin zu den versteckteren, denn auf instrumentaler Ebene gibt es durchaus auch viel Lobenswertes. Die Kompositionen sind ausschließlich einfach gehalten, um den Sound so zugänglich wie möglich zu gestalten. Leichte elektrische Riffs legen sich auf die Akkordarbeit an den Stahlseiten, während der Bass sich brummend neben das Schlagzeug legt. Es sind besonders die etwas schnelleren Stücke wie „Dark In Flames“ oder „Surrender“ mit ihrem Dancefloor-Charakter, die sich in die Ohren graben.

Was Two Hearts In Ten Bands auf der einen Seite ohne Ausnahme richtig machen, wirkt sich auf die andere Seite der Titel aus. Solch Titel wie eben erwähnt bringen Schwung in die Sache und verkörpern das, was man von einer Mixtur aus Pop und Rock erwartet. Balladen dürfen natürlich auch nicht fehlen und keine ist so ausdrucksstark wie „Ocean“. Die entsättigte Kombi aus Klavier und Streichern bringt eben die Atmosphäre über die Texte, welche dem Gesang noch mehr Spielraum bietet.

Two Hearts In Ten Bands (Copyright: Two Hearts In Ten Bands)

Two Hearts In Ten Bands (Copyright: Two Hearts In Ten Bands)

Dann gibt es wieder Songs, ein gutes Beispiel wäre der erste Titel „Not Sure“, wo alles an seinem Platz sitzt, aber im Vergleich zu stärkeren Songs wie „For So Long“ bleiben sie unscheinbar. Genauso verhält es sich mit „Give In Give Up“, welcher sich auf längere Sicht zu keinem Dauerbrenner entwickeln will.

Aber um fair zu bleiben, die Intentionen dieses Album sind klar: den Hörer mit möglichst effektiven Mitteln abzuholen und eben keine allzu komplizierten Stücke darzubieten. Anstatt apathisch konstruierter Popsongs, die schnell wieder vergessen sind, kann man sich an „Revolutionary Heart“ aufgrund des Arrangements mental gut festhalten.

Um es zum Schluss auf den Punkt zu bringen, „Revolutionary Heart“ ist Pop durch und durch. Das hört man und das fühlt man. Für einen weiteren Ausstoß Glückshormone sei gesagt: Reinhören.

Video

Trackliste

01 Not Sure
02 Revolutionary Heart
03 Compromise
04 Green Mile
05 Ocean
06 My Record
07 Dark In Flames
08 Give In Give Up
09 Gratitude
10 For So Long
11 Surrender
12 Again

Details

Two Hearts In Ten Bands – Homepage
Two Hearts In Ten Bands – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 22.01.2016
Spielzeit: 48:32

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Christopher