Review

Massimo Pupillo, David Chalmin und Raphael Seguiner waren Teil des Katia & Marielle Labeque’s Minimalist Dreamhouse in London. 2011 schlossen sie sich zusammen und spielen seither als Triple Sun eine Mischung aus Post-Rock, Avantgarde und Musik für Musiker. Langsame Töne, seichter Gesang und viel Zeit beschreiben „The City Lies in Ruins“ ganz gut. Wir finden harten Tobak vor, den nicht jeder hören kann.

Dafür, dass es sich um ein Trio handelt, wirkt ihre Musik so, als wären reichlich Gastmusiker mit an Bord. Vielstimmiger Gesang trifft auf verspielte Gitarrenlinien. Der Einsatz von diversen Musikinstrumenten – gerade für die Rhythmusfraktion – darf nicht fehlen und so formen sie einen dronigen Strudel aus interessant gestalteten Songs, die auch kaum ausbrechen.

„Hole In The Sky“ klingt anfangs sehr ruhig und fröhlich. Ab der Mitte verändert sich der Titel dann aber so stark, dass man an ein Loch im Himmel erinnert wird und etwas Bedrohliches in der Situation sieht. Der Song treibt aber auch an, doch es fehlt etwas an Straffheit und so fühlt man sich stark an Mono erinnert, die gerne mal über einen längeren Zeitraum ihre Songs erklingen lassen.

„Moses“ kann man hingegen nur empfehlen. Drückende Drums, ein krachender Bass und ein unfassbar geiler Gesang, der sich auf diverse Linien aufteilt. Hier kommt auch die etwas postigere Ader der Band zum Vorschein.

Die Platte durchziehen zwei Fakten. Zum einen mag die Band das Dreckige und so finden wir viele kaputte Sounds und Effekte vor, die das Interesse der Hörer wecken. Zum anderen liebt die Band Samples. Diese bauen sie immer mal wieder ein. Dem einen gefällt es, dem nächsten ist es einfach too much. Insgesamt passt es ganz gut zu Triple Sun, dennoch wäre diesbezüglich weniger mehr gewesen.

Den Genuss der Platte hemmen zudem Songs wie „Building An Ark“ oder „A Gift“, denn jene brauchen ewig, bis sie mal so richtig explodieren. „A Gift“ zieht sich dabei über sieben Minuten, während erst die letzten Momente richtig Spaß bringen. Doch dann ist es auch schon wieder vorbei. Es ist ein gewisser Anspruch an ihre Musik, der dazu führt und leider ist man dadurch einmal mehr versucht, die Songs zu skippen, die ansonsten sehr gut und roh eingespielt sind. Was spricht also gegen etwas mehr Straightness?

Triple Sun (Copyright: Triple Sun)

Triple Sun (Copyright: Triple Sun)

Das Trio macht ansonsten einen guten Job, denn ihr fast schon doomiger Ansatz zieht die Hörer an den Schultern runter auf die Couch.
„The City Lies In Ruins“ ist ein Werk, das genossen werden muss, dafür sind die Songs zu intensiv und entfalten ihre Stärken erst, wenn man ihnen auch die Zeit lässt.
Triple Sun sind schwergängig, ihre Songs allesamt klasse und ambitioniert konstruiert. Dennoch bleibt der Kreis der Hörer eher klein, denn harter Tobak bleibt harter Tobak. Die schiere Schwere und Länge der Tracks macht es nicht gerade einfach, hier am Ball zu bleiben. Wirklich nur für Offenherzige zu empfehlen.

Trackliste

01 Hole In The Sky
02 Moses
03 There Are Weapons
04 Building an Ark
05 A Gift
06 The Spell
07 The City Lies in Ruins

Details

Triple Sun – Homepage
Triple Sun – Facebook

Label: Consouling Sounds
Vö-Termin: 13.05.2016
Spielzeit: 41:26

Copyright Cover: Triple Sun



Über den Autor

Marcus
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