Review

Die noch junge Band Trigora erzählt uns mit ihrer EP „Of Slaves And Kings“. Welcher Gruppierung sie sich selbst zuordnen, bleibt offen, es scheint aber, dass sich das Trio mit den auf „Of Slaves And Kings“ zu findenden fünf Songs zu Königen seiner Spielart erhebt, denn musikalisch haben die drei Musiker ihren Stil bereits gefunden und sich im Bereich des Alternative bzw. Modern Metal durchaus Krone und Zepter verdient.

Hörer von Trigora hingegen finden sich schon bald in der Rolle des Sklaven wieder, denn beinahe hörig folgt man wieder und wieder den Titeln auf der EP. Jene besitzen einen derart hohen Wiederspielwert, dass man aufpassen sollte, den Player nicht allzu heiß laufen zu lassen.

Doch was muss man sich unter dem Trigora’schen Alternative Metal genau vorstellen, der lediglich von drei Hauptakteuren auf den Weg gebracht wird? Darüber hat die Band aus der Rhein-Neckar-Region klare Ansichten und presst diese auch hörbar auf ihre EP.
Hier treffen stellenweise 30 Seconds to Mars auf 5 Seconds of Summer, während sich auch Bands wie Rise Against, Trivium und System of a Down zur illustren Runde gesellen – und bei all dem Treiben bringen Trigora noch sehr viel Eigenständigkeit in ihre Musik ein. Klingt nach einer bunten Mischung? Ist es aber nicht, denn bei den Jungspunden hat sich bereits nach zwei Jahren Bandbestehen ein deutliches, straightes Profil gebildet, das nicht nur konsequent umgesetzt wird, sondern auch das Potenzial besitzt, die überschaubare Truppe aus der Masse an Genrekollegen herausstechen zu lassen.

Neben der Härte, die Trigora auf „Of Slaves And Kings“ auffahren, sind es die eingängigen Melodien, welche eine der Stärken der Band widerspiegeln. Alle Songs gehen prompt ins Ohr und werden durch den Klargesang, der lediglich ab und zu mit einigen verzerrten Vocals oder sampleartigen Einschüben ergänzt bzw. variiert wird, darüber hinaus aber gänzlich ohne – wie auch immer geartete – gutturale Elemente auskommt, abgerundet. Stimmlich greift man die Aggression und Härte der instrumentalen Ebene partiell zwar auf, insgesamt sind Trigora diesbezüglich aber eher „mainstreamig“ unterwegs. So sind die Markenzeichen der Musik auch im Gesang wiederzufinden: modern, melodisch und schnörkellos.

„Schnörkel“ hätten allerdings verstärkt Einzug in die Songs auf „Of Slaves And Kings“ halten können, denn oftmals weist – trotz der gelungenen Bassläufe und um Abwechslung bemühten Arrangements (wie der Variation von schnellen und langsamen Titeln oder die Einbindung von Pianomelodien als Introfunktion in „We Wear The Mask“) – die Spielweise von Trigora nur wenig Finesse auf. Dies sind dann die Momente, in denen beispielsweise die Drums eben doch nur nach inspirationslosem Geknüppel klingen. Solche Phasen besitzt „Of Slaves And Kings“ jedoch nur sehr selten und lebt ansonsten von seiner Dynamik und Energie.

Trigora (Copyright: Trigora)

Trigora (Copyright: Trigora)

Diese wurden auch soundtechnisch gut eingefangen, und hier ließen sich die Jungs nicht lumpen und holten sich mit Rolf Munkes für die Produktion einen kompetenten Mann an Bord. Dem Crematory-Gitarristen und Empire Studios Bensheim-Kopf gelang es scheinbar, Trigora ein klanglich professionelles Auftreten zu verpassen, ohne seine eigene Handschrift allzu sehr auf „Of Slaves And Kings“ zu hinterlassen.

Dringend sollte man – sofern man sich im Alternative und Modern Metal heimisch fühlt – die Band Trigora im Auge behalten, denn was bereits in nur fünf Songs gezeigt wurde, verheißt nur Gutes für ein etwaiges kommendes Album. In Anbetracht des jungen Durchschnittsalters der Bandmitglieder, scheint sich hier etwas Großes anzubahnen, das auch international mit der Konkurrenz mithalten könnte.
Sind abschließend noch Anspieltipps gefällig? Dann empfehle ich einen kompletten Durchgang der EP, denn trotz straighter Stilverfolgung fallen die Titel sehr abwechslungsreich aus, während jeder Track mit Eingängigkeit aufwartet, die alle fünf Titel anspielwürdig macht.

Tracklist

01 Fly
02 Of Slaves And Kings
03 We Wear The Mask
04 War Machine
05 Drown

Details

Trigora – Facebook

Label: self released
Vö-Termin: 05.03.2016
Spielzeit: 21:14

Copright Cover: Trigora



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde