Review

Ganz gemächlich und dominiert von einem gut gespielten Bass startet die „Wolves“ EP von Trigant. Doch die Ruhe währt nicht allzu lange, denn der Opener, „Wolves“, nach dem diese Scheibe benannt wurde, legt recht schnell amtlich los.
Sobald das Gegrowle einsetzt, ist man jedoch ein wenig irritiert, denn dieses passt so gar nicht zur Musik. Stilistisch scheinen zwei Welten aufeinander zu treffen, was man erst einmal verkraften muss. Mit dem Einsatz von helleren Gitarrensounds geht es dann einigermaßen. Trotz allem ein recht irritierender Opener, der zudem musikalisch fast gänzlich ohne Melodien auskommt und stumpf vor sich hin gespielt wird.

Weiter geht es mit „Reflection“, welches wieder durch ein stimmiges Intro überzeugt. Spätestens bei diesem Track trifft den Hörer leider eine Erkenntnis, wie ein Schlag mit einem Vorschlaghammer: Was man beim Opener noch als schiefgegangenen Effekt abgetan hat, wird nun final bestätigt; Trigant haben einen Sänger, der schlicht nicht – und ich meine überhaupt nicht – singen kann. Denn das, was dieser Mann hier abliefert, ist gänzlich unterirdisch. Dabei ist die Musik gar nicht mal so schlecht, hat aber wie auch der Opener das Problem, dass die Nummer vielversprechend startet, durch die Länge aber immer langweiliger wird, da einfach immer wieder die gleichen Sequenzen gespielt werden. Der Gesang bei „Reflection“ ist jedoch das größte Übel, weshalb einem dieser Track bereits nach kürzester Zeit tierisch auf die Nerven geht.

Trigant (Copyright: Trigant)

Trigant (Copyright: Trigant)

„Disembodied“ ist Liedchen Nummer drei dieser EP. Wir kennen das Spiel ja bereits: Ein recht gutes Intro macht neugierig auf mehr, jedoch verfällt die Band in eine Anreihung von gleich klingenden Passagen, ohne Highlights zu setzen. Der Gesang ist auch in der klareren Version nicht zu ertragen, weshalb keine weiteren Worte verloren werden müssen. Da exakt dieses Konzept auch beim vierten und letzten Track greift, gehe ich auf diesen nicht weiter ein.

Abschließend sei gesagt, dass einige Mitglieder von Trigant durchaus Potenzial haben. Die Instrumente sind ziemlich gut gespielt und zumindest in den ersten Sekunden der vier Tracks erkennt man auch ein Händchen für gutes Songwriting. Doch leider wurde sich entschieden, die einzelnen Tracks auf mehr als sechs Minuten aufzublasen, ohne für Abwechslung zu sorgen, was zum einen Langeweile aufkommen lässt, zum anderen nicht gerade dafür spricht, dass man die Nummern noch einmal hören möchte.

Aber der größte Kritikpunkt fällt dem Sänger der Truppe zu. Bitte, bitte, gebt ihm eine Triangel oder lasst ihn das Studio abschließen, wenn ihr fertig seid, aber gebt diesem Mann kein Mikro mehr, denn er macht die ganzen Songs kaputt.

 

Video

Tracklist

01 Wolves
02 Reflection
03 Disembodied
04 Breaking

Details

Trigant – Facebook

Label: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 01.09.2013
Spielzeit: 25:00 Minuten

Copyright Cover: Trigant



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.