Review

Hat Mark Tremonti erst letztes Jahr das großartige Soloalbum „Cauterize“ auf den Markt gebracht, werden seine Fans auch 2016 mit einem neuen Werk beglückt. Ganz unverhofft kommt jenes allerdings nicht, da „Dust“ bereits zum Release von „Cauterize“ angekündigt war. Und so geht Alter Bridge Fans wieder das Herz auf, denn wer schon eine gefühlte Ewigkeit auf neues Material von Alter Bridge wartet, für den ist Mark Tremontis Soloprojekt ein willkommener Zwischenstopp.

Ein Zwischenstopp ja, eine Veröffentlichung nur für zwischendurch ist „Dust“ aber noch lange nicht, denn Mark Tremonti haut hier einen Hit nach dem anderen raus. Songwriting liegt ihm, der Sound gibt ihm recht und vom Erfolg wollen wir gar nicht erst sprechen.

„My Last Mistake“ ist der erste Track auf „Dust“. Hochfahrende Gitarren leiten den Titel ein, der danach im Rock/Metal Gewitter auf die Entladung vorbereitet. Mark Tremonti klingt dabei richtig derb und das macht extrem viel Spaß beim Hören.

Die Metal-Einflüsse sind auf „Dust“ genauso stark wie auf „Cauterize“; in „My Last Mistake“ gut an den rhythmischen Zutaten zu hören, die derbe grooven. In „Once Dead“ gibt es sogar Blastbeat-Action.

Der Titeltrack „Dust“ kommt neben den ganzen „Muskeltracks“ eher im Balladengewand daher, doch selbst dieser Song ist (zwar etwas klischeebehaftet und verspielt, aber trotzdem) gut.

Dafür warten mit „Catching Fire“ oder „Rising Storm“ noch richtige Biester auf den Hörer, während „Unable To See“ einen schönen Abschluss für „Dust“ findet. Die deutlich härtere Gangart kann einfach überzeugen, denn Mark Tremonti und seine Jungs spielen hier nicht einfach nur, ihre Musik kommt von Herzen und die Band hat Bock auf harte Töne; bei Alter Bridge geht es dann doch noch etwas lieblicher zu.

Tremonti (Copright:

Tremonti (Copyright: Tremonti)

Der Sound von „Dust“ steht der Band perfekt, denn die Gitarren klingen satt und dennoch klar. Für Fans der schrillen 1990er Metallica-Gitarren ist das nichts, aber den modernen Hörer sollte es erfreuen.
Trotz des kraftvollen Sounds bleiben die Jungs stets dynamisch. Im Kopf der Hörer bildet sich sofort ein imaginärer Circlepit.
Soli dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wie gewohnt passend und nicht aufgesetzt wirkend, finden Tremonti die Balance zwischen Können und Nachvollziehbarkeit.

„Dust“ ist eigenständig, äußerst wiederspielbar, songwriterisch klasse, insgesamt sehr ausgewogen und besitzt noch mehr Dampf als sein Vorgänger „Cauterize“. Ob in einem Lauf oder per willkürlicher Songauswahl für den Konsum zwischendurch, „Dust überzeugt mit seinem Rock-Metal-Mix.
Bis zum Release der neuen Alter Bridge Scheibe sollte hiermit also perfekt die Wartezeit verkürzt werden können.

Video

Trackliste

01 My Last Mistake
02 The Cage
03 Once Dead
04 Dust
05 Betray Me
06 Tore My Heart Out
07 Catching Fire
08 Never Wrong
09 Rising Storm
10 Unable To See

Details

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Label: Fret 12 Records / H’art
Vö-Termin: 29.04.2016
Spielzeit: 43:21

Copyright Cover: Fret 12 Records



Über den Autor

Marcus