Review

Sie waren da, sie waren weg und nun melden sich die schwedischen Schwermetaller von Transport League abermals nach ihrem Comeback laut und energisch mit dem Album „Napalm Bats & Suicide Dogs“ zurück.

Auf zwölf Songs walzen sich die vier Mannen zum sechsten Mal durch eine Veröffentlichung und das auf doomige, bluesige und vor allem groovige Art und Weise. Ihre retro-charmante Mischung aus Sludge, Stoner, Blues, Groove und Heavy Metal zieht aus jedem Genre die besten Essenzen heraus, um sie in typischer Transport League Manier an die Hörer zu bringen.

Dabei macht es sich die Band jedoch nicht allzu einfach und konzipiert ihre Songs simpel, vielmehr wirkt hier anspruchsvolles Spiel mit stetem aggressivem Unterton zusammen. Doch obwohl die einzelnen Titel sehr unterschiedlich und technisch versiert dargeboten werden, hält sich die Abwechslung und Differenzierung in Grenzen.

Verschuldet ist der auf einer Spielzeit von knapp 47 Minuten aufkommende Gleichklang hauptsächlich dem Gesang. Tony Jelencovich weicht nur selten und lediglich phasenweise (wie zum Beispiel in „Kill, Kill Faster“) von seinem rauen, aggressiven und kratzigen Schreigesang ab und lässt damit weder sich noch den Zuhörern wenig Zeit, zu verschnaufen. Alteingesessene Biker werden sich daran nur wenig stören, trotzdem hätte es hier noch weit mehr Variationen und weniger Vorhersehbares geben dürfen, denn gerade die Passagen, in denen mal nicht der Frust von der Seele gesungen wird oder auch mal ein „Kinderchor“ (ebenfalls in „Kill, Kill Faster“ zu hören) ertönt, peppen das Gesamtgeschehen auf „Napalm Bats & Suicide Dogs“ auf.

Transport League (Copyright: Patric Ullaeus)

Transport League (Copyright: Patric Ullaeus)

Ganz im Gegensatz dazu zeigt Jelencovich an der Gitarre – gemeinsam mit Leadgitarristen Peter Hunyadi – was es heißt, die Saiten abwechslungsreich flirren zu lassen. Schwere Doom-Riffs lösen groovige Sechssaiter-Attacken ab. Zusätzlich dient das eine oder andere gelungene Solo für einen mehr als willkommenen Zusatz.

Produktionstechnisch wurde dieses Gesamtpaket ansprechend geschnürt, sodass ein authentischer und – trotz aller Retro-Affinität – moderner Sound die zwölf Songs auf „Napalm Bats & Suicide Dogs“ durch die Boxen direkt in die Gehörgänge der Konsumenten jagt.

Fans der Band erhalten neues, solides Futter. Genre-Liebhabern mit Hang zum Groove ist das neue Album von Transport League ebenfalls zu empfehlen.

Video

Tracklist

01 Hallelujah Vampire
02 Black Mountain
03 New Bomb War
04 Kill, Kill Faster
05 Burning Bible
06 Bag Of Bones
07 Pussy Law
08 Only For Fear
09 The Goddess And The Mad Man
10 Slowfall
11 Dark Days, Evil Ways (Tomorrow)
12 Monster Driven

Details

Transport League – Facebook

Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 23.10.2015
Spielzeit: 46:26

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde