Review

Auf eine unübliche Art und Weise gehen Traktor aus Schweden die Verbreitung ihres Albums „Mean Business“ an. Veröffentlicht wird zunächst digital, und sobald 150 Downloads zusammengekommen sind, plant die Band eine physische Veröffentlichung. Genannte Gründe hierfür sind die reduzierte Belastung der Umwelt durch eine Übermenge an gepresster Platten und ein fanfreundlicher Ansatz, der besagt: sollte ein Vinyl-Release stattfinden, hat jeder Downloader die Möglichkeit, dieses nur für die Kosten des Versands zu bekommen.

Aber was bekommt man auf „Mean Business“ geboten? Bei Traktor schneiden sich die Wege des Alternative, des Punks und einer Indie-Attitüde. Allgemein fabrizieren die Jungs hier also rockige Vibes mit einer gewissen Exzentrik. Zuerst wird dem Hörer ein Vintage-Sound um die Ohren gehauen, der generell immer nach vorne geht. Während Drum und Bass nie lange stillstehen bleiben, bieten die Gitarren die Melodien, die dafür sorgen, dass man nicht in dem Punk-Geflecht steckenbleibt.

So richtig warm wird „Mean Business“ schon mit dem zweiten Song „First Skin Blood“. Die Riffs sind catchy und der rotzige Gesang drischt die Lyrics nur so runter. Besonders daran ist zu erkennen, wie ein so einschlägiger Track schnell an atmosphärischem Raum gewinnen kann. Und auch das darauffolgende Stück „Omega“ überzeugt mit dynamischem Charakter.

Sobald „W.T.R.R“ erklingt, gibt es kein Halten mehr. Die eingängigen Rhythmen werden hier aufgehoben und Traktor zeigen sich viel flexibler, was die Band ab diesem Zeitpunkt eigentlich immer versucht umzusetzen, um Abwechslung in die Titel zu bringen. Besonders dann, wenn Traktor mal eine kurze akustische Pause einlegen, frischen sie ihren Sound zunehmend auf.

traktor-mean-business-foto

Traktor (Copyright: Traktor)

Aber auch diese Ausschweifungen fallen nicht allzu schwer ins Gewicht, wenn ein Großteil auf „Mean Business“ gleich klingt. Riffs werden neu angeordnet, bedienen sich aber der immer gleichen Motorik. Highlights, besonders gesanglicher Art, kommen zwar gut zur Geltung, aber bis dahin muss man durch die sich stets wiederholenden Strukturen. Da kann es schon sein, dass man nicht unbedingt merkt, wenn ein Song aufhört und der nächste anfängt.
Was nicht immer schlecht sein muss, denn beispielsweise ist „The Cause And Curse“ einer von den Songs, die trotzdem durch gut gewählte Melodien ansprechen. Leider klappt diese Methode nur nicht bei allen Songs.

Nichtsdestotrotz kann man an dieser Platte durchaus seinen Spaß haben. Traktor projizieren auf ihre Tracks eine Menge Energie und auch wenn sich die Titel ähneln, wirken sie immer noch überwiegend kompakt. So mag man hier zwar keine bahnbrechenden Innovationen erwarten, aber immerhin viel Herzblut und außerdem eine Menge ansteckende Hooks zum Mitsingen.

Video

Trackliste

01 Senter
02 First Skin Blood
03 Omega
04 W.T.R.R.
05 The Secret
06 No Filter
07 Follow The Trail
08 Daggers & Feathers
09 The Cause And Curse
10 Wizard Of Choice

Details

Traktor – Homepage
Traktor – Facebook

Label: Atlas Rec.
Vö-Termin: 19.02.2016
Spielzeit: 38:34

Copyright Cover: Atlas Rec.



Über den Autor

Christopher