Review

Mit dem Konzeptalbum „A Voice Unheard“ will die Band Tomorrow’s Outlook aus Norwegen einen Meilenstein in ihrer (seit 2007 bestehenden) Bandgeschichte setzen. So soll das neue Werk nicht nur ein Konzeptalbum mit „apokalyptischer“ Thematik, sondern scheinbar – angesichts der namhaften Gastmusiker wie u.a. Ralf Scheepers (Primal Fear, ex-Gamma Ray) und Tony Johannessen (Thunderbolt) am Mikro – auch ein All-Star-Projekt im Miniformat sein.

Musikalisch versprechen Tomorrow’s Outlook (gegründet von Trond Nicolaisen und Andreas Stenseth) eine Reise zum klassischen 80er Heavy Metal, der „A Voice Unheard“ in den Dunstkreis von Iron Maiden und Judas Priest katapultiert. Erstgenannter Szenegröße huldigt man – neben dem zusätzlich vorzufindenden Aria-Cover des Songs „Slave To The Evil Force“ – somit nachvollziehbar mit dem Bruce Dickinson-Cover zu „Darkside Of Aquarius“.

Zwischen einer Art Tribut und Konzept pendelt sich „A Voice Unheard“ somit letztlich ein – ganz im Zeichen des NWoBHM. Klar, dass man das Genre hier also nicht neu erfindet – und wer Ralf Scheepers und Co. kennt, der weiß auch, was stimmlich zu erwarten ist; Heavy Metal-typische Screams inklusive.

Mit „Within The World Of Dreams“ findet die Band und ihre Verstärkung zunächst schon einmal einen eingängigen Einstieg, der Lust auf mehr macht.
„Descent“, „Through Shuttered Eyes“ und insbesondere der Titeltrack schließen an dieses anfängliche Niveau gekonnt an und zeigen ihr Headbangpotenzial.

„Times Of War“ überrascht schließlich mit eingebundenen (Sprach)samples, die zwar dem Konzeptcharakter des Albums geschuldet sind, den Flow des Songs aber dennoch unterbrechen. Gleiches gilt für den narrativen Part in „Nothing Shall Remain“. Die bisher guten Melodien kommen an diesen Stellen zum Erliegen.
Positiven Einfluss nehmen auch die (teils epischen) Songlängen nicht immer auf den Hörgenuss. So wird allen Musikern einerseits Raum geboten, ihr Können (beispielsweise in virtuosen Soli) zu zeigen, während die Songs Zeit haben, sich zu entwickeln, andererseits wäre für einige Titel ein knackigeres Format vorteilhafter gewesen.

Tomorrow’s Outlook (Copyright: Tomorrow’s Outlook)

Immerhin: Mitten in die thematisierte Apokalypse platzieren Tomorrow’s Outlook eine Ballade namens „The Enemy“. Akustikgitarren, das zurückgenommene Tempo und der vordergründige Gesang bringen ein wenig Ruhe in das bisherige Metal-Feuerwerk. Das ist insofern positiv, da – trotz gastmusikalischer Unterstützung und somit leichter Abwechslung – der Stil doch derart straight runtergezockt wird, dass Gelegenheitshörer des NWoBHM das Album insgesamt sonst zu eintönig empfinden könnten.

Nichtsdestotrotz: „A Voice Unheard“ – hier sollte der Name definitiv nicht Programm sein; vor allem nicht für alle traditionsbewussten Metalheads, denn jenen sei das Album von Tomorrow’s Outlook besonders empfohlen.

Video

Tracklist

01 Within The World Of Dreams
02 Descent
03 Through Shuttered Eyes
04 A Voice Unheard
05 Outlaw
06 Times of War
07 The Enemy
08 One Final Prayer
09 Fly Away
10 Nothing Shall Remain
11 Darkside of Aquarius (Bruce Dickinson Cover)
12 Slave to the Evil Force (Aria Cover)

Details

Tomorrow’s Outlook – Facebook

Label: Battlegod Productions / H’art
Vö-Termin: 06.04.2018
Spielzeit: 71:52

Copyright Cover: Battlegod Productions



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde