Review

Nimmt man die eingängigen Melodien von Sunrise Avenue-Songs, verpasst ihnen einen zusätzlichen punkigen Anstrich und verpackt das Ganze anschließend in dynamische College-Rock Sounds, dann erhält man als musikalisches Ergebnis genau das, was die Band Those Black Marks aus Dublin auf ihrem Album „Darwinian“ auf elf Songs präsentiert. Ein bisschen Rock, etwas Punk, dezenten Grunge und hörbare britische Züge in Musik und Artikulation verbindet das Quartett zu einem modernen, frischen Hörerlebnis unter dem weitgefassten Namen Alternative Rock, der in diesem Fall nicht selten als Soundtrack für amerikanische Highschool-Filme herhalten könnte.

Während man mit den ersten Tracks „Light And Sound“, „Every Time“, „She Said“ und „On And On“ auch bereits voller Elan in das Album startet und die Hörer umgehend von sich überzeugen kann, flaut die anfängliche Begeisterung jedoch schnell im weiteren Verlauf von „Darwinian“ ab.
Zwar dynamisch, aber recht eintönig wiederholen sich die einzelnen Songs scheinbar, indem sie sich stark ähneln, ohne dass Variationen erkennbar werden. Die aufkommenden Assoziationen zu Bands wie beispielsweise Weezer erwecken ebenfalls den Eindruck, alles irgendwo schon einmal in ähnlicher Art gehört zu haben. Durch dieses permanent mitschwingende Déjà-vu-Gefühl nutzt sich „Darwinian“ sehr schnell ab und auch die eingestreuten ruhigeren Stücke wie „Lost And Found“ oder der balladeske Rauswurf „Where Do We Run“ bringen mit ihren Tempowechseln nicht die nötige Abwechslung. Stattdessen rauben Those Black Marks dem Album dadurch die Spannung, die dringend hätte folgen oder wenigstens verstärkt werden müssen.

Schade, denn die Produktion und auch der wiedererkennbare Gesang zeugen vom Können und den Intentionen der Band. So gibt es klanglich und handwerklich nichts an „Darwinian“ auszusetzen, während zudem der Wille zur Eingängigkeit erkennbar ist. Einzig die Umsetzung bleibt zu einseitig.

Those Black Marks (Copyright: Those Black Marks)

Those Black Marks (Copyright: Those Black Marks)

Live dürften die (vor allem temporeichen) Songs von Those Black Marks allerdings einiges an Energie versprühen und auch über einen längeren Zeitraum fesseln, sodass ein Konzertbesuch dem Album vorzuziehen ist.
Dies ist vielleicht nicht gerade das, was sich eine Band von einer Albumveröffentlichung erhofft, aber immerhin ein Aspekt, der die energetische Seite und die Spielfreude von Those Black Marks unterstreichen wird.

Jenen, die auf der Suche nach einer passablen Beschallung ohne Nachhaltigkeit, dafür aber mit permanent mitwippenden Kopf und Bein sind, ist ein Probehören des Albums angeraten.

Tracklist

01 Light And Sound
02 Every Time
03 She Said
04 Take Me Away
05 On And On
06 Lost And Found
07 Lookin‘ Out
08 Refrain
09 Saint And Satellites
10 Fish Out Of Water
11 Where Do We Run

Details

Those Black Marks – Homepage
Those Black Marks – Facebook
Those Black Marks – Twitter

Label: Oligarch
Vö-Termin: 03.06.2016
Spielzeit: 42:49

Copyright Cover: Oligarch



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde