Review

Bereits der Opener „Draw the Curtain“ auf dem Album „Unbroken“ von Thomsen zeigt deutlich, wo die musikalische Reise auf dieser Platte hingeht: Es wird relativ klassisch klingender Heavy Metal serviert, der seinen Fokus neben eingängigen Refrains auf wohlklingende Melodien und vor allem sehr gute Gitarrenriffs setzt. Wie um diesen Eindruck zu untermauern, dröhnt in der Mitte des Tracks ein wahrlich krasses Gitarrensolo aus den Boxen, welches Freunden guter Gitarrenarbeit sicherlich die Schuhe auszieht.

Das folgende „In Steel we trust“ ist deutlich schneller als „Draw the Curtain“ und klingt insgesamt aggressiver. Dementsprechend wurde auch der Gesang angepasst. Sehr gelungen ist der Übergang zum Refrain, welcher im Gegensatz zu den Strophen klare Melodien aufweist. „In Steel we trust“ besteht im Kern aus einem guten Kontrast zwischen ruppiger und kantiger Musik und klaren Melodien, welche nur im Refrain durchkommen.

„Dream“ hat viele balladeske Elemente, die ebenfalls insbesondere im Refrain zur Geltung kommen. Allerdings haben Thomsen der Nummer gleichzeitig harte Gitarrensounds sowie recht heftig wirkende Drums verpasst, wodurch ein zwar zwiegespaltener, aber insgesamt stimmiger Eindruck entsteht. Nach einigen Durchläufen hat man sich vollends an den ungewöhnlichen Aufbau gewöhnt und kann „Dream“ genießen. Ebenfalls hörenswert ist ein weiteres genial gespieltes Gitarrensolo in der zweiten Hälfte.

Der Titeltrack „Unbroken“ startet mit einem ziemlich fetten Intro. Der anschließende Track macht dementsprechend einen recht epischen Eindruck, was vor allem am Gesang liegt, der mit vielen choralen Passagen aufgepeppt wurde. Abermals ist es vor allem der Refrain, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Songs auf dieser Platte stehen bei „Unbroken“ allerdings nicht die Melodien im Vordergrund, der Sound ist primär auf Härte ausgelegt.

„Tears of the Sun“ ist der letzte Titel und gleichzeitig einzige Livesong auf dieser Scheibe. Eröffnet von einem langgezogenen Schrei liegt der Fokus zunächst auf den Drums. Diese verdrängen in den Strophen sogar die Gitarren ein wenig, was der Nummer jedoch ziemlich gut bekommt. Der Refrain ist eher dezent und sticht nicht so krass heraus, dafür sind die Übergänge zu diesem sehr gut arrangiert.

Thomsen (Copyright: Thomsen)

Thomsen (Copyright: Thomsen)

„Unbroken“ von Thomsen ist eine Platte, an der Fans von klassischem Heavy Metal nicht achtlos vorbeigehen sollten. Denn die Band präsentiert zwölf hervorragend arrangierte Titel, die keine Wünsche offen lassen. Insbesondere die Melodien sowie die geniale Gitarrenarbeit sollen erneut Erwähnung finden, da diese beiden Kernelemente die Scheibe tragen. Durch die sehr abwechslungsreichen Tracks auf „Unbroken“ wird diese Platte auch nach vielem Hören nicht langweilig, sodass man lange seine Freude an diesem Teil haben kann.

Dass zum Gelingen des Albums zusätzlich namhafte Gastmusiker wie Udo Dirkschneider, Robert Soeterboek (Ayreon, Star One), Vinny Appice (Black Sabbath, Dio, Heaven & Hell), Bobby Jarzombek (Halford, Fates Warning, Sebastian Bach, Riot), David Vincent (Morbid Angel), Andre Hilgers (Rage, Skinner) oder Helge Engelke (Fair Warning, Dreamtide) beitrugen, ist das sogenannte Tüpfelchen auf dem i.

Video

Tracklist

01 Draw the Curtain
02 In Steel we trust
03 New Horizons
04 Break that Spell
05 Dream
06 Fools of Fortune
07 Into the Unknown
08 Unbroken
09 Six Thirteen 64
10 We made it
11 One
12 Tears of the Sun

Details

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Label: Artist Station Records / Soulfood
Vö-Termin: 19.09.2014
Spielzeit: 45:32

Copyright Cover: Artist Station Records



Über den Autor

Stefan †
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Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.