Review

Thom Hell ist einer dieser Leute, denen ein oder zwei Musikinstrumente zu können einfach nicht genügt. Und so macht sich der Norweger auch an sein neustes Werk „Happy Rabbit“. Dabei sind ganze sechzehn Songs herausgekommen, in denen Thom Hell immer wieder neue akustische Eingebungen einfließen lässt. Seine Musik pendelt sich zwischen Alternative, Pop und der Selbstverwirklichung eines Songwriters ein.

Qualität wird auf „Happy Rabbit“ großgeschrieben und so kitschig das Frontcover und der Albumtitel auch wirken, geht es doch nicht immer ganz in die Richtung, die man zunächst erwartet.

Angefangen von Gitarren, über Klavier bzw. Orgel, bis hin zu Streichensembles – auf dieser Platte wird dem Hörer so gut wie alles geboten. Besonders die Passagen der Streicher sorgen immer wieder für Highlights durch angenehm arrangierte und ausgewählte Melodien. Zusammen mit dem dynamischen Fingerpicking ergibt sich eine Mischung aus Folk und Klassik.
Ein Treffen der Generationen. Und so will Thom Hell es auch. Der Hörer soll sich immer wieder zurückversetzt fühlen, aber nicht allzu weit, um dem Ganzen nicht mehr folgen zu können; ganz klar zu hören in „Play“ oder „In The Night“.

Wer sich insgeheim den alten Sound von Kate Nash zurückwünscht, wird hier freudig überrascht sein. Die Rhythmen springen einem hier nur so in die Ohren und Thom Hells ansprechender Gesang bringt zudem eine gewisse Melodramatik und Tragik unter einer positiven Note unter.

Dennoch ist es so, dass „Happy Rabbit“ – was die Abwechslung angeht – trotzdem nur so dahin plätschert. Nicht falsch verstehen, Thom Hell ist ein ausgezeichneter Musiker mit einem Gespür für das Songwriting. Alles geht sauber ineinander über und bleibt auch dementsprechend hängen. Allerdings fühlt sich der Sound an vielen Stellen so an, als würde er der Zeit hinterher laufen. Dies trifft auch auf die Lyrics zu, die sich oft viel zu oberflächlich gestalten, wie es zum Beispiel in „Famous“ oder „1985“ der Fall ist.

Thom Hell (Copyright: Thom Hell)

Thom Hell (Copyright: Thom Hell)

Ebenfalls erscheinen viele Klangmuster immer wieder sehr eindimensional, ohne nennenswerte Veränderungen oder Überraschungen. Wenn nicht gerade die stilistischen Einflüsse ihren Teil dazu beitragen, ähneln sich die Songs untereinander viel zu stark.

Natürlich gibt es auch ein paar Wow-Momente wie in „Joy And Happiness“ Part I und II, aber bei sechzehn Songs muss schon einiges mehr herauskommen, als die immer wieder gleichen Referenzen wie beispielsweise zu Queen.

Wer neugierig geworden ist, sollte trotzdem gerne einmal hier reinhören, denn Thom Hell bietet Musik auf einem sehr hohen Niveau und mit einem Konzept dahinter.

Video

Trackliste

01 Grow Up!
02 1985
03 Famous
04 Blues In A
05 Leave Me To Die
06 In The Night
07 Play
08 Without Your
09 Interlude
10 When I Was A Child
11 Happy Rabbit
12 Joy And Happiness Part I
13 Joy And Happiness Part II
14 Auspicious
15 Need Your Love / Don’t Let Go
16 The Voyage Home

Details

Thom Hell – Homepage
Thom Hell – Twitter

Label: Lost Boy Records
Vö-Termin: 11.11.2016
Spielzeit: 60:38

Copyright Cover: Lost Boy Records



Über den Autor

Christopher